Sonntag, 26. Mai 2013

Himbeer-Mohn-Torte

Ein weiteres unschlagbares Geschmacksduo, das einfach zusammengehört: Himbeere und Mohn! Der leicht nussige Geschmack des Mohns in Verbindung mit der leicht säuerlich-fruchtigen Note der Himbeeren sind einfach nur ein Traum!

Allerdings sollte man sich vorher gut überlegen, wem und wann man Gerichte mit Mohn vor die Nase setzt. Dem Chef vor einer wichtigen Besprechung ein Stück Mohntorte geben --> schlechte Idee. Die Nachbarin zum Kaffeeklatsch einladen und gemeinsam schlemmen --> gute Idee.

Inspiriert wurde ich von einem Rezept aus dem Buch Tortenglück. Da ist ein Rezept zu finden für eine Brombeer-Mohn-Torte auf einem Streuselboden. Rezept erstmal ganz lesen und dann entscheiden, dachte ich. Gut, Streuselboden kann man tauschen durch einen gebackenen Boden und die Brombeeren kann man auch tauschen.... super! Und dann... Marzipan als Zutat! *irks* Leider esse ich so absolut gar kein Marzipan. Hach, also den gesamten Plan umwerfen! Aber zumindest wusste ich in welche Richtung ich will... Ich war mir nur nicht klar wie viele Zutaten ich in etwa brauchen würde für eine Frischkäsecrème.

Interessanterweise wurde ich auf der Sat.1-Seite fündig. Ausgezeichnet, ich habe einen Richtwert und kann loslegen! [Die Mengenangabe bezieht sich allerdings auf eine 26 cm-Springform]
Gebacken habe ich letzten Endes einen Butterbisquit und einfach ein bisschen Mohn drunter gemischt. Die Crème besteht hauptsächlich aus Frischkäse und etwas Joghurt.

Himbeer-Mohn-Torte

Himbeer-Mohn-Torte4

Für den Butterbisquit:
(18 cm Springform)

- 2 Eier
- 3 EL Milch
- 50 g Butter
- 20 g Mohn
- 60 g Mehl
- 75 g Zucker
- etwas Backpulver

Für die Crème:

- 350 g Frischkäse
- 200 g Naturjoghurt
- 50 g Zucker
- 65 g Mohn
- 3 Blatt Gelatine

Außerdem:

- 5 bis 6 EL Himbeermarmelade
- 400 g Himbeeren
(ich habe 250 g frische und 150 g TK- Himbeeren genommen)
- 70 g Gelierzucker

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Springform einfetten und bemehlen.

Mehl, Mohn und Backpulver abmessen, etwas durchmischen und beiseite stellen.
Butter schmelzen.

In einer Schüssel Eier, Milch und Zucker mit dem Handmixer schaumig schlagen. Die Butter einrühren und kurz durchmischen, danach das Mehlgemisch unterheben.

Etwa 25 Minuten backen - Stäbchenprobe!
Den Boden vollständig auskühlen lassen und danach einmal durchschneiden.
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Die Himbeeren waschen und etwa 250 g für die Torte beiseite stellen, 150 g aufkochen, passieren und nach Bedarf durch ein Sieb streichen. [Ich mag die Kerne nicht so und investiere daher immer nochmal ein paar Minuten.]

Für die Crème die Gelatine in etwas Wasser einweichen. Frischkäse, Joghurt, Zucker und Mohn cremig schlagen.

Die Gelatine unter rühren erwärmen, bis sie sich aufgelöst hat, zur Frischkäsemasse geben und alles gut verrühren.

Die passierten Himbeeren nun kurz mit dem Gelierzucker aufkochen, so etwa 1-2 Minuten. Es soll eine dicke Sauce entstehen und keine fertige Marmelade.

Um den ersten Boden einen Tortenring setzen, mit 2-3 El Himbeermarmelade bestreichen und frische Himbeeren darauf setzen, bis alles bedeckt ist. Vorsichtig die Frischkäsemasse darauf verteilen. 
Nach Belieben die Unterseite des zweiten Bodens auch noch mit 2-3 EL Himbeermarmelade bestreichen und auf die Frischkäsemasse setzen. Die Himbeersauce darauf verteilen und die Torte in den Kühlschrank stellen für mindestens 4 Stunden.

[Wahlweise die Himbeersauce erst kurz vor dem Servieren kochen und so darüber verteilen, dass sie am Rand runterläuft.]

Die übrigen Himbeeren als Garnitur auf die Torte setzen und eventuell noch mit1 TL Zucker und 1 TL Mohn bestreuen.
Zähne putzen danach nicht vergessen! ;)
Freitag, 24. Mai 2013

Kinderschokolade-Cookies

Cookies mag ich deshalb so gerne, weil sie ein perfekter Happen für zwischendurch und/oder unterwegs, ein tolles Mitbringsel, ein wunderbares Giveaway und einfach schnell gemacht sind.

Zutaten kann man beliebig ergänzen, tauschen, weglassen.... in meinem Fall habe ich stinknormale Schokolade durch Kinderschokolade ersetzt. Jetzt mal ehrlich: wer mag diese Riegel mit der Milchcremefüllung nicht? Was einst ein ständiger Begleiter unserer Kindheit war (auch wenn das Gesicht auf der Verpackung mittlerweile ein anderes ist), kommt heute in meine Cookies.

Kinderschoki-Cookie2

Kinderschoki-Cookie

Für die Cookies:

- 12 Kinderschokoladeriegel (aber die großen, gell)
- 2 Eier
- 450 g Mehl
- 250 g Butter
- je 175 g weißer und brauner Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker, etwas Salz, etwas Backpulver

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Schokoriegel klein hacken. Mehl abmessen und beiseite stellen.

Butter, Zucker, Salz und Vanillezucker mit dem Handmixer schaumig schlagen. Nacheinander die Eier einrühren.

Mehl und Backpulver unterrühren und etwa 2/3 der Schokostücke unterheben.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einem Esslöffel Teigpatzen setzen (Bei mir gehen sich etwa 9 Häufchen pro Blech aus) und leicht flach drücken. Mit den übrigen Schokostückchen bestreuen und 12-15 Minuten backen.

Am liebsten esse ich die Cookies mit einem Glas Milch oder Kakao zum Eintunken. *yummy*
Montag, 20. Mai 2013

Kirsch-Cookies Cupcakes

Erinnert ihr euch noch an den Kirsch-Mascarpone Cheesecake? Es gibt Lebensmittel, die sind in Kombination, wie z.B. Bananen und Heidelbeeren, Erdbeeren und Raffaello, Kirschen und Cookies, einfach SO ein Knüller, dass man sie fast gar nicht mehr irgendwie anders kombinieren möchte.

In der Maiausgabe vom frischgekocht Magazin finden sich auf einer Doppelseite jeweils 5 Saucen und 5 Füllungen, um Torten & Co. zu pimpen. Ich hole mir dieses Magazin gerne, schneide die für mich interessanten Rezepte raus, ordne sie ganz ordentlich in meine Rezeptemappe ein und dort fristen sie dann ihr Dasein in der Hoffnung, dass sie früher oder später mal zum Einsatz kommen.

Wie gesagt, in der aktuellen Ausgabe finden sich verschiedene Füllungen. Eine davon (gleich die erste) ist eine Mascarpone-Cookie-Crème. Toll, dachte ich mir, da brauch ich nicht viele Zutaten und schnell angerührt ist das alles auch noch. Alles klar, das wird gemacht! Nur die Crème alleine war mir aber zu langweilig, also habe ich überlegt was gut dazu passt. Und da kamen mir sofort Kirschen in den Sinn, weil ich ja finde, dass die beiden das ultimative Duo sind! Weil es aber schon letztens gleich zwei Torten hintereinander gab, wollte ich nicht schon wieder eine machen... Egal, dachte ich, mache ich eben Cupcakes....

Jetzt bin ich also schon so dreist und tollkühn und verwende nicht nur ein Frosting als Tortenfüllung, sondern auch schon eine Tortenfüllung als Frosting. Es gibt eben Dinge, die sind universell einsetzbar und lassen sich locker und leicht zweckentfremden ;).

Am Ende kamen also Kirsch-Cookies Cupcakes raus - die Kirschen sind im Teig, die Cookies in der Créme-Schrägstrich-Frosting.
[Bitte verzeiht das chronisch ungebügelte weiße Tuch! Vielleicht sollte ich das zu meinem persönlichen Markenzeichen entwickeln *lach*]

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Für die Cupcakes (12 Stück):

- 2 Eier
- 150 g Zucker
- 120 g Butter
- 175 g Mehl
- 120 ml Milch
- 2 TL Backpulver, eine Prise Salz
- 1 Pck. Bourbon Vanillezucker
- eine handvoll Kirschen (aus dem Glas oder frische und entsteinte)

Ein Muffinblech vorbereiten - also entweder mit Papierförmchen auskleiden (was einfacher ist und danach weniger Dreck macht) oder einbuttern und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. 

Vielleicht habe ich es schon mal erwähnt, ich weiß es grade nicht, aber ich backe immer mit Ober- und Unterhitze.

Butter schmelzen und beiseite stellen. Mehl abwiegen, mit Backpulver und Salz mischen und ebenfalls beiseite stellen.

Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Butter dazugeben und gut verrühren. Mehl untermischen und nur kurz verrühren. Am Schluss die Milch hinzugeben.

Den Teig zu 2/3 in die Förmchen füllen, jeweils 2 (oder 3) Kirschen draufgeben und etwa 25 Minuten backen. Stäbchenprobe!

Nach dem Backen die Cupcakes vom Blech nehmen und vollständig auskühlen lassen.
[Diese Vanillecupcakes verwende ich als Standardrezept und sind in diesem Buch zu finden.]

Für das Frosting:

- 250 g Mascarpone
- 200 ml Schlagobers
- 1 Pck. Bourbon Vanillezucker
- 50 g Zucker (nach Geschmack auch etwas mehr)
- 100 g Cookies mit Schokostücken
(laut Rezept sind es nur 50 g, aber mir persönlich war das viel zu wenig,
also habe ich die doppelte Menge genommen und es war gut so!)

Laut Rezept werden die Cookies nur gehackt, ich habe sie allerdings (um sie nachher leichter auftragen zu können) zu Brösel verarbeitet. Das geht im Standmixer leicht, wer keinen hat, gibt sie in einen Gefrierbeutel und klopft sie wie Thor mit dem Hammer (in diesem Fall ein Fleischhammer) zu Brösel.

Schlagobers steif schlagen.

Mascarpone mit Zucker und Vanillezucker kurz mit dem Handmixer cremig rühren, danach die Cookiesbrösel untermischen. Mit einem Schneebesen Schlagobers unterziehen.
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Anfangs war ich skeptisch, denn die Masse ist sehr weich. Sie lässt sich zwar gut auftragen, aber ich hatte leichte Panik, dass mir alles runterrutscht. Die Sorge war völlig unbegründet, also bloß nicht entmutigen lassen.

Das Frosting die Crème in einen Spritzbeutel füllen und Swirls auf die Cupcakes auftragen - ich habe eine Sterntülle mit 16 mm verwendet.

Für die Dekoration habe ich je eine Kirsche draufgesetzt und 4 Cookies in Stücke geschnitten und ebenfalls daneben draufgesetzt. Wer es noch schokoladiger will, bestreut die Cupcakes noch mit Schokostreusel.

Fazit: Die einzelnen Zutaten harmonisieren meiner Meinung nach so gut miteinander, dass ich mir selbst wieder den Beweis geliefert habe, dass Kirschen und Cookies ein untrennbares Team sind.
Sonntag, 12. Mai 2013

Erdbeer-Raffaello-Torte

Ich habe doch schon mal erwähnt, dass ich nicht unbedingt der allergrößte Fan von Nüssen bin, und dass es nur wenige Ausnahmen gibt. Nun, Raffaellos gehören für mich zu diesen Ausnahmen. Meine kleine bunte Zuckerwelt würde jetzt nicht grade untergehen, wenn die Mandel in der Mitte fehlt, aber ich esse Raffaello so gerne, da stört mich die Mandel nicht :).

Auf der Suche nach Inspiration bin ich letztlich bei Christina's Catchy Cakes fündig geworden - einer von vielen Blogs, die ich schon länger verfolge. In der Rezeptliste fand ich dann das Rezept für die heutige Torte und war gleich so Feuer und Flamme dafür, dass es für mich nur diese eine Möglichkeit gab - ausnahmslos! Ein paar Dinge habe ich aber abgewandelt und so ist die Torte am Ende doch ein wenig anders geworden als das Original.

Zunächst habe ich einen anderen Teig gebacken, denn ich wollte den Kokosgeschmack intensivieren und habe daher einen Kokoskuchen gebacken, den ich irgendwann im Jahre Schnee mal hier gefunden habe. Die Kokosfans unter euch kennen diesen Kuchen vielleicht, denn ich habe so den Eindruck, dass das Rezept schon sehr bekannt ist. Frage ich jemanden nach einem guten Rezept für einen Kokoskuchen, bekomme ich meistens dieses Rezept vor die Nase gesetzt. Allerdings habe ich auch dieses Rezept (für mich) optimiert und etwa die doppelte Menge Kokosmilch genommen.
Als Dekoration habe ich zwar keine Raffaellos verwendet, dafür gab es aber eine Extraportion Erdbeeren - wenn schon, denn schon!

erdbeer-raffaello-torte erdbeer-raffaello-torte3

Für den Kokoskuchen (18 cm Springform):
(Achtung: Menge auf 2 Eier runtergerechnet!)
- 2 Eier
- 80 g weiche Butter
- 80 g Staubzucker
- 60 g Kokosraspel
- 140 g Mehl
- 60 ml Kokosmilch (laut Rezept, ich habe - wie gesagt - die doppelte Menge, also 120 ml genommen)
-  2 TL Backpulver, eine Prise Salz
- etwas Erdbeermarmelade

Eine Springform einfetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mehl, Kokosraspel und Backpulver in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.

Butter, Salz und Zucker schaumig schlagen. Nacheinander die Eier einrühren und weiter schaumig rühren. Nun die Kokosmilch und danach das Mehlgemisch untermischen.

Den Teig etwa 35 Minuten backen. Wie immer: Stäbchenprobe machen!
Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Den Kuchen zweimal durchschneiden und den mittleren Boden beidseitig mit Marmelade bestreichen. (Besser erst beim Zusammensetzen bestreichen, da es sonst eine ziemliche Patzerei wird.)
[Es ist übrigens ratsam den Kuchen einen Tag vor der Verwendung zu backen. Kann man, muss man aber nicht.]
Für die Füllung:

- 10 (oder 12, je nach Geschmack) gehackte Raffaellos
- 100 g weiche Butter
- 100 g Staubzucker
- 130 g Frischkäse
- etwa 200 g Erdbeeren

Die Erdbeeren waschen, würfeln und beiseite stellen.

Die Raffaellos zu Kleinholz verarbeiten. Kühlt man sie vorher gut durch im Kühlschrank, hat man nachher weniger Schweinerei, weil das Innere fest geworden ist.

Butter, Zucker und die gehackten Raffaellos schaumig schlagen und den Frischkäse esslöffelweise unterheben, bis sich alles miteinander verbunden hat.

Einen Tortenring um den ersten Tortenboden legen, mit etwa einem Drittel der Crème bestreichen die Hälfte der gewürfelten Erdbeeren darauf verteilen, den zweiten (mit Marmelade bestrichenen) Tortenboden darauf legen. Mit einem weiteren Drittel den Boden bestreichen und die zweite Hälfte der Erdbeeren darauf verteilen. Den dritten Boden auflegen, den Tortenring abnehmen, die Torte außen mit der restlichen Crème bestreichen und einkühlen.
Für die Dekoration:

- was immer ihr wollt
- so viel ihr wollt

Für die Dekoration habe ich die Torte überall mit Kokosraspel bestreut und  oben drauf alles mit Erdbeeren zupflastert. Abgewogen hab ich sie nicht, ich habe so viele genommen, dass alles abgedeckt war. Für den "Kleister" habe ich ein paar Erdbeeren püriert, mit etwas Zucker aufgekocht, die Erdbeeren einzeln durch die Sauce gezogen und draufgesetzt. (Die Zwischenräume können mit der übrigen Sauce beträufelt werden.) Bis zur weiteren Verwendung wieder einkühlen.

Dekoration ist aber Geschmackssache und bleibt ja jedem selbst überlassen... also tobt euch aus :).
Es gibt beim Essen von Torten zwei Gruppen von Menschen: die Bodenliebhaber und die Cremèliebhaber. In diesem Fall ist das Boden-Crème-Verhältnis aber ausgeglichen und perfekt, sodass beide Seiten glücklich und schmatzend die Teller ablecken werden ;).

Ich habe jedenfalls einen neuen Favoriten gefunden für eine wunderbare Sommertorte!
Samstag, 11. Mai 2013

Heidelbeercrèmetorte mit weißer Schokocrème (und Schönheitsfehler)

Wer auf perfekt gestylte Torten steht, wird mit mir heute keine Freude haben. Warum muss eine Torte außen mit Crème immer akurat sauber bestrichen sein? ungleichmäßig aufgetragen sieht die Torte vielleicht für manche unsauber aus, ich verwende da aber lieber den Ausdruck "rustikal".

Gebacken habe ich einen neutralen Butterbisquit und für die Crème habe ich - und jetzt bitte nicht steinigen - Frostings für Cupcakes verwendet. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass viele (nicht alle, aber viele) Cupcakefrostings durchaus auch als Tortencrème geeignet sind.

In diesem Fall habe ich das Heidelbeerfrosting als Füllung verwendet (allerdings etwas weniger) und ein Frosting aus weißer Schokolade und Frischkäse für außen.
Bevor ich nun aber alles näher erläutere, hier noch ein zwei wichtige Dinge für all jene, die gerade hart um ihre Bikinifigur kämpfen:
  • dieses Teil ist so voll mit den bekannten kleinen Tierchen, die nachts unsere Kleidung enger nähen (auch bekannt als Kalorien)
  • Maß und Ziel, meine lieben Genußfreunde, lautet hier die Devise, denn riesengroße Kuchenstücke sind keiner Figur besonders zuträglich
Um aber zumindest den Anschein zu wahren doch noch die einen oder anderen Vitamine zu konsumieren, habe ich mich entschlossen ein "Meer" aus Heidelbeeren als Dekoration zu machen und auf weiteren Schnickschnack verzichtet - wegen der rustikalen Note ;)

Heidelbeertorte3

Heidelbeertorte

Für eine Springform mit einem Durchmesser von 18 cm braucht ihr folgende Zutaten:
Für den Bisquit:

- 3 Eier
- 3 EL Milch
- 100 g Mehl
- 75 g Staubzucker
- 50 g Butter
- eine Prise Salz, etwas Backpulver, Vanillezucker (nach Belieben)

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform einfetten und bemehlen.

Mehl und Backpulver abmessen und beiseite stellen. Die Butter schmelzen in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad.

Eier, Milch, Salz und Zucker schaumig schlagen. Die Eier zu trennen ist in diesem Fall nicht nötig.
Das Mehl mit dem Backpulver unterheben, am Schluß die Butter untermischen.

Den Teig in die Form füllen und etwa 20-25 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!
Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Für das Heidelbeerfrosting die Heidelbeercrème:

- 100 g Topfen
- 200 g Mascarpone
- 90 g Heidelbeermarmelade (mind. 45& Fruchtgehalt)
- 3-4 EL Staubzucker zum Nachsüßen (nach Belieben)

Die Heidelbeermarmelade evt. pürieren, falls zu große Stücke drin sind.

Die Marmelade gemeinsam mit den übrigen Zutaten mit dem Handmixer nur so lange mixen, bis alle Zutaten zusammengekommen sind.

Das Geheimnis ist (und das gilt für ALLE Frostings) wirklich nur kurz zu rühren. Ihr riskiert sonst die Standfestigkeit eures Frostings!

Für das weiße Schokofrosting die weiße Schokocrème:

- 170 g Frischkäse
- 170 g weiße Schokolade
- 30 g weiche Butter

Die weiße Schokolade schmelzen und abkühlen lassen.

Die weiche Butter mit dem Frischkäse kurz aufschlagen, die Schokolade unterheben und alles auf höchster Stufe nur kurz verrühren, bis alles zusammengekommen ist.

Gefunden habe ich das Rezept bei Katharina Saheicha in Cupcakes.
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Den Tortenboden zwei mal durchschneiden. Einen Tortenring um den Tortenboden legen, die Hälfte der Heidelbeercrème auf dem ersten Boden verteilen, den zweiten drauf setzen und die andere Hälfte der Crème darauf verstreichen und den letzten Tortenboden darauf legen.

Die Torte mit weißer Schokocrème rundherum bestreichen und nach Lust, Laune und Fantasie dekorieren.
Für die "Heidelbeerdecke" habe ich etwa 150 g Heidelbeeren benötigt.

Zu guter Letzt noch der Schönheitsfehler:
Ich habe den Fehler gemacht und die Schokocrème zuerst angerührt und danach erst die Heidelbeercrème. Das hatte natürlich zur Folge, dass ich diese zunächst beseite gestellt (in den Kühlschrank, um genauer zu sein) und die Torte erst mit der Heidelbeercrème gefüllt und etwa eine Stunde gekühlt habe.

In der Zwischenzeit wurde die Schokocrème natürlich fest, ließ sich dann nur mehr schwer aufschlagen und wirkte etwas "grieselig". Nun hatte ich nicht mehr genug  Zutaten zu Hause, um eine neue Crème zu machen und außerdem... dem Geschmack hat es keinen Abbruch getan, also rauf damit, sieht es halt noch rustikaler aus!
Freitag, 3. Mai 2013

Zimtschnecken

Nach dem Keksdebakel brauchte ich ein Erfolgserlebnis. Es musste etwas her, das mir schmeckt, das gelingsicher ist und außerdem wollte ich etwas auf den Frühstückstisch zaubern. Für mich war klar: es musste was mit Hefe her!

Nun sind Hefe und ich nicht grade die dicksten Freunde. Die ersten zaghaften Annäherungsversuche haben dazu geführt, dass meine Backwaren eher steinharten Wurfgeschossen aus Mehl geähnelt haben. Nur langsam von Versuch zu Versuch haben sich die Teigzustände von steinhart in flaumig weich gebessert. Mittlerweile habe ich den Dreh ganz gut raus und ich traue mir zu Hefeteige zuzubereiten ohne dabei zittern zu müssen wie Espenlaub. Es gibt nur eine Sache, mit der ich gar nicht klar komme: Trockenhefe. Alles was ich mit Trockenhefe beginne, geht schief und ist wieder wurfgeschossähnlich. Ich bleibe lieber bei der frischen Hefe.

Als ich nun beschloss etwas mit Hefe zu machen, kamen mir sofort die Zimtschnecken aus dem Hause Barcomi in den Sinn (Schon wieder was von ihr?? Ja!!). Ich habe dieses Buch im Jahr 2009 zum Geburtstag bekommen. Das erste Rezept, das ich aufschlug, war genau dieses. Ich sah das Foto von den flaumigen, mit Zuckerguss überzogenen Zimtschnecken und dachte mir, DIE musst du mal backen! Dann las ich die genauen Zutaten und ich staunte nicht schlecht darüber. Kartoffelpüree im Teig??, dachte ich mir, na die Frau wird schon wissen was sie tut...

Gute 4 Jahre später weiß ich, dass dieses Rezept gelingsicher (zumindest für mich) und einfach nur herrlich ist! Es braucht lediglich Zeit... Diesen Teig mag ich auch deswegen so gern, weil er nicht so süß ist. Die Süße kommt vom Zuckerguss.

Zimtschnecke1

zimtschnecke3zimtschnecke4

Folgende Zutaten werden geknetet und nach einer gewissen Wartezeit ausgerollt:

- 650 g Mehl
- 35 g Zucker
- 3/4 TL Salz
- 40 g Rosinen (optional)
- 21 g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe

weiters:

- 125 ml Kartoffelpüree
- 60 g weiche Butter
- 1 großes Ei
- 125 ml Buttermilch (Zimmertemperatur)
- 125 ml Milch (Zimmertemperatur)

Für die Füllung:

- 2 EL Zuckerrübensirup (hat man keinen, ist es auch kein Drama)
- 60 g Butter
- 1 EL Zimt
- 4 EL Zucker (ich nehme gerne 2 EL braunen Zucker und 2 EL Kristallzucker)

Für die Glasur:

- 2 EL Milch (ich brauche meist einen dritten EL)
- 70 g Staubzucker

Für den Teig etwa 125 g Kartoffeln weich kochen, abgießen und mit einer Gabel zerdrücken, bis ein glatter Brei entstanden ist. Solange der Brei noch warm ist, die weiche Butter hinzufügen. Eier, beide Milchsorten und die Hefe einrühren und gut vermischen. Die Zutaten sollten schon Zimmertemperatur haben! Trockenhefe kann gleich eingerührt werden, frische Hefe muss vorher in einem Schlückchen Wasser aufgelöst werdenund kommt dann erst zu der Masse.

Eine (große) Schüssel einbuttern. Mehl, Zucker, Salz (und evt. Rosinen) in einer Schüssel mischen und die Kartoffelmasse dazugeben. Mit den Knethaken des Handmixers alles gut verrühren, nur leider kann ich meine Knethaken nicht mehr finden aber ich schwöre dabei auf die Kraft meiner eigenen Hände und auf viel Fingerspitzengefühl *hüstel*.

Den Teig nun weiters auf der Arbeitsfläche etwa 5 Minuten kräftig durchkneten, bis er glatt und elastisch ist, in die eingebutterte Schüssel legen, mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen, bis er sich sichtlich verdoppelt hat. Nun gibt es ja verschiedene Möglichkeiten seinem Hefeteig Ruhe, Wärme und Entspannung zu gönnen. Es gibt drei Dinge auf der Welt, die Hefe gar nicht mag, und zwar: zu viel Hitze, Temperaturschwankungen und Zugluft! 

Klar, wir sitzen ja auch alle gern mal in der Sauna und da brauchen wir es auch nicht, dass da alle 2 Sekunden jemand rein oder raus geht und somit ständig die Türe offen ist. Man liest ja öfters von Leuten, die glückliche Hausbesitzer sind und einen eigenen Heizungsraum haben, wo sich der Hefeteig pudelwohl fühlt und vor lauter Freude fast schon aus der Schüssel quillt. Zu diesem auserwählten Kreis der glücklichen Hausbesitzer gehöre ich nicht. Alternative: das Bett. Und jetzt mal Hand aufs Herz: wer kuschelt sich nicht gern in ein warmes Bett? Ja, an dieser Stelle dürft ihr alle mal kurz lachen, aber es hat sich (bei mir) durchaus bewährt die Schüssel mit dem Teig ins Bett zu stellen, mit einer Decke zu umwickeln, Schlafzimmertüre zu und zu warten...

Für die Füllung Zimt und Zucker mischen und beiseite stellen. Die Butter mit dem Sirup schmelzen. Eine Springform (26cm) oder 12 einzelne Förmchen einbuttern. Dazu aber später mehr.

Nach der Gehzeit den Teig unsanft aus dem Schönheitsschlaf wecken und ihm gleich mal direkt fest eine reinhauen (ja genau, einfach mal kurz reinboxen) und auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Etwa 2 cm dick ausrollen, sodass ein Rechteck von etwa 30x35 cm entsteht.

Nun die Butter (mit oder ohne Sirup) auftragen und die Zimt-Zucker-Mischung großzügig darüber verteilen.
Den Teig vom nächstgelegenen Ende her gleichmäßig wie einen Perserteppich aufrollen und 3-4 cm dicke Scheiben abschneiden. Je nachdem wie man seine Schnecken backen will, in die Form setzen. So, laut Buch werden die Schnecken in eine Springform gesetzt, was aber eine ziemliche Quetschpartie wird. Der Platz reicht grade mal so mit viel drücken und schieben und quetschen aus, um alle Scheiben unterzubringen. Nach dem Backen sollen sie dann so geschnitten werden, dass die Ursprungsform der Zimtschnecken beibehalten wird. Ich backe meine Schnecken also lieber einzeln in Förmchen, denn dann brauche ich gar kein Messer.

Da ich so kleine Backförmchen nicht besitze, aber genug Dessertringe habe, ist das für mich die ideale Lösung. Natürlich können die Schnecken auch gemeinsam in eine Kastenform oder Auflaufform gelegt werden, aber da wäre dann wieder das Problem mit dem Schneiden.

Zurück zum Rezept... also... nachdem die Scheiben nun ihren Platz in welchen Backformen auch immer gefunden haben, nochmal eine halbe Stunde gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Zimtschnecken etwa 30 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis sie goldbraun sind. Nach dem Backen 10 Minuten Ruhe gönnen und aus der Backform, bzw. aus den Förmchen nehmen.

Für die Glasur 2 (oder auch 3) EL Milch und 70 g Staubzucker verrühren und die Zimtschnecken damit beträufeln.

Diese Dinger so so herrlich weich und flaumig, dass man sich am liebsten daraus ein Bett basteln und reinlegen möchte. Der Teig ist (wie ich bereits erwähnt habe) nicht so süß. Wer es wirklich süß haben mag, gibt einfach mehr Glasur drauf.

Frisch schmecken sie natürlich am allerbesten, eh klar, aber selbst wenn sie am Vorabend zubereitet werden, sind sie in der Früh noch ein kleines Stückchen Himmel...