Sonntag, 29. Dezember 2013

Heidelbeer- Mohn Muffins

Als leidenschaftliche Bäckerin hat man ja oft das Glück reichlich beschenkt zu werden mit diversen Backbüchern, die schon ewig auf dem Wunschzettel stehen. Weihnachten und Geburtstage sind für solche Geschenke immer ein ganz heißer Tipp! Blöd wird es allerdings nur dann, wenn man mal ein Buch doppelt bekommt, weil keiner mehr einen Überblick hat über die kulinarischen Nachschlagewerke hat, die zu Hause so rumstehen und man nur selbst weiß, welches Buch sich noch unbedingt in die Sammlung reihen muss.

Gott sei Dank bin ich davon bisher verschont geblieben *klopf auf Holz* und so konnte ich mich zu Weihnachten über mehrere Bücher freuen, die ich aus mir unerklärlichen Gründen noch nicht mein Eigen nennen durfte. Eines davon ist Aus dem Coffeeshop von Dr. Oetker. (Kleine Bemerkung am Rande: ich wurde von Dr. Oetker nicht beauftragt eine Rezension zu schreiben und das Buch wurde mir nicht vom Verlag zur Verfügung gestellt!) Es ist zugegebenermaßen kein Buch, das großartige Neuerungen enthält. Die Rezepet sind einfach und bodenständig... und eben die Klassiker, die man aus den Coffeeshops so kennt. Böse Zungen behaupten ja, die Rezepte seien gewöhnlich und durchschnittlich! Das mag schon sein, aber der zeitliche Aufwand für die Rezepte ist absolut im Rahmen (manche brauchen Zeit, manche gehen ratzfatz) und sie sind wirklich machbar für jeden - auch für die blutigsten Anfänger! Ich mag dieses Buch auch deshalb sehr, weil es mich daran erinnert, dass es manchmal gar nicht viel braucht und einen auch die einfachen Kuchen rundum zufrieden machen können.

Beim ersten Durchblättern bin ich gleich mal bei den Heidelbeer- Mohn Muffins hängen geblieben. Natürlich ist im Winter unmöglich an Beeren zu kommen. In Zeiten wie diesen kann man schon mal ohne schlechtem Gewissen auf Tiefkühlbeeren zurückgreifen. Ist ja nicht so, dass wir das permanent machen, aber der Winter ist lang und irgendwie muss man ja über die Runden kommen....

Was mir besonders an den Muffins in diesem Buch gefällt, ist, dass sie quasi im Vorbeigehen funktionieren. Den Handmixer kann man getrost im Schrank lassen, stattdessen wird nur mal kurz der Schneebesen geschwungen und *schwups* ist man auch schon wieder fertig. Wenn man es also grad mal besonders eilig hat zum Picknick oder zur Urstrumpftante und noch schnell zwischen Türe und Angel etwas backen muss/möchte, der ist damit sehr gut beraten.

heidelbeer mohn (2)

heidelbeer mohn (3)

heidelbeer mohn (5)

Für 12 Muffins: 

- 175 g Mehl
- 100 g brauner Zucker
- 2 TL Backpulver
- 1 Zitrone, unbehandelt
- 1 Ei
- 55 ml Speiseöl
- 135 g Buttermilch
- 85 g Mohnback
- 165 g Heidelbeeren (frisch oder TK)

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Mehl, Zucker, Mohnback und Backpulver in einer Schüssel mischen. Die Zitrone heiß waschen und etwa die Hälfte davon abreiben und zur Mehlmischung geben.

Ei, Öl und Buttermilch in einen Becher geben, gut verrühren und mit einem Schneebesen unter das Mehlgemisch mischen. Alles zu einem glatten Teig rühren.

Ein paar Heidelbeeren auf die Seite legen und die restlichen unter den Teig heben.
Den Teig auf die Mulden verteilen und die beiseite gelegten Heidelbeeren ebenfalls darauf verteilen.

Auf mittlerer Schiene etwa 25 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Vanillekipferl Cupcakes - oder "aller guten Dinge sind drei"

Von meinem Bruder habe ich mich ja nicht lumpen lassen. Als er mir sagte, dass er gerne "irgendwas mit Spekulatius" hätte oder "irgendwas mit Vanillekipferl", habe ich etwas ganz anderes gehört. Ihr wisst ja, zwischen dem Gesagten und dem Gehörten liegen oft Welten und manchmal hört man sowieso nur das, was man möchte. In meinem Ohr kam nämlich die Message an "Ich hätte gerne irgendwas mit Spekulatius und irgendwas mit Vanillekipferl!" Deshalb gab es am Heiligabend zwei Sorten Cupcakes - da fiel die Entscheidung schon recht schwer welchen man zuerst probieren soll....

Hätte ich allerdings vorher gewusst wie viele Nerven mich diese Cupcakes kosten werden, hätte ich sie vielleicht gar nicht gemacht. Soll ich euch mal wieder von einer Panne berichten? Ihr seid bestimmt ganz neugierig darauf - hier also eine weitere Ausgabe von Pleiten, Pech und Pannen aus Viktoria's Kitchen...

Nachdem die Spekulatius Cupcakes im Rohr waren, konnte ich den (ersten) Saustall beseitigen, um gleich danach einen zweiten zu verursachen. Nur mal so als Info zwischendurch: wenn ich backe, gleicht die Küche einem Schlachtfeld. Ich bin ja nur froh, dass ich so gern backe - aber wo ich bin, herrscht nunmal heilloses Durcheinander. Aber solange ich mich auskenne, ist alles im Lot.

Bei Nadine von Dreierlei Liebelei habe ich Vanillekipferl Cupcakes entdeckt, die mir (mit einer kleinen Abwandlung) wie gerufen kamen. Die Zubereitung ist denkbar einfach, die Zutaten sind ratzfatz zusammengerührt, geht wieder super mit einem Schneebesen. Versuch Numero uno startete vielversprechend. Der Teig roch schon in der Rührschüssel herrlich, ich konnte es kaum erwarten die fertig gebackenen Cupcakes aus dem Rohr zu holen.

Also, den Teig habe ich in die Förmchen gefüllt und ungeduldig vor dem Ofen gewartet. Die Backzeit war zu Ende, die Cupcakes hatten die perfekte Farbe und verströmten einen wunderbaren Duft... es gab nur ein einziges Problem: der Teig ist sitzen geblieben! Echt! Nichtmal für einen Millimeter hat er sich dazu bemüßigt hochzuklettern! Was habe ich falsch gemacht? Ich weiß es nicht... Gut, bloß nicht entmutigen lassen, es kann ja nicht immer alles sofort klappen.

Die Rührschüssel und der Schneebesen waren schnell gesäubert, die Zutaten alle nochmal rasch abgemessen und Versuch Nummer zwei konnte starten. Den Teig habe ich gerecht auf alle Mulden verteilt und das Blech flott wieder in den Backofen befördert, der die restliche Arbeit erledigen sollte. Diesmal ging der Teig auf! Und wie er aufging! Viel zu viel! Ich hatte Angst, er würde gleich über den Rand meines Muffinblechs laufen, weil er so viel Turbo drauf hatte und die Bremse scheinbar nicht mehr fand. Der Teig ging so rasch und so heftig auf, um hinterher wieder komplett in sich zusammenzufallen. Ehrlich wahr! Ein riesiger, marianengrabentiefer* Krater in jeder einzelnen Mulde!

Ich war am Rande eines Nervenzusammenbruchs, den Tränen nahe und die Verzweiflung stand mir ins Gesicht geschrieben. Zu gerne hätte ich das Blech - so wie es war - als Frisbee verwendet und aus dem Fenster gepfeffert! Tief durchatmen - Bienen raus, Schmetterlinge rein! Was diesmal der Fehler war, wollt ihr wissen? Ich auch!

Um die Geschichte nun etwas zu verkürzen: Versuch Nummer drei wollte mir ENDLICH gelingen! Nervös verbrachte ich lange 23 Minuten vor dem Backofen und starrte regelrecht hinein. Vielleicht habe ich in dieser Sekunde telepathische Fähigkeiten entwickelt und dem Teig mit reiner Gedankenkraft verboten auch nur einen Millimeter zu hoch aufzugehen oder gar ein zweites Mal sitzen zu bleiben. Denn die Dinger gingen auf - nicht zu viel, nicht zu wenig, einfach genau richtig - hatten die perfekte Farbe und dufteten wieder herrlich! Haleluja! Erleichtert holte ich das Blech aus dem Ofen... und gönnte mir eine kurze Verschnaufpause auf dem Sofa.

vanillekipferl cupcakes (3)

vanillekipferl cupcakes (6.1)

Diese Cupcakes haben mir zwar mindestens 5 Jahre meines Lebens geraubt, der Aufwand hat sich aber in jedem Fall gelohnt, denn sie waren echt wunderbar: der Teig flaumig, saftig - das Topping cremig, vanillig und alles in allem einfach superlecker.

vanillekipferl cupcakes (4)

vanillekipferl cupcakes (2)

Für die Cupcakes:
(12 Stück)

- 100 g Mehl
- 60 g Mandeln, gerieben
- 185 g Zucker
- 2 TL Backpulver
- eine Prise Salz
- 55 g weiche Butter
- 160 ml Milch
- 1 Ei
- 1 TL Vanilleextrakt

Für das Topping:

- 135 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
- 55 g Staubzucker
- 1 Becher Schlagobers
- Mark einer Vanilleschote
- ca. zehn Vanillekipferl

- 12 Vanillekipferl für die Deko

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen. Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Mehl, Mandeln, Zucker, Backpulver, Salz und Butter in einer Schüssel mischen, bis eine sandige Masse entstanden ist.

Die Hälfte der Milch unterrühren. Das Ei, den Vanilleextrakt und die restliche Milch verquirlen und ebenfalls zu der Masse hinzufügen. Nur so lange rühren, bis alles zusammengekommen ist.

Den Teig in die Förmen füllen und 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen!

Für das Topping die Vanillekipferl zerbröseln. (Geht super im Standmixer!) Schlagobers mit dem  Mark einer Vanilleschote steig schlagen.

Frischkäse und Zucker glatt rühren. Obers vorsichtig unter den Frischkäse heben, danach die Vanillekipferlbrösel einrühren. Die Creme vor dem Auftragen kühlen (etwa eine Stunde). In einen Spritzsack füllen und auf die Cupcakes auftragen und mit einem Vanillekipferl dekorieren.

* Marianengraben: Tiefster Punkt der Erde mit 11km und 34m im westlichen Pazifik
Mittwoch, 25. Dezember 2013

Apfel- Spekulatius Cupcakes

Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest! Meines war toll, unterhaltsam, freudig, besinnlich und vor allem aber (und das ist ganz wichtig) stressfrei! Zwar musste ich am Vortag arbeiten und ich war generell etwas müde von den vergangenen Arbeitstagen (jaja, Viktoria hat keinen Weihnachtsurlaub), aber ich war ja schon Anfang Dezember ungeduldig wie ein Kind und hab gezappelt wie Philipp, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Ich kann mir schon vorstellen, dass ich für manche ziemlich lästig und nervig sein kann in dieser Zeit, aber da steh ich drüber... ehrlich!

Und dann war es endlich so weit! Aufgehübscht, dass ich dem Weihnachtsbaum Konkurrenz machen konnte, traf ich am Nachmittag bei meiner Mama ein und hielt ihr breit grinsend die Cupcakes unter die Nase. Schuld an der ganzen Sache war mein Bruder. Vor Weihnachten hat sie mich gefragt, ob ich mich denn um das Dessert kümmern würde. Na, Ehrensache, oder? Auf meine Frage, was sie denn gerne hätte, meinte sie, dass mein Bruder irgendwas im Kopf hat, ich soll dich mal mit ihm reden. Er kocht, ich bringe das Dessert mit. Das nenne ich mal Arbeitsteilung! Und meine Mama? Ja, die hat sich um den Weihnachtsbaum gekümmert und konnte dann die Beine hoch lagern.

Cupcakes wünscht er sich, denn die sind immer soooo gut (er ist ja wirklich eine treue Seele!) und die hat er schon soooo lange nicht mehr gegessen. "Welche hättest du denn gerne?" war meine zweite Frage. Seine Antwort habe ich fast schon erwartet.... nämlich "irgendwas mit..." und "na, dir wird schon was einfallen!". Das sind ja in Wahrheit die Antworten, die man am liebsten hat. Denn dann hat man freie Hand und kann sich so richtig gehen lassen in der Küche, dass der Backofen nur so kracht.

Es ist ja dann nämlich vollkommen egal, welche Entscheidung man trifft, sie ist auf jeden Fall die richtige und man braucht sich nicht darüber sorgen, ob das Gebäck eeeh gut ankommt. Eine kleine Bestätigung tut aber dennoch gut und schmeichelt ja immerhin auch der Seele. Diese erhält man letztlich dadurch, dass die Cupcakes schon wieder (fast) weg sind, sobald sie am Tisch stehen.

apfel spekulatius cc (6.1)

Ich wäre ja nicht ich, wenn ich mir als bekennender Weihnachtsjunkie nicht schon im Herbst gedanken gemacht hätte um diverse Süßigkeiten zu Weihnachten. Den Sponge habe ich bei der Kochplattform mit der grünen Haube gefunden, das Frosting bei Nina.

apfel spekulatius cc (4)

apfel spekulatius cc (7.1)

Für die Cupcakes:
(12 Stück)

- 160 g Mehl
- 150 g Spekulatius
- 75 g Zucker
- 125 ml Buttermilch
- 100 g Apfelmus
- 80 g Butter
- 2 Eier
- 1 TL Zimt
- 2 TL Backpulver
- plus noch ein paar TL Apfelmus extra

Für das Frosting:

- 400 g Mascarpone
- 120 g Staubzucker
- 300 g Apfelmus
- 1 TL Zimt
- 200 g Topfen
- 3 Bl Gelatine
 
- außerdem Spekulatius für die Deko

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Spekulatius in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz zerbröseln. Mehl, Backpulver, Zimt, Spekulatius in einer Schüssel mischen. Die Butter dazu geben und mischen.

Eier, Buttermilch und Apfelmus verquirlen und zur Masse geben. Nur so lange rühren, bis alles zusammengekommen ist. Ich habe dafür nur einen Schneebesen verwendet!

Den Teig portionsweise in die Förmchen füllen und auf mittlerer Schiene etwa 25 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach der Backzeit die Cupcakes vollständig auskühlen lassen.

 Mit einem Teelöffel in der Mitte der Cupcakes ein kleines Loch aushöhlen und etwas Apfelmus reinfüllen.

Für das Frosting die Gelatine in kaltem Wasser etwa 5 Minuten einweichen. Unter rühren so lange erhitzen, bis sie sich aufgelöst hat und mit dem Apfelmus vermengen.

Mascarpone, Topfen, Zucker und Zimt verrühren, aber nur so lange wie nötig. Das Apfelmus dazu geben und wieder nur rühren so lange wie nötig.

Falls das Frosting zu weich ist, etwa 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit es etwas fester wird.
Das Frosting dann in einen Spritzsack füllen und auf die Cupcakes auftragen.

Für die Deko habe ich Spekulatius zerbröselt und die Cupcakes damit bestreut und jeweils einen Spekulatius in der Mitte zerbrochen und auf den Cupcake gesetzt.

Montag, 23. Dezember 2013

Adventswichteln - 4. Advent

Der letzte Advent ist vorbei, das Adventswichteln geht in die letzte Runde.

Adventswichteln 2013

Ich durfte somit das letzte Packerl von Andrea öffnen. Die Größe? Riesig! Ertasten? Keine Chance!
Aufreissen, aufreissen, aufreissen!, schrie mein Verstand. Gespannt wie ein Gummiringerl riss ich also das Papier runter und hielt erstmal inne....




WOW! Was für ein letztes Wichtelgeschenk! Ich war so gerührt über den Inhalt, dass ich erstmal gar nicht glauben konnte/wollte, dass wirklich DAS drin war. Eine sehr liebe Anmerkung von ihr, dass auf meinem Blog ja noch keine Gugls zu finden sind und damit hoffentlich Abhilfe geschaffen wird, ließ mich doch sehr schmunzeln.

Mir hat das Wichteln irre viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ich habe nochmal die Gelegenheit bei so einer Aktion mitzumachen. Ich freue mich außerdem sehr, dass Andrea meine Wichtelmama war und sie mir so viel Freude mit ihren durchdachten Geschenken bereitet hat. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an dich! :)

Leider komme ich (mal wieder) nicht dazu die Form gleich auszuprobieren... ihr wisst ja... Weihnachten, akuter Zeitmangel, etc.
Aber das werde ich natürlich so bald ich kann nachholen und sofort hier berichten!
Sonntag, 22. Dezember 2013

Guinness- Schoko Kuchen

Es gibt Kuchenrezepte, die einem immer wieder in die Hände fallen, die man aber nie macht. Das sind jene Rezepte, die in regelmäßigen Abständen in irgendwelchen Zeitschriften, oder gar Büchern auftauchen, auf Blogs oder plötzlich einfach so bei einer Freundin am Tisch stehen.

Mir geht es so mit dem Guinness- Schoko Kuchen. Schon seit mehr als einem Jahr kreuzt dieses Rezept immer wieder mal meinen Weg. Ich lese es, ich schau mir die Bilder an, ich lege es wieder ad acta. Warum? Das weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht liegt es daran, dass ich Guinness nicht so gern trinke... oder vielleicht liegt es an dem Gedanken, dass ich Bier im Kuchen komisch finde. Kochen mit Bier? Kein Problem, kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Aber backen? Ernsthaft? Nein, für mich unvorstellbar...

Dabei habe ich ja schon so oft gehört/gelesen, dass dieser Kuchen so toll ist und so saftig, so schokoladig, so herrlich fluffig. Und angeblich schmeckt er ja gar nicht nach Bier.

Zum ersten Mal hab ich davon gelesen in Süße Sünden und dann tauchte er plötzlich immer wieder auf. Nach einem langen Jahr konnte ich mich nun endlich dazu durchringen diesen Kuchen mal zu backen. Schließlich muss da ja was dran sein, wenn so viele Stimmen von einem äußerst hohen Suchtpotential sprechen! Aber warum auch nicht, schließlich habe ich mich ja schon öfters auf Backexperimente mit ungewöhnlichen Zutaten eingelassen.

Sonja von the whitest cake alive hat daraus einen Guglhupf gemacht und ihn mit Schokolade überzogen. Weil mir diese Idee so gefiel, habe ich sie für meinen Kuchen gleich übernommen. Allerdings habe ich im Gegensatz zu Sonja für den Überzug eine Mischung aus Vollmilch- und Zartbitterkuvertüre genommen und etwas Butter (damit die Glasur weicher wird), weil es mir sonst ein wenig zuuu herb geworden wäre.

guinness schoko (3.1)

Der Kuchen ist tatsächlich so toll und so saftig, so schokoladig und so herrlich fluffig, wie behauptet. Obwohl der Geschmack - zugegeben - ein kleines bisschen herb und auch ziemlich mächtig ist, schmeckt er mir so gut, dass ich mir gleich noch ein Stück holen.... und dann noch eines... und noch eines... bis irgendwann nur noch Brösel übrig sind und selbst die werde ich mit Sicherheit nicht übrig lassen!

guinness schoko (5)

Für eine große Guglhupfform:

- 250 ml Guinness
- 250 g Butter
- 200 g Staubzucker
- 100 g brauner Zucker
- 80 g Kakao
- etwas gemahlene Vanille
- 60 g Zartbitterkuvertüre, gehackt
- 2 Eier
- 140 ml Buttermilch
- 280 g Mehl
- 2 TL Backpulver

Für den Schokoguss:

- 75 g Zartbitterkuvertüre
- 75 g Vollmilchkuvertüre
- 60 g Butter

Eine Guglhupfform fetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Das Bier und die Butter in einen Topf geben und langsam erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Den Topf vom Herd nehmen, beide Zuckersorten, den Kakao und die Vanille einrühren und so lange umrühren, bis der Zucker größtenteils aufgelöst ist. Abkühlen lassen.

Die Buttermilch mit den Eiern verquirlen und unter die abgekühlte Biermischung rühren.

Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen und in drei Portionen mit dem Handmixer rühren. (Wer dazu keine Lust hat, ein Schneebesen tuts auch!). Am Ende die gehackte Kuvertüre unterheben.

Achtung, nicht schrecken! Der Teig ist sehr flüssig!
Den Teig in die Backform füllen und auf mittlerer Schiene 40 bis 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Ist der Kuchen fertig, vollständig auskühlen lassen.

Für den Schokoguss die beiden Kuvertüresorten und die Butter über dem Wasserbad schmelzen und rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.
Über den Guglhupf gießen und trocknen lassen.

Dass der Guglhupf nicht ganz bedeckt ist mit dem Schokoguss, ist Geschmackssache. Ihr wisst ja, ich habs gern rustikal. ;)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Adventswichteln - 3. Advent

Es ist wahr! Der dritte Advent ist schon um, das heißt... das Adventswichteln geht weiter... UND! Weihnachten läuft im Sprint auf uns zu!
Ich durfte mein drittes Päckchen von Andrea von Cook eat and chill(i) öffnen.

Adventswichteln 2013

Diesmal befand sich darin ein Vanille- Rosenzucker... Was soll ich dazu sagen? Ein wahnsinnig tolles Aroma!



Leider fehlt mir momentan die Zeit ihn auszuprobieren, es juckt mich aber sehr unter den Fingern! Bis dahin werde ich einfach hin und wieder die Nase reinstecken und freue mich auf den 4. Advent!
Montag, 16. Dezember 2013

Vanillekipferl

"Komm mit, ich zeig dir was!" flüsterte mir meine Cousine ins Ohr, schnappte mich bei der Hand und zerrte mich ins Schlafzimmer meiner Großeltern. Dort angekommen, deutete sie mit ihrer Hand auf den Tisch, der hinter der Türe stand. Auf diesem Tisch befanden sich mehrere riesengroße Keksdosen prall gefüllt mit allen Weihnachtskeksen, die man sich nur vorstellen kann. Meine Oma war ja immer schon eine Bäckerin und bereits Ende September, Anfang Oktober ging der Weihnachtsbäckereistress für sie los. Schließlich sollte ja alles bis zum 24. Dezember fertig sein. Meine Oma hat jedes Jahr so unsagbar viel gebacken, dass die Menge locker bis Ostern reichte - einmal das Weihnachtsbackbuch von vorne bis hinten durchbacken bitte, war scheinbar ihr Motto. Tagelang verbarrikadierte sie sich dafür regelrecht in der Küche - Eintritt strengstens verboten - und stellte mit viel Liebe alle Weihnachtskekse her, die man sich nur wünschen kann.

Ehrfürchtig standen wir nun vor diesen riesengroßen Keksdosen, eine größer als die andere. Wir öffneten eine nach der anderen, steckten unsere Nasen dabei tief in die Dosen rein, um jeden Geruch, jedes Aroma einzufangen und probierten von jeder Sorte mindestens ein Stück. Natürlich alles heimlich. Denn wären wir dabei von unserer Oma erwischt worden, hätte es womöglich eine riesen Standpauke gegeben, dass die Kekse für Weihnachten sind und wir nicht so viel naschen sollen! Damit verdirbt man sich ja den Appetit, ihr kennt das mit Sicherheit noch...

In jeder einzelnen Dose tummelten sich so viele verschiedene Kekssorten, die sich den Platz teilen mussten. Dann gab es allerdings noch diese eine Dose, DIE magische Dose. Was sich darin befand? NUR Vanillekipferl! Klein und perfekt gebogen! Bis oben hin! Ich schwöre euch, eine gefühlte Tonne Vanillekipferl, dass es wahrscheinlich für ein ganzes Jahr gereicht hätte.

vanillekipferl (6)

Und weil meine Oma ja so viele Kekse hatte, wurde jedes Familienmitglied nach jedem Besuch zwangsbeglückt mit einer großen Ration. Die musste man nehmen, ob man wollte oder nicht. Es hätte sich ohnehin nie jemand getraut seine Portion abzulehnen, nachdem meine Oma beim Verabschieden schon mit dem Kekssackerl in der Hand bei der Türe wartete und mit viel Nachdruck "Das ist für dich! Nimm das mit!" sagte. Das kam einem Befehl schon sehr nahe. Kam man ein zweites oder drittes Mal zu Besuch, wurde man auch ein zweites oder drittes Mal überhäuft mit Keksen.

vanillekipferl (4)

Das ist jetzt nicht ganz 25 Jahre her. Aber ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen...

Vanillekipferl sind für mich so klassisch und gehören zu Weihnachten einfach dazu. Ich backe sie jedes Jahr, das ist unumstößlich. Weihnachten ohne Vanillekipferl ist für mich wie Geburtstag ohne Torte: nur halb so schön. Dieses Jahr war ich schon etwas spät dran, denn am besten schmecken sie, wenn sie 3 bis 4 Wochen lagern. Mein Rezept aus dem Buch Backen für Weihnachten ist ganz klassisch, keine Weltneuheit und echt gelingsicher. Aber eben weil es so klassisch ist, versetzt mich jeder Bissen zurück in meine Kindheit, als ich vor den Keksdosen stand und heimlich Kekse stibitzte.

vanillekipferl (3)

vanillekipferl (1)

Für die Vanillekipferl:

- 150 g geriebene Mandeln
- 150 g Mehl
- 100 g Zucker
- 150 g Butter, Zimmertemperatur
- Mark 1 Vanilleschote
- 1 Ei

- plus noch extra Staubzucker zum Bestäuben

Aus allen Zutaten einen geschmeidigen, homogenen Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und gut eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Nach der Kühlzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Teig zu einer etwa 2 cm dicken Rolle formen und fingerdicke Scheiben abschneiden. Diese dann zu Kipferl formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Auf mittlerer Schiene etwa 11 bis 12 Minuten backen. Die Vanillekipferl sollen hell bleiben.

Noch heiß mit Staubzucker bestreuen. Meine Oma schwört ja darauf jedes Kipferl einzeln im Zucker zu wälzen. Aber ich finde, es geht schneller, wenn man sie bestäubt.
Samstag, 14. Dezember 2013

Orangen- Zimtlikör

Bald bin ich durch mit den Geschenken aus der Küche. Ist eh schon bald genug, findet ihr nicht auch? Damit geschmacklich aber auch wirklich für jeden was dabei ist, gibt es noch einen Orangen- Zimt Likör.

Vor einigen Jahren habe ich mal einen Orangen- Zimtlikör geschenkt bekommen, der so stark war, dass es mich bei jedem Schluck aus den Latschen gehoben hat. Trinken konnte ich den Likör nur, wenn ich ihn mit literweise Orangensaft gestreckt habe. Natürlich war das sehr schade, weil der Geschmack dadurch verloren ging und der Zimt sich irgendwo ganz weit unten versteckte.

Jedoch ging mir dieser Likör nicht mehr aus dem Kopf - grundsätzlich war er ja sehr lecker, nur brauche ich einfach eine richtige Mädchenmischung, das heißt sehr sehr mild! Schließlich will ich mich ja nicht ansaufen...

Bereits jedes Jahr im September schießen mir die ersten Ideen durch den Kopf, die ich dann irgendwie ordnen und priorisieren muss. Dieser Likör war eine davon und musste schon früh umgesetzt werden...

Die Herstellung eines aufgesetzten Likörs bedeutet nicht viel Aufwand und macht unheimlich Spaß! Getrübt wird der Spaßfaktor höchstens ein bisschen durch den Zeitfaktor, denn so einen Likör anzusetzen bedeutet viel Zeit und ist daher nichts für einen ungeduldigen Zappelphillip. Denn bis man den fertigen Likör genießen kann, vergehen 3 Monate. Jawohl, ihr habt richtig gelesen, es sind tatsächlich 3 Monate. Die Belohung für die lange Wartezeit ist allerdings unschlagbar! Ein (leider) viel zu süffiges Getränk mit einer sehr, äh, interessanten Farbe.

orangenlikör (2)

Die Herstellung geht sich für euch leider nicht mehr aus bis Weihnachten, aber nächstes Jahr ist nochmal Weihnachten, versprochen!

orangenlikör (4)

orangenlikör (6)

Für den Likör:

- 350 ml Wasser
- 350 g Zucker
- 4 Stangen Zimt
- 350 ml Wodka
- 350 ml Orangensaft, frisch gepresst
- 4 bis 5 unbehandelte Orangen

Für den Likör ein Gefäß mit gut 2 Liter Fassungsvermögen auswaschen und sterilisieren (geht genauso wie mit den Marmeladegläsern!).

Den Zucker und das Wasser in einen Topf geben und so lange erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen. 

Die Orangen heiß waschen und die Schale abreiben. Danach die Orangen schälen und in Scheiben schneiden.

Den Rum, Orangensaft, Zuckersirup, Orangenscheiben, -abrieb und die Zimtstangen in das Gefäß geben und gut verschließen.

Den Likör 3 Monate ziehen lassen. Ab und zu das Gefäß schütteln.

Nach den 3 Monaten den Likör filtern und in Flaschen abfüllen. 
(Zum Filtern habe ich den Likör zuerst durch ein Sieb gegossen, um die großen Stücke zu entfernen und danach durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um wirklich alle Reste zu entfernen.)
Mittwoch, 11. Dezember 2013

Adventswichteln - 2. Aadvent

Der 2. Advent ist rum und ich durfte ein weiteres Geschenk von meiner Wichtelmama Andrea von Cook eat and chill(i) auspacken.

Adventswichteln 2013

Klein war es und beim Tasten konnte ich nicht erraten was sich darin verbirgt. Gefreut habe ich mich daher umso mehr, als mich nach dem Auspacken dieser kleine Kerl angelacht hat!


Bis zum 3. Advent dauert es ja nicht mehr lange.... meine Spannung steigt!

Dienstag, 10. Dezember 2013

[Fremdgebloggt] - Maroni Cheesecake

Hat schon irgendjemand genug von Zimt, Keksen und Äpfeln? Es gibt da noch diese eine Sache im Winter, die man sich tonnenweise (neben Zucker in allen Farben und Formen) auf sämtlichen Weihnachtsmärkten reinschiebt, nämlich Maroni. Man hat ja für so ziemlich alles im Leben irgendwelche (mehr oder weniger sinnhaften) Rituale. Als Vollprofi im Weihnachtsmarktbesuchen habe ich natürlich auch im Laufe der Jahre meine ganz eigene Methode entwickelt Maroni zu genießen und dabei warme Hände zu haben.

Am liebsten teile ich die Portion in zwei Hälften - eine für die linke Jackentasche und eine für die rechte Jackentasche. Meine Finger, die sich dann in den Jackentaschen verstecken werden dabei von den heißen Maroni gewärmt - und zwar alle beide gleichzeitig! Genascht wird immer abwechselnd aus den unendlichen Weiten meiner Jacke (und die Schale logischerweise entsorgt - Müll sammle ich nicht in meiner Jacke!).

Natürlich ist dieses Vergnügen nur von kurzer Dauer, denn die Maroni sind irgendwann aufgenascht oder einfach ausgekühlt (wobei ich ja meistens mit dem Essen schneller bin, sodass ich gar nicht in die Verlegenheit komme kalte Maroni essen zu müssen). Dann hat man zwei Möglichkeiten: a. man holt sich neue oder b. man trägt es mit Fassung.

Für meine Ich-stecke-meine-Maroni-in-beide-Jackentaschen-Methode wurde ich zwar schon oft ausgelacht, aber ich hatte wenigstens warme Finger. Andere nicht!

Schon letztes Jahr bin ich bei paules ki(t)chen über Mini Maroni Cheesecakes gestoßen, die mich zu dem heutigen Rezept inspiriert haben. Gespeichert und hängend in der Backwarteschleife kommt der Cheesecake - etwas abgewandelt - heute endlich zum Zug. Eine herrlich weihnachtliche Abwechslung und genau richtig für all jene, die Vanillekipferl, Bratäpfel und Zimt schon nicht mehr lesen können!

Meinen heutigen Beitrag findet ihr auch bei Andrea von foods made with love, die uns mit ihrem Foodbloggeradventskalender die Vorweihnachtszeit versüßt.


Jeden Tag ein Gastpost von einem anderen Foodblog und das heutige Türchen Nummer 10 gehört mir. Darüber freue mich sehr, es ist das erste Mal, dass ich einen Gastpost schreiben darf und hier gehts zu meinem Beitrag. 

maronicheesecake (5)

maronicheesecake (6)

Für den Boden:
(18 cm Springform)

- 150 g Spekulatius
- 50 g Butter

Für die Creme:

- 400 g Frischkäse
- 200 g Maronipüree
- 100 g Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 3 Eier
- 1 EL Stärke

- 3 bis 4 großzügige EL Maronicreme
(Aufstrich aus dem Glas)

Für die Deko:

- 3 bis 4 großzügige EL Maronicreme
- 8 bis 10 vorgekochte Maroni im Ganzen
- 2 EL brauner Zucker
- 2 bis 3 EL Wasser

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Boden einer 18cm Springform mit Backpapier belegen, den Rand einfetten und bemehlen. 

Für den Boden die Spekulatius zerbröseln und die Butter zerlassen. Alles gut vermischen und auf dem Boden verteilen. Gut andrücken und die Form inzwischen beiseite stellen.

Für die Creme die Hälfte vom Frischkäse mit dem Zucker auf niedriger Stufe verrühren. Die andere Hälfte vom Frischkäse, die Stärke und das Maronipüree dazugeben und alles gut mischen. Die Eier einrühren und auf höchster Stufe kurz rühren, sodass eine homogene Masse entsteht. 

Den Boden mit der Maronicreme aus dem Glas vorsichtig bestreichen, aber nicht bis ganz zum Rand streichen. Danach die Frischkäsecreme darauf verteilen. 

Die Form in Alufolie wickeln und in ein hohes Backblech stellen. Das Backblech mit Wasser angießen, etwa 2 bis 3 cm hoch. 

Den Cheesecake etwa eine Stunde backen. Nach der Backzeit - wenn die Oberfläche trocken ist, der Cheesecake aber noch wackelt, wenn man ihn bewegt - die Form aus der Folie nehmen und abkühlen lassen. Ist der Cheesecake abgekühlt, mit Folie abdecken und mindestens 4 Stunden (am besten aber über Nacht) kalt stellen.

Für die Deko den Cheesecake mit Maronicreme bestreichen. 
Den Zucker mit dem Wasser in eine Pfanne geben und aufkochen lassen, die Maroni dazu geben und kurz darin schwenken. 

Die glasierten Maroni gleichmäßig auf dem Cheesecake anordnen und bis zum Servieren kalt stellen.

Samstag, 7. Dezember 2013

Bratapfelmarmelade

Ihr wisst ja noch, dass ich noch Äpfel von meiner Arbeitskollegin hatte, die ich nicht alle für den Apfel- Karamellstrudel verwenden konnte. Oft ist es ja der erste Gedanke, der goldrichtig ist und auf den man sich verlassen sollte. Zwar habe ich überlegt was ich damit machen könnte, bin aber gedanklich immer wieder bei der Bratapfelmarmelade gelandet. Gemacht habe ich sie natürlich gleich ein paar Tage nachdem ich die Äpfel bekommen habe, ihr merkt also... die Chronologie meiner Beiträge passt nicht so ganz.

So war die Marmelade natürlich schon längst fertig, als mir noch ein wenig Teig übrig blieb von der Apfel- Cranberry Tarte und ich noch ein paar Kekse ausstechen konnte. Zwischen diesen Keksen steckt nämlich genau diese Marmelade! Hiermit habe ich meine Bringschuld erfüllt und nun das Geheimnis gelüftet, welche Marmelade ich letztens für die Kekse verwendet habe.

Allerdings frage ich mich, ob diese Marmelade auch wirklich ihren Namen verdient. Denn die Äpfel habe ich diesmal nicht gebraten, sondern "nur" gegart. Dafür ist sonst aber alles dabei, was ein Bratapfel so braucht, vor allem ausreichend Zimt. In diesem Fall ist diese klitzekleine Kleinigkeit (garen statt braten) daher außer Acht zu lassen, denn schmecken tut's trotzdem... und zwar vorzüglich! Den Beweis dafür lieferte mir meine Freundin letztens (*ping* die Kassa klingelt). Ich habe sie zum Frühstück eingeladen und ihr ohne große Erklärungen die Marmelade vor die Nase gesetzt. "Mmmmh, ist die lecker!" war ihre Meinung dazu und ich glaube, am liebsten hätte sie ein Glas (oder zwei) mitgenommen...

bratapfelmarmelade (7)

Und ich schwöre euch, beim Kochen dieser Marmelade strömt eines der winterlichsten Aromen durch die Wohnung, das man sich nur vorstellen kann. Dieser Geruch hängt dann so fest in der Luft, dass man ihn regelrech inhalieren kann und sich danach einfach nur wohl fühlt. Das ist die reinste Entspannung von innen. Keine Duftkerze dieser Welt hat bei mir den gleichen Effekt wie Marmelade kochen im Winter! Dieses Aroma verströmt nicht nur seinen herrlichen Geruch in der Wohnung, sondern lässt sich auch wunderbar in Gläsern einfangen, sodass der Geschmack von Weihnachten jederzeit löffelbereit ist... aufs Brot, einfach nur so, oder in einer Palatschinke.

bratapfelmarmelade (5)

bratapfelmarmelade (3)

Für 6 bis 7 Marmeladegläser à 210 ml Inhalt:

- 1 kg säuerliche Äpfel, 
bereits geschält und entsteint
- 250 ml Apfelsaft
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 50 g griebene Mandeln
- 50 g Rosinen
- 1 TL Zimt
- je 1 Msp Nelken und Muskatnuss
- 2 TL Vanilleextrakt
(- Amaretto nach Belieben)

Die Gläser vor dem Abfüllen sterilisieren. Dafür die Gläser und heruntergeschraubten Deckel in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen, sodass alles bedeckt ist. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Etwa 10 Minuten kochen und mit einer Zange die Gläser und Deckel aus dem Wasser holen. Zum Trocknen und Abkühlen auf ein Tuch legen.Wahlweise können die Gläser mitsamt den Deckeln bei 120 Grad 15 bis 20 Minuten sterilisiert werden.

(Die Äpfel sollten bereits geschält und vom Gehäuse befreit sein, das Nettogewicht sollte daher 1 kg betragen.) Die Äpfel würfelig schneiden und mit dem Apfelsaft in einen großen Topf geben. Zum Kochen bringen und die Apfelstücke weich garen. Sind die Stücke weich, alles mit einem Pürierstab pürieren. 

Die Rosinen klein hacken. 

Zu den pürierten Äpfeln den Gelierzucker und alle Gewürze geben und nochmal zum Kochen bringen. Unter ständigem Rühren alles gut 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. Kurz vor Ende der Kochzeit die Mandeln und die Rosinen einrühren. 

(Wer will, gibt noch nach Belieben Amaretto dazu.)

Gelierprobe machen: ein paar Tropfen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird die Marmelade dicklich oder fest beim Erkalten, ist sie fertig. Falls nicht, nochmal 1 bis 2 Minuten weiterkochen.
Die fertige Marmelade in die sterilisierten Gläser abfüllen und sofort fest verschließen. Einfacher geht es, wenn man die Marmelade durch einen Trichter in die Gläser gießt...
Dienstag, 3. Dezember 2013

Adventswichteln - 1. Advent

Der erste Adventsonntag ist um und ich durfte mein erstes Wichtelgeschenk auspacken! *yessss*
Ihr habt jetzt keinen Schimmer wovon ich rede, oder? :P Also... Sandra von from snuggs kitchen hat zum Adventswichteln aufgerufen. Dabei geht es darum, einer Person vier Geschenke (für jeden Advent eines) zu machen... gebacken, gebastelt, gekauft, irgendwas.... Diese Geschenke werden dann eingepackt und per Post versendet.

Mir etwas zu überlegen für einen mir fremden Menschen, war eine neue Erfahrung für mich. Ich habe mich sehr darauf gefreut etwas zu erhalten von einem Menschen, den ich nicht kenne, aber auch etwas zu versenden. Vielleicht hätte ich es besser machen können, vielleicht habe ich den Geschmack getroffen, vielleicht aber auch nicht. Ich werde es sehen...

Adventswichteln 2013

Nun aber zu meinem Wichtelgeschenk. Meine Wichtelmama ist Andrea von Cook eat and chill(i) und zum ersten Advent gab es supergute Kekse, die mich irgendwie an den Kakao erinnern, den ich früher bei meiner Oma immer bekommen habe. Ich höre erst dann auf zu naschen, wenn alle Kekse weg sind!



Ich freue mich schon auf den nächsten Sonntag!
Sonntag, 1. Dezember 2013

Kirsch- Spekulatius Torte

Es gibt ja Menschen, bei denen gibt es für "Weihnachtsstimmung" einen Stichtag, nämlich den 1. Dezember. Erst ab diesem Datum darf von weihnachtlicher Stimmung gesprochen, gar erst empfunden werden. Davor hat das böse W-Wort nichts zu suchen in einer Unterhaltung.

Solchen Menschen schmecken Weihnachtsbäckerein auch erst ab diesem magischen Tag, der die totale Wende bringt. Es ist dann so, als ob ein Geist in sie fährt, der sie dazu veranlasst in die entsprechende Stimmung zu kommen. Dieser Geist haust dann in seinem Wirt, ernährt und stärkt sich an den Freuden der Weihnachtszeit und verzieht sich pünktlich am 26. Dezember wieder, wenn alle Familien abgeklappert, sämtliche Geschenke abgeliefert und im Gegenzug eingeheimst sind. Dann werden die Ohren wieder angelegt und die Scheuklappen aufgesetzt bis zum nächsten Jahr, wenn sich das Rad erneut dreht.

Fange ich allerdings schon davor an zu reden, mir zu überlegen was ich machen werde und Pläne zu schmieden, dann ernte ich im Normalfall nur komische Blicke, rollende Augen und Seufzer. Es muss ja auch nicht jeder dafür Verständnis haben, Leidenschaften sind eben unterschiedlich gelagert. In meinem Freundeskreis ist das aber Gott sei Dank weitgehend akzeptiert, ob stillschweigend oder nicht, ist dabei ein anderes Thema... und alle anderen Grinches (Ist das die Mehrzahl? Gibt es die überhaupt?) können mir die supergute Ich-stell-mich-in-die-Küche-und-zauber-viele-schöne-Weihnachtsgeschenke-aus-der-Küche-Laune nicht verderben! Nicht, dass jetzt irgendwelche Missverständnisse aufkommen, so einen Grinch habe ich nicht in meinem Freundeskreis. Aber hin und wieder läuft mir doch so ein Launeverderber über den Weg, der bei mir schwer auf Granit beisst... und verliert deswegen womöglich noch seine Zähne. Ihr seht also, ich bin echt eine harte Nuss, wenn es um so ein Thema geht!

Zum heutigen 1. Advent war die Kirsch- Spekulatius Torte allerdings sehr willkommen und Weihnachten war ein Thema, über das man absolut reden konnte! Schon seit dem Sommer plane ich mit Spekulatius zu backen, es musste nur noch die passende Gelegenheit kommen!

Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich die Kekse nicht selbst gemacht habe. Jedes Jahr stehe ich in den Startlöchern und möchte die Erste (oder zumindest eine von den Ersten) sein, wenn man dieses wunderbar würzige Gebäck käuflich erwerben kann. Schon lange suche ich nach DER ultimativen Gewürzmischung. Doch bisher sind leider alle Versuche Spekulatiuskekse zu backen, die auch so schmecken wie ich es mir vorstelle, kläglich gescheitert. Woran? DAS wüsste ich auch gerne... Also wenn jemand von euch DAS einzig wahre Rezept für Gewürzspekulatius hat, dann bitte immer her damit!

kirsch-spekulatius (3)

kirsch-spekulatius (4)

kirsch-spekulatius (6)

Für eine Torte:
(18 cm Springform)

Für den Boden:

- 3 Eier
- 75 g Zucker
- 50 g Butter
- 70 g Spekulatius
- 70 g Mehl
- 1/2 TL Zimt
- 1 TL Backpulver

Für die Füllung:

- 1 Eigelb
- 20 g Stärke
- 120 ml Kirschsaft (evt. aus dem Glas)
- 95 g Zucker
- 150 g Mascarpone
- 125 g Topfen
- 60 g Kirschmarmelade 
plus noch extra Marmelade zum Bestreichen
- eine handvoll Kirschen aus dem Glas
- 2 bis 3 Spekulatius

Für die Garnitur:

- 8 bis 10 Kirschen aus dem Glas
- 18 Spekulatiuskekse
- 125 ml Obers

Zunächst einen Pudding kochen für die Füllung. Dafür das Eigelb mit der Stärke glatt rühren. 35 g Zucker und Kirschsaft in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Unter ständigem Rühren die glatt gerührte Stärke einrühren und etwa eine Minute weiter kochen lassen. Dabei auf keinen Fall aufhören zu rühren, da der Pudding sonst anbrennt! Sobald die Masse eindickt, vom Herd nehmen und in eine Schüssel umfüllen. Mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet und vollständig auskühlen lassen. (Am besten kocht man den Pudding einen Tag vorher!)

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. 

Für den Boden die Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. Die Spekulatiuskekse in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz zu Brösel verarbeiten. Die feinen Brösel mit dem Mehl und dem Backpulver mischen.

Eier mit dem Zucker und dem Zimt hellschaumig schlagen. Die Spekulatius-Mehlmischung hinzufügen, am Ende die Butter einrühren. 

Die Masse in die Form füllen und auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen! 

Nach der Backzeit den Boden vollständig auskühlen lassen. 

In der Zwischenzeit die Creme vorbereiten. 75 g Pudding mit dem Handmixer kurz glatt rühren, Mascarpone, Topfen, Zucker und Marmelade dazu geben und verrühren, bis alles zusammengekommen ist. 

Den Boden zweimal durchschneiden und einen Tortenring darum setzen. Den unteren Boden mit etwas Kirschmarmelade bestreichen, die Hälfte der Creme darauf verstreichen und ein paar Kirschen darüber verteilen, den zweiten Boden darauf legen und wieder mit etwas Marmelade bestreichen, die übrige Hälfte der Creme verstreichen und 2 bis 3 Spekulatius grob zerbröseln und darauf verteilen. Den letzten Boden als Deckel darauf setzen und im Kühlschrank gut 2 Stunden rasten lassen.

Den Tortenring abnehmen. Obers streif schlagen und sowohl die Seiten, als auch den Deckel dünn mit Obers bestreichen. Ringsherum Spekulatius reihen, die übrigen im Gefriefbeutel fein zerbröseln und den Deckel bestreuen. Übriges Obers in einen Spritzbeutel füllen und kleine Häubchen aufspritzen. (Wer genau hinsieht, merkt, dass das gleichmäßige Aufspritzen nicht meine Stärke ist, haha.) Nur noch je eine Kirsche drauf setzen. Fertig! 

Donnerstag, 28. November 2013

Bratapfellikör - und eine optische Veränderung

Habt ihr es schon gesehen? Natürlich habt ihr das! Ist ja schließlich nicht zu übersehen!
Ja, ich habe aufgeräumt, meinen Blog ein bisschen von dem leicht erschlagenden Kopf befreit und alles ein bisschen schlichter gemacht. Als ich meinen Blog gestartet habe, dachte ich mir, dass ich mich ausschließlich auf Torten, Kuchen, Cupcakes & Co. konzentrieren werde. Dass sich mit der Zeit noch weitere süße Sachen einschleichen könnten, die mit backen nichts zu tun haben, war nicht in meinem Plan enthalten. Gut, dass es ab und an mal was zum Trinken geben wird, habe ich euch ja schon im Sommer angekünidgt. Aber es blieb ja nicht nur dabei. Mittlerweile tummeln sich auch Marmeladen und sogar Pralinen (auch wenn es bisher nur ein Rezept war) bei mir. Klammheimlich haben sie sich einfach dazu gesellt und jetzt sind sie da. Das ist ja auch gut so, aber nun hat sich in mir ein Verlangen breit gemacht etwas zu verändern....

Ich hoffe, das Ergebnis gefällt euch - so reduziert gefällt es mir zumindest wesentlich besser.


Schon seit der Herbst begonnen hat, habe ich das Weihnachtsfest im Kopf. Es gibt Geschenke aus der Küche, die einer langen Planung bedürfen. Marmeladen kocht man dann ein, wenn das Obst reif ist... und Liköre, die eine gewisse Ziehzeit haben, sollten rechtzeitig angesetzt werden, wenn man nicht mit leeren Händen vor dem geschmückten Weihnachtsbaum stehen möchte.

Natürlich gibt es auch Liköre, die nicht durchziehen müssen - quasi als Ultra-Last-Minute Geschenk für Spätentschlossene. Hat man allerdings genug Zeit zuvor eingeplant und ist geduldig genug, kann man echt wunderbare Dinge zaubern.

Ich habe ja hier mehrmals erwähnt, dass ich schon total im Weihnachtsfieber bin: ich habe Pläne für die Deko und halte schon die längste Zeit Ausschau nach passenden Stücken,. in meinem Kopf schwirren derzeit tausende weihnachtliche Backideen herum, die nur so danach schreien und verlangen endlich gebacken und dekoriert zu werden und die meisten Einkäufe habe ich - ohne Witz - schon erledigt. Denn so sehr ich die besinnliche Zeit mag, so sehr geht mir auch der Stress und die Hektik auf den Straßen auf die Nerven. Dem möchte ich mich nicht hingeben und versuche daher zu gewissen Zeiten (vor allem große) Geschäfte zu meiden. Online Shopping scheint in diesem Jahr das Zauberwort zu sein. Das ist natürlich eine Möglichkeit Geschenke zu besorgen, und wahrscheinlich auch die stressfreiere. Aber mir ist es dennoch lieber, wenn ich durch die Läden stöbern und so vielleicht noch die eine oder andere Idee aufschnappen kann... für andere oder für mich selbst.

Zusätzlich zu den Geschenken gebe ich gerne noch selbstgemachte süße Sachen dazu. Vergangenes Jahr habe ich vier verschiedene Pralinen gemacht, in diesem Jahr werden es Liköre, Marmeladen und eventuell noch ein paar Kekse.

Ein Likör, den ich eingeplant habe, ist ein Bratapfellikör, mit einem wunderbaren Aroma und nicht allzu stark. Ich mag es nicht so, wenn einem der Alkohol die Kehle runterbrennt und man dabei das Bedürfnis hat gleich Feuer spucken zu müssen. Es geht dabei schließlich auch nicht darum sich zu betrinken, sondern um das Gefühl Weihnachten schlückchenweise genießen zu können.

Ideen und Mengenangaben habe bei ich sämtlichen Kochplattformen gesucht (und gefunden), die das Internet so hergibt, der Alkoholgehalt war mir aber durchwegs viel zu hoch und deshalb habe ich einfach alles mal über den Haufen geworfen. Was dabei rausgekommen ist? Ein wunderbarer, nach Äpfeln, Zimt und Weihnachten schmeckender Likör, der einen nicht aus den Schuhen hebt. Kater daher ausgeschlossen!

Ich hatte noch ein wenig Mürbteig übrig von der Apfel- Cranberry Tarte. Ideal, um noch ein paar Kekse auszustechen. Gemacht habe ich wieder Doppeldecker und welche Marmelade ich dafür verwendet habe, verrate ich euch demnächst...

bratapfellikör (1)

bratapfellikör (2.1)

bratapfellikör (3)

Für den Likör:

- 4 bis 5 Boskoop Äpfel
- 300 ml Apfelsaft
- 300 ml Wasser
- 300 g brauner Zucker
- 400 ml brauner Rum
- 50 g Rosinen
- 50 g ganze Mandeln
- 1 Vanilleschote
- 3 EL Zimt

Für den Likör ein Gefäß mit gut 2 Liter Fassungsvermögen auswaschen und sterilisieren (geht genauso wie mit den Marmeladegläsern!).

Ein Backblech mit Backpapier begelgen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Äpfel waschen, vierteln und vom Gehäuse befreien. Die Äpfel auf das Backblech legen, mit 1 EL Zimt und 3 bis 4 EL Zucker bestreuen und im Backofen halb garen. (Ich habe die Äpfel 10 bis 15 Minuten im Ofen gelassen)

In der Zwischenzeit den übrigen Zucker in einen Topf geben, das Wasser darüber gießen und so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen.

In das Gefäß die Vanille, den übrigen Zimt, Rosinen und Mandeln geben. Wenn die Äpfel (halb) fertig sind, etwas abkühlen lassen und ebenfalls in das Gefäß geben.

Mit allen Flüssigkeiten aufgießen und gut verschließen. Nun heißt es warten: der Likör muss nun 3 bis 4 Wochen ziehen! Ab und zu das Gefäß schütteln.

Nach den 3 bis 4 Wochen den Likör filtern und in Flaschen abfüllen. 
(Zum Filtern habe ich den Likör zuerst durch ein Sieb gegossen, um die großen Stücke zu entfernen und danach durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um wirklich alle Reste zu entfernen.)

Montag, 25. November 2013

Apfel- Cranberry Tarte

Um euch die kommenden Wochen nicht permanent mit Gequatsche über Weihnachten und entsprechende Rezepte zu überrollen wie ein Panzer, gibt es heut wieder mal was abseits von all dem Oh-mein-Gott-in-einem-Monat-ist-Weihnachten-und-ich-brauche-Geschenke-Stress. Es kommt heute also keine große Gefühlsduselei wie sehr ich Weihnachten mag und wie sehr ich mich schon auf die Weihnachtsmärkte freue. Dafür das nächste Mal dann aber wieder. ;)

Ersatzweise erzähle ich euch aber wie sehr ich Apfelkuchen mag:
Apfelkuchen hätte ich gerne immer zu Hause. Also wirklich immer! 365 Tage im Jahr, und 366 im Schaltjahr! Andere Torten und Kuchen dürfen sich dann gerne dazu gesellen, aber Apfelkuchen sollte fester Bestandteil meiner Küche werden und zum Inventar gehören. Natürlich kann ich nicht permanent Apfelkuchen backen. Aber und zu darf man ja mal und bereits Anfang November habe ich bei Julia Bakes! Pie Pops mit einer Apfel- Cranberry Füllung gesehen.

Na das ist ja mal eine Idee, auf die ich selbst wohl nie gekommen wäre. Ich bin ja immer offen für neue Ideen und stelle mich dann auch gern mal in die Versuchsküche. Kombinieren lässt sich der Apfelkuchen als Alrounder ja wunderbar mit anderen Früchten, sogar mit Nüssen (wenn man mag... ich nicht.) und als ich das mit den Cranberrys gelesen habe, hat es mich sofort unter den Fingern gejuckt mal wieder Apfelkuchen zu machen!

Mein persönliches Herumwerken am Rezept darf keinesfalls fehlen. Mit der amerikanischen Pie Crust kann ich mich nicht so anfreunden, ich halte eisern am Mürbteig fest. Diesmal habe ich ihn allerdings mit braunem Zucker gemacht, stat mit weißem. Ich steh einfach total drauf Mürbteig zu kneten ganz oldschool mit den Händen und dabei die Butter zwischen meinen Fingern kleben bleibt. Jeder hat so seine Passion, oder?

apfel_cranberry (8)

apfel_cranberry (6)

Für den Mürbteig:
(24 cm Form)

- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g brauner Zucker
- 1 Ei
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Muskatnuss

Für die Füllung:

- 4  Boskoop Äpfel
- 80 g getrocknete Cranberrys
- 1/2 TL gemahlene Muskatnuss
- 3 bis 4 EL Rohrzucker

Die Zutaten für den Teig raschen zusammenkneten, bis eine homogene Masse entsteht. Ist der Teig zu feucht, noch Mehl dazu geben - ist er zu trocken, Butter zugeben. 

Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Tarteform fetten und bemehlen. 

Den Teig aus dem Kühlschrank holen und 2/3 davon auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Form damit auskleiden und andrücken. Dabei darauf achten, dass die Ecken gut angedrückt sind. 

Die Äpfel schälen, das Gehäuse entfernen und würfelig schneiden. Mit Cranberrys, Muskatnuss und Zucker mischen und auf dem Teig verteilen.

Das verbliebene Drittel ebenfalls ausrollen und mit Keksausstechern Form ausstechen oder Streifen schneiden und die Tarte damit bedecken. 

Auf mittlerer Schiene etwa 40 bis 45 Minuten goldbraun backen. 

Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.
Freitag, 22. November 2013

Wintertee

Ich bin eine echte Kaffeetante, ehrlich wahr! Mein morgendliches Ritual besteht darin, dass ich Milch aufschäume, diesen Schaum etwa eine Minute stehen lasse (dann wird er nämlich schön fest, kleiner Hinweis am Rande!), dann alles in mein doppelwandinges Lieblingsthermoglas umfülle und einen Espresso darüber laufen lasse. Genossen wird der Kaffee so wie er ist - erst wird der Schaum runtergelöffelt, dann der Kaffee getrunken. Das zelebriere ich regelrecht und nehme mir auch richtig Zeit dafür.

Tja, und dann überrollt mich alle heiligen Zeiten mal so eine Phase, in der ich absolut keinen Kaffee trinken kann, weil es mich bei jedem Schluck so dermaßen schüttelt, als ob ein heftiger Stromschlag durch meinen Körper zischen würde von oben nach unten - in Laufrichtung des Kaffees halt. In Phasen wie diesen verhält es sich übrigens mit dem Schwarztee ebenso...

Leider hab ich genau diese Zeit momentan wieder, es muss also ein anderes Getränk her, für das ich morgens Zeit brauche. Es hat ja auch was meditatives an sich, wenn man mit nur halb geöffneten Augen Handgriffe tätigt, die einem so vertraut sind und langsam dabei wach wird. Ihr wisst ja wie das so ist... "Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!". Von wem dieser schlaue Satz ist, weiß ich nicht, ist aber in jedem Fall eine gute Ausrede Entschuldigung für alle, die an chronischer Übellaune am Morgen leiden, haha!

Vor einigen Jahren hab ich Rooibostee für mich entdeckt. Nachdem ich ein paar geschmackliche Startschwierigkeiten damit hatte, habe ich ihn als gute Alternative für Schwarztee entdeckt. Und nur so nebenbei, Rooibostee ist auch ein echtes Multitalent. Denn neben einer beruhigenden Wirkung, sagt man ihm noch ein paar andere Superkräfte nach: Menschen, die ohnehin schwer mit dem Magen zu kämpfen haben und Fenchel nicht ausstehen können, sollten ab und an mal eine Tasse Rooibos trinken. Am interessantesten finde ich allerdings, dass der Tee angeblich gegen Alterserscheinungen helfen soll - quasi ein natürliches Anti Aging Mittel. Vielleicht sollte ich einen Langzeitselbstversuch starten und in ein paar Jahren Ergebnisse veröffentlichen, ob sich die ersten Krähenfüße in meinem Gesicht später zeigen als erwartet....

Nachdem ja jetzt schon der Winter bei uns einkehrt, kann man Rooibos ganz wunderbar verfeinern-Schrägstrich-ergänzen mit den typischen Wintergewürzen: Zimt, Nelken, Ingwer, Orangen, Sternanis.
Zimt und Ingwer wärmen, Orange gibt dem Tee eine fruchtige Note, Sternanis und Nelken spenden die nötige Würze.

wintertee (1)

Mit so einer feinen Tasse Tee kann man sich schon mal auf die Couch verziehen, sich eine Decke nehmen, den schnulzigsten aller Schnulzenfilme einlegen, sich die Finger an der Tasse wärmen und genüsslich schlürfen (ja, ist diesmal erlaubt, hihi).

wintertee (2)

wintertee (4)

Für mehrere Tassen Tee:

- 3 EL Rooibostee
- 6 Zimtstangen
- 12 Nelkenstifte
- 6 Sternanis, ganz
- 100 g Ingwer, getrocknet
- 3 bis 4 EL Orangenschalen, getrocknet

Zimtstangen, Nelkenstifte und Sternanis grob zerkleinern. (Ich habe alles mit meinem Nudelholz klein gemacht.) Den Ingwer grob hacken.

Sämtliche Zutaten zusammen mischen und in einer Dose luftdicht verpackt aufbewahren.

Für eine Tasse Tee braucht man 2 großzügige Esslöffel von der Teemischung. Die Ziehzeit beträgt 8 Minuten.

Dienstag, 19. November 2013

Mürbteigkekse - oder der Weihnachtswahn bricht aus bei mir

Jetzt ist es amtlich! Ich gebe mich ab heute nun offiziell dem Weihnachtswahn hin, und zwar mit allem was dazu gehört: Kekse backen, dekorieren, Weihnachtslieder hören (ja, auch das!), mich nur noch von Keksen ernähren, ein paar Kilos zunehmen (über die ich mich im Frühling beklagen werde) und ständig irgendjemanden mit irgendwelchen Geschenken aus der Küche zwangsbeglücken.

Die Weihnachtsmärkte öffnen demnächst ihre Pforten und ich mit Sicherheit eine der ersten Besucherinnen. Ich liebe es auf Weihnachtsmärkte zu gehen, dabei Glühwein zu trinken, der Wärme von innen spendet, den Geruch von gebrannten Mandeln nicht nur durch Nase, sondern auch durch sämtliche Poren aufzusaugen. Ich mag die riiiiiiiieeeeesigen Christbäume im Zentrum der Weihnachtsmärkte, die eigentlich schon aus weiter Entfernung zu erkennen sind und den Weihnachtsmarkt als solchen identifizieren.

Der Kauf von einem wilden Durcheinander bestehend aus Zuckerwatte, Ofenkartoffel, Glühwein oder Punsch, Maroni, und anderen imbissbudenhaften Köstlichkeiten, die sonst das ganze Jahr über auf der Ernährungsliste ganz unten stehen, ist dabei obligatorisch.

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Ein weiteres Fixum jedes Jahr und somit auf meiner Back-to-do-Liste, sind Mürbteigkekse. Sie sind einfach zu machen, gehören zu den absoluten Klassikern, sind ein Evergreen und sehr variabel, wenn es um Aromen geht. Verfeinert im Winter mit Zimt und im Sommer mit Orangenschale, kann man diese Kekse an jede Jahreszeit anpassen.

Dieses Jahr kommen sie als Doppeldecker daher. Zwetschkenmarmelade zwischen zwei Keksen und verziert mit Eiweißspritzglasur, auch weitgehend bekannt als Royal Icing. Ich bleibe allerdings lieber bei dem Begriff Eiweißspritzglasur. Warum soll ich einer Sache, die schon seit Urgroßmutters Zeiten funktioniert einen neuen Namen geben?

Aufbewahrt in einer Dose, muss ich mich doch sehr beherrschen nicht in regelmäßigen Abständen in Richtung Küche zu schleichen und heimlich immer einen Schneemann, eine Christbaumkugel, einen Lebkuchenmann oder einen Christbaum zu stibitzen... oder zwei... oder drei.... Die Versuchung ist groß, und wenn ich will, dass die Keksdose mitsamt dem Inhalt den ersten Advent übersteht, dann verstecke ich sie am besten vor mir selber!

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mürbteigkekse (5)

mürbteigkekse (3)

Für den 3-2-1 Mürbteig:

- 300 g Mehl
- 200 g weiche Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 TL Zimt
- 1 TL Backpulver

Außerdem:

- Marmelade 
(Geschmack beliebig)

Für die Spritzglasur:

- 1 Eiweiß
- 250 g Staubzucker
- evt. Lebensmittelnfarbe

Aus allen Zutaten rasch einen geschmeidigen, homogenen Teig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und etwa eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Arbeitsfläche etwas bemehlen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und etwa 4 mm dick ausrollen. Mit Ausstechern Kese ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und auf mittlerer Schiene 10 bis 12 Minuten goldbraun backen.

Zwischen zwei (jeweils zusammenpassende) Kekse etwas Marmelade streichen und zusammensetzen.

Für die Eiweißspritzglasur das Eiweiß anschlagen. In das halbflüssige Eiweiß den Staubzucker einrieseln lassen und solange schlagen bis eine cremige Masse entsteht.
Einen Teil davon abnehmen und mit Lebensmittelfarbe* einfärben (ich habe die Spritzglasur in 5 Teile geteilt, rot, grün, orange und braun, den letzten Teil habe ich weiß gelassen). Die Menge, die gerade nicht benötigt wird, sollte immer mit einem Tuch abgedeckt werden, da die Glasur sehr schnell fest wird und dann nicht mehr zu verarbeiten ist.

* Ich habe Gelfarben von Sugar Flair und Wilton verwendet.