Donnerstag, 31. Oktober 2013

Maronibrownies

Der Wecker klingelt, man drückt den nervenden Ton ab und dreht sich nochmal um. Eine halbe Stunde später blickt man mit bloß einem halb geöffnet Aug auf die Uhr und stellt mit großem Entsetzen fest "Oh nein! Verschlafen!". Hastig stolpert man aus dem Bett, springt regelrecht in die nächstbeste Wäsche, die so rumliegt und verlässt ohne Frühstück, ohne Kaffee und nur mit halb gepackter Tasche das Haus und läuft zum Bus. Gerade noch rechtzeitig kommt man völlig abgehetzt in der Arbeit an und fällt erstmal schwer wie ein Stein in den Sessel. Ein Kaffee muss her! Sofort! Sonst überlebt man den Vormittag nicht. Also huscht man schnell mal in die Küche, von der Kaffeemaschine fühlt man sich angezogen wie von einem Magneten. Das schwarze Gold ist rasch gespendet und man hat Kraft, um zumindest den Vormittag irgendwie über die Runden zu bringen. Zurück am Arbeitsplatz knallt man erstmal mit dem Knie gegen die Tischplatte, weil man sich zu hastig setzen will. Zeit, um Schmerz zu empfinden - und mal kurz die Kollegin anzujammern-  hat man allerdings nicht, weil schon die ersten Leute irgendetwas wollen. Man verspricht sich natürlich und selbstverständlich und klarerweise sofort darum zu kümmern, weil ja jeder die Nummer 1 hier ist, aber insgeheim weiß man, das wird später erledigt.

Dann kommt endlich das lang ersehnte Mittagessen. Mit einem riesigen Krater (es ist mittlerweile kein Loch mehr) in der Magengegend und einem Magenknurren, als ob zwei Raubkatzen miteinander kämpfen würden, gönnt man sich seit Ewigkeiten mal wie ein Gulasch mit Nockerl dazu. Hat man ja schon lange nicht mehr gegessen, aber die Lust darauf ist heute so groß, dass man seinem Verlangen danach bereitwillig nachgibt. Natürlich passiert der Klassiker: ein riesengroßer Gulaschfleck mitten auf der weißen Bluse. Warum versaut man seine Kleidung immer nur dann, wenn man weiß trägt? Egal, die Waschmittelindustrie wird schon irgendeine Chemiebombe haben gegen diese Art von Fleck. Nach dem Essen, weil man es so gewohnt ist, bestellt man noch einen Kaffee. Als die Kellnerin ihn freundlich serviert, stellt man fest... der Kaffee ist kalt! Kalter Kaffee macht zwar bekanntlich schön, aber das interessiert in dem Moment überhaupt nicht.... Egal, schnell runterwürgen und dann zurück zur Arbeit...

Der Arbeitstag ist noch nicht geschafft, am Nachmittag läuft das Telefon heiß, das Ohr glüht, die Telefonhand schläft ein und man selbst auch schon fast, weil der Mensch am anderen Ende der Leitung ein Langweiler ist, aber man muss sich seinem Anliegen leider annehmen.... in Endlosschleife erzählt er von seinem Problemchen und irgendwann hört man statt seiner Stimme nur noch die Musik von Jeopardy.

Irgendwann ist der Tag geschafft und man macht sich auf den Weg nach Hause. Irgendwo in einem unachtsamen Moment bleibt man mit einem Schuh in einem Gitter stecken, bemerkt es nicht sofort und bricht sich den Absatz ab. Und es waren die Lieblingsschuhe! Leider ist das Leben keine Werbung, denn der Schuh ist nicht mit Orbit Kaugummi zu kleben. Man kann höchstens nach Hause humpeln wie ein einbeiniger Flamingo. 

Home sweet home! Obwohl man keine Überstunden gemacht hat und der Tag auch nicht sooo besonders stressig war, fühlt man sich total erschlagen und erschöpft und möchte eigentlich nur noch schlapp (wie wirbellose Tiere) ins Bett fallen. Und zu allem Überfluss stellt man auch noch fest, dass man sein Handy in der Arbeit vergessen hat. Na, was solls... ist man eben mal einen Abend "offline".

An solchen Tagen brauchen wir alle ganz, ganz dringend Seelenfutter. Irgendetwas, mit dem wir unserer Seele mitteilen können "Hier, nimm ein Stück. Ist ein bisschen Kraftfutter für dich!". Es muss uns nichtmal irgendeine schlechte Nachricht ereilen, die uns aus der Bahn wirft, es reicht einfach nur ein mies gelaufener Tag, der dazu führt, dass wir völlig entnervt früher als sonst ins Bett gehen, die Decke über den Kopf ziehen und darauf hoffen, dass morgen alles besser wird....

Passend zum Blogevent von schmeckt nach mehr, habe ich Maronibrownies gemacht, die wohl den miesesten Miesepeter aus dem tiefsten Stimmungstief rausholen! Wenn die nicht helfen, dann weiß ichs auch nicht...


Gefunden habe ich das Rezept hier, und ich hab diesemal nicht am Rezept selbst herumgepfuscht (nur um eine Sache ergänzt) - großes Bäckerinnenehrenwort - dafür aber an den Arbeitsschritten....

maronibrownie (1)

maronibrownie (2)

Für ein Blech:
(etwa 32x21 cm)

- 2 Eier
- 100 g Zucker
- 140 g Butter
- 100 g Zartbitterschokolade
- 140 g Maronipüree
- 85 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 100 g gekochte und ganze Maroni
- 6 EL brauner Zucker
- 3 bis 4 EL Wasser

Ein Blech einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Butter und Schokolade schmelzen und etwas abkühlen lassen.
Mehl mit Backpulver mischen. 

Den braunen Zucker mit Wasser in eine Pfanne geben und erhitzen. Die Maroni dazu geben und karamellisieren. (Wer will, teilt die Maroni in die Hälfte.)

Zucker und Eier hellschaumig schlagen. Butter und Schokolade zugeben. Danach das Maronipüree hinzufügen und alles gut vermischen. Das Mehl unterheben, am Schluss die karamellisierten Maroni.

Die Masse in die Backform füllen und glatt streichen. Auf mittlerer Schiene etwa 25 bis 30 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Die ausgekühlten Brownies in Stücke schneiden und in einer Decke eingehüllt am Sofa genießen. Bei besonders schlechten Tagen, darfs dann auch ein zweites oder drittes Stück sein :D
Sonntag, 27. Oktober 2013

Feigen- Orangenmarmelade

Letztens hab ich zu meiner Freundin gesagt, dass ich jedes Mal, wenn ich einen Beitrag mit "Meine Freundin hat..." beginne, 1 Euro sparen sollte. So könnten wir wahrscheinlich bald fein essen gehen mit dem Geld. Schon ein paar mal war sie der Indikator für einen Beitrag und warum sollte es heute anders sein? Hier also ein weiterer Euro für die Kassa: Meine Freundin (an dieser Stelle muss ich ja echt grad lachen) hat sich ja, wie ihr wisst, was mit Feigen gewünscht. Nun war ich von dieser Idee so angetan, dass mir ein Kuchen alleine zu wenig war.

Natürlich habe ich mich da nicht lumpen lassen und gleich das eine oder andere Kilo gekauft... Einerseits für den Kuchen.. und zum Naschen, andererseits für Marmelade... und zum Naschen. Ich plane ja - man möge es mir bitte nachsehen - bereits im Herbst diverse Weihnachtsgeschenke aus der Küche, die lange im Voraus gemacht/zubereitet werden müssen. Ich weiß natürlich, dass im Oktober noch kein Mensch an das große Ereignis im Dezember denkt. Vielen wird ja schon beim Gedanken daran schlecht und bekommen Schmerzen in den Augäpfeln, wenn es bereits im Herbst die Weihnachtsdekoration zu kaufen gibt. Aber... gewisse Sachen müssen einfach geplant werden, es hilft alles nix.

feigenmarmelade (3)

Wenn man an Weihnachten denkt, dann fallen einem unweigerlich diverse Gewürze ein. Zimt und Sternanis haben dabei die Nase ganz weit vorne. Aber auch der Duft von Orangen (in Kombination mit den Gewürzen natürlich) veranlasst meinen Körper dazu sämtliche "Weihnachtsrezeptoren" zu aktivieren. Alles in allem eine perfekte Kombination, oder? Und ganz offen gestanden... mir schmecken Feigen mit Orangen fast noch besser als mit Mandeln.
Schon beim Kochen der Marmelade verbreitet sich ein angenehm würziger Duft in der Küche, dass man einfach in die entsprechende (ich nehme das W-Wort eh nicht nochmal in den Mund...) Stimmung kommen muss. Zumindest ging es mir so, und ich konnte den ersten Bissen vom Brot mit der Marmelade kaum erwarten....

feigenmarmelade (4)

feigenmarmelade (1)

Für die Marmelade:
(ergibt etwa 6 - 7 Gläser à 210 ml Inhalt)

- 1 kg Feigen
- 2 unbehandelte Orangen (evt. Bio)
- 2 Sternanis
- 1 TL Zimt
- 500 g Gelierzucker 2:1

Die Gläser vor dem Abfüllen sterilisieren. Dafür die Gläser und heruntergeschraubten Deckel in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen, sodass alles bedeckt ist. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Etwa 10 Minuten kochen und mit einer Zange die Gläser und Deckel aus dem Wasser holen. Zum Trocknen und Abkühlen auf ein Tuch legen.Wahlweise können die Gläser mitsamt den Deckeln bei 120 Grad 15 bis 20 Minuten sterilisiert werden. 

Für die Marmelade die Orangen heiß waschen. Orangen pressen, sodass man etwa 250 ml Saft hat und die Schale von nur einer Orange abreiben.

Die Feigen waschen und die Stiele abschneiden. Vierteln und mit dem Orangensaft in einen Topf geben. Alles pürieren, Zucker, Orangenabrieb, Sternanis und Zimt zugeben und alles zum Kochen bringen. Für etwa 6 bis 7 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Gelierprobe machen: ein paar Tropfen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird die Marmelade dicklich oder fest beim Erkalten, ist sie fertig. Falls nicht, nochmal 1 bis 2 Minuten weiterkochen.

Die fertige Marmelade in die sterilisierten Gläser abfüllen und sofort fest verschließen. Einfacher geht es, wenn man die Marmelade durch einen Trichter in die Gläser gießt... und irgendwann zwischendurch, wie man es halt grade erwischt, den Sternanis rausfischen!

Gläser auf den Kopf stellen oder auch nicht... ich mache das nie!

Am Ende nur noch ein kurzer Hinweis: die Marmelade ist zunächst sehr flüssig (also wirklich SEHR) und wirkt auch noch nach einem Tag, als ob sie nicht fest wird. Keine Sorge, nach einer Woche ist die Konsistenz perfekt! 
Donnerstag, 24. Oktober 2013

Feigen- Mandel Kuchen vom Blech

Na, mal wieder Lust auf einen Blechkuchen? Vor einiger Zeit schrieb mir meine Freundin spät abends eine SMS "Ich hätte eine tolle Idee für deinen Blog! Mach doch mal was mit Feigen!" Tja, warum eigentlich nicht? Dass sie mich mit dem Gedanken gleich ein paar Wochen beschäftigen würde, war aber wahrscheinlich nicht ihre Absicht.

Mit den Feigen halte ich es wie mit den Weintrauben, die esse ich nämlich lieber pur oder mische sie ins Müsli und Backrezepte sind mir nicht bekannt. Aber wie es sich für eine gewissenhafte Foodbloggerin nun mal gehört, habe ich das Internet und sämtliche meiner Backbücher durchforstet nach einem passenden Rezept. So richtig entscheiden wollte/konnte ich mich allerdings nicht. Ständig warf ich meinen Plan über den Haufen, um rasch einen neuen zu schmieden, der natürlich wieder verworfen wurde. Schrecklich. Immer diese Unentschlossenheit. Cupcakes, Kuchen, oder Tarte, mit Schokolade, doch lieber mit Mandeln, Honig, oder doch Zucker nehmen?!

Das Projekt "Feigen" hatte ich also vor lauter Entscheidungsunfreudigkeit schon fast abgeschlossen und meiner Freundin traurig mitgeteilt "Ich schätze, auf deinen Feigenkuchen musst du bis zum nächsten Jahr warten" - die mich ihrerseits traurig anblickte - bis mir unterwegs ganz unverhofft eine Zeitschrift von GUSTO (Seite 45) in die Hände gefallen ist. Auf dem Weg nach Hause blätterte ich also gelangweilt durch das Heft und plötzlich erblickte ich es! Die Langeweile löste sich in Luft auf! DAS ist es! DEN Kuchen werde ich backen! Na also, ein einfacher Blechkuchen, warum denn nicht gleich so? Wo lag da jetzt bitte mein Entscheidungsproblem? Ich weiß es nicht... denn letztlich bin ich wieder genau bei dem, was ich ganz zu Beginn vorhatte, zumindest so ähnlich. Sofort schickte ich meiner Freundin eine Nachricht und revidierte meine Ich-habe-heute-leider-keinen-Kuchen-für-dich-Aussage, die sich darüber definitiv freute.

An richtig gute Feigen zu kommen, ist allerdings gar nicht so leicht. Es ist mir leider schon oft passiert, dass ich welche gekauft habe, die echt so gut ausgesehen haben, aber geschmacklich... naja... langweilig waren - Papieraroma mit etwas Sand zwischen den Zähnen, triffts da wohl am besten. Aber man hat ja am Markt einen Lieblingsobststand, auf den man sich echt verlassen kann und bei dem man schon bekannt ist (auch für diverse Extrawünsche). So passiert es dann manchmal, dass die Obsthändlerin die richtig guten Früchte aus dem Geheimversteck hervorzaubert und einem grinsend unter die Nase hält. Und! Zu meiner großen Überraschung konnte ich die Feigen auch noch zu einem sehr günstigen Preis erstehen! Wer jetzt glaubt, ich habe nur 6 oder 7 Stück mitgenommen, der irrt...

Das Fräulein "Ich mag keine Nüsse" - also ich - ist nun auf den Geschmack von Mandeln gekommen (die anderen Nüsse mag ich trotzdem noch immer nicht) und macht mittlerweile ganz schön häufig was damit, findet ihr nicht? Aber würden Feigen nicht so wunderbar harmonisieren mit Mandeln, hätte ich ja vielleicht auch was ganz anderes gemacht...

Aber ohne herumdoktern am Rezept geht natürlich nichts bei mir. Bei aller neu gewonnener Liebe zu den Mandeln, man muss es aber nicht übertreiben. Im Rezept werden 300 g Mandeln verwendet und nur 100 g Mehl. Halbe-halbe reicht da ja wohl vollkommen aus, also je 200 g Mandeln und Mehl. Weil mir das auf eine 26x20 cm- Backform ein bisschen viel erschien, habe ich diese Menge halbiert. Gott sei Dank, kann ich dazu nur sagen, sonst wäre alles übergelaufen! Außerdem, und das kann ich euch nur wärmstens empfehlen, habe ich braunen Zucker genommen und keinen weißen und - ganz mutig - Zimt statt Vanille.

Grenzgenial finde ich den Orangensirup, der nach einiger Zeit darüber gepinselt wird! Von selbst wäre ich ja nie auf die Idee gekommen. 

Genug gefaselt... ihr seid schon bestimmt neugierig wie Schmidts Katze. :D

feigenkuchen (1)

feigenkuchen (2)

feigenkuchen (3)

Für ein Blech:
(etwa 26x20 cm)

- 6 bis 7 Feigen
- 100 g Mehl
- 100 g geriebene Mandeln
- 2 TL Mehl
- 125 g weiche Butter
- 125 g braunen Zucker
- 1 TL Zimt
- 2 Eier

Außerdem für den Sirup:

- 100 ml Orangensaft
- 50 g Zucker

Orangensaft und Zucker in einen Topf geben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Den Sirup etwas abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Backform fetten und bemehlen oder mit Backpapier auskleiden.

Die Feigen waschen, die Stiele entfernen und vierteln.

Mehl, Mandeln und Backpulver abmessen und beiseite stellen.

Butter mit dem Zucker und dem Zimt schaumig schlagen. Die Eier hinzufügen und weiter schaumig schlagen, bis sich dier Zucker aufgelöst hat. Das Mandel-Mehlgemisch unterheben.

Die Masse auf dem Backblech verstreichen, die Feigen gleichmäßig darauf verteilen und auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen. Den Kuchen mit dem Sirup bestreichen und nochmals weitere 20 Minuten backen.

Wird die Oberfläche zu rasch dunkel, den Kuchen mit etwas Backpapier abdecken und weiterbacken.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Kürbis- Schoko Kuchen

Was für mich im Sommer die Erdbeeren und Kirschen sind, ist im Herbst der Kürbis: Grundnahrungsmittel numero uno! Er ist DAS Wahrzeichen des Herbsts und ich mag ihn einfach. Auch wenn ich - wie ihr ja bereits wisst - nicht unbedingt der größte Herbstfan bin, freue ich mich jedes Jahr, wenn mich beim Einkaufen die orangen und gelben Kürbisse anstrahlen. Zur Zeit findet man sie ja überall... Und: sie sind auch überall drin! Erst letztens ist mir im Vorbeigehen aufgefallen, dass ein Restaurant Kürbisgnocchi mit Salbeibutter anbietet.
Sämtliche Blogs, die ich so verfolge, strotzen derzeit nur so vor Kürbisrezepten und auch ich erliege jetzt diesem Wahn, aber das ist auch gut so. Und nur, um jegliche Panikattacken zart besaiteter Leser zu vermeiden: das soll jetzt nicht heißen, dass ich diesem ich-mache-jetzt-alles-mit-Kürbis-Trend so sehr folge, dass euch am Ende vom Herbst der Kürbis schon bei den Ohren rauskommt.

Bereits letztes Jahr fand ich hier ein Rezept für einen Kuchen, den ich - aus unerfindlichen Gründen - nicht gebacken habe und sein Dasein fristete in meiner unendlichen langen Backliste. Doch jetzt hat das Warten ein Ende, die Backwarteschleife ist wieder um ein Rezept geschrumpft.

Und wie es halt nunmal bei mir so ist, hab ich ein wenig rumgepfuscht. Den Vanillezucker habe ich weggelassen und stattdessen Zimt und Muskatnuss genommen. Das gibt dem Kuchen nochmal eine extra-herbstliche Note. Außerdem habe ich etwas mehr Kürbisfleisch verwendet, Hokkaido statt Butternuss und Marillenmarmelade statt Quittengelee. Die orangefarbene Eiweißglasur habe ich auch weggelassen und stattdessen eine Schokoglasur gemacht. Zwar ist mir die Glasur beim Anschneiden gebrochen, aber ich will ja auch nicht den Award für den schönsten Kuchen damit gewinnen. Und schließlich verdienen auch optisch semi-perfekte Kuchen ihren Platz in der Rezeptesammlung!

Der Kuchen ist (auch optisch) so einfach, aber passt dennoch zu so vielen Gelegenheiten - quasi ein Universalkuchen. Ein Stück für die Nachbarin, um einfach mal wieder mit ihr zu quatschen. Ein Stück, um zu fragen "Wie war dein Tag?". Ein Stück, um zu sagen "Alles wird gut". Ein Stück für Mama, die sich immer freut, wenn man zu Besuch kommt. Oder man setzt sich einfach nur auf die Couch, wickelt sich in eine Decke ein, trinkt dazu eine Tasse Tee und mampft glückselig ein Stück von dem Kuchen.

kürbis-schoko (2)

kürbis-schoko (7.1)

Für den Kuchen: 
(20cm Kastenform)

- 100 g Hokkaidokürbis, bereits entkernt (Nettogewicht)
- 75 g Zartbitterschokolade
- 75 g Butter
- 2 Eier
- 110 g Mehl
- 175 g brauner Zucker
- 1/2 TL Zimt
- eine großzügige Prise Muskatnuss
- 1 Prise Salz
- 1 TL Backpulver

Für die Glasur:

- 5 bis 6 EL Marillenmarmelade
- 80 g Vollmilchschokolade
- 50 g Butter

Die Backform fetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Butter und Schokolade jeweils in einer Schüssel schmelzen.
Den Kürbis grob raspeln. Die Schokolade und die Butter jeweils in einer Schüssel schmelzen.
Mehl, Backpulver, Salz, Zimt und Muskatnuss in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.

Zucker und Eier in einer Schüssel schaumig schlagen. Erst die Butter, dann die Schokolade einrühren. Am Ende das Mehlgemisch und den geraspelten Kürbis unterheben.

Den Teig in die Form füllen und auf mittlerer Schiene 45 bis 50 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Den Kuchen aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Für die Glasur die Schokolade gemeinsam mit der Butter in einer Schüssel unter ständigem Rühren schmelzen. Die Konsistenz sollte jetzt homogen sein. Ist die Glasur zu dickflüssig, noch etwas Butter hinzugeben, ist sie zu flüssig, einfach noch etwas Schokolade einrühren.

Den Kuchen mit Marillenmarmelade bestreichen und mit der Schokoglasur überziehen. Dafür die Glasur über den Kuchen gießen und bis zu den Kanten streichen, sodass die Glasur über den Rand läuft.

(Wer will (und hat) legt den Kuchen auf ein Gitter und legt Backpapier oder eine Backmatte darunter, um die überschüssige Glasur aufzufangen.)
Dienstag, 8. Oktober 2013

Bananenschnitten

Wer erinnert sich noch an die (Abschluss)Feste im Kindergarten oder in der Schule, die meist kurz vor Beginn der Sommerferien stattfanden? Feste, die akribisch geplant wurden und letztlich doch in einem mittelschweren Chaos endeten. Feste, bei denen sämtliche Helfer herumwuselten und immer noch "schnell was organisieren" mussten. Feste, die ein straffes Programm hatten, der irgendwann immer über Bord geworfen wurde, weil der Zeitplan zu straff war. Und Kinder, die artig in ihren kleinen Kostümchen auf ihren Auftritt warteten, weil die Kindergartentante (ja, ich weiß, das ist nicht die korrekte Bezeichnung) oder die Klassenlehrerin es so wollte. Aufgereiht wie Zinnsoldaten, geordnet nach Alter oder Größe ratterten die Kinder ihre Lieder oder Gedichte runter, nur um bloß rasch wieder von der Bühne verschwinden zu können. Währenddessen filmten die stolzen Väter das Schauspiel ihrer Sprösslinge und die gerührten Mütter klatschen mit einem lauten "Bravo!" so fest in die Hände, dass es nur so schellte und feierten ihre kostümierten Kinder wie kleine Stars.

Abseits der Unterhaltung für Aug und Ohr, wurde natürlich immer für das leibliche Wohl gesorgt - allerdings mit einer klaren Rollenverteilung. Männliche Helfer (meist die Väter von irgendwelchen Kindern) wendeten liebevoll Bratwürste und anderes Grillgut, das vor sich hin bruzelte und engagierte weibliche Helferinnen (meist die Mütter von irgendwelchen Kindern), die das Kuchenbuffet und die Kaffeeausschank regierten wie ein Königreich.

Die heimlichen Stars solcher Veranstaltungen waren ja immer jene Mütter, die sich bereit erklärten irgendwelche Torten oder Kuchen zu zaubern, damit diese am Tag der Veranstaltung gegen einen kleinen Preis oder gegen eine kleine Spende verkauft werden können.

Das Allerbeste an der Sache war, dass man immer darauf wetten konnte, dass auf jeden Fall eine Mutter eine Kardinalschnitte backen würde. Eine weitere Wette konnte man darauf abschließen, dass auf jeden Fall eine Mutter eine Bananenschnitte backen würde und eine letzte Wette konnte man eingehen, dass sich genau auf diese beiden Backwerke alle stürzen und nach zwei Minuten davon höchstens nur noch ein paar mickrige Brösel übrig sind.

Als Kind hab ich Bananenschnitten vertilgt, sobald sie in meiner Reichweite waren, aber da habe ich mir auch noch keine Gedanken gemacht wie sowas eigentlich gemacht wird. Ein Bisquitboden, etwas Marmelade und Bananenscheiben drauf, Vanillebuttercreme darüber verstreichen, Schokoglasur, fertig. Und wie ihr ja bereits wisst, stehe ich einfach überhaupt nicht auf Buttercreme. Aber wisst ihr auch was echt toll schmeckt und eine wunderbarte Alternative zur Puddingbuttercreme ist? Pudding mit Topfen! Liegt nicht so schwer im Magen und wird im Mund auch nicht immer mehr!

bananenschnitte (4)

Für den Bisquitboden:
(rechteckige Backform, 20 x 24 cm)

- 2 Eier
- 2 EL Milch
- 50 g Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 20 g Butter
- 50 g Mehl
- 1/2 TL Backpulver

Für die Creme und den Belag:

- 500 ml Milch
- 1 Vanilleschote
- 75 g Zucker
- 3 Eigelb
- 30 g Stärke

- 3 Blätter Gelatine
- 250 g Topfen
- 50 g Zucker
- 2 bis 3 Bananen
- 4 bis 5 EL Marmelade 
(ich habe Himbeer genommen, klassisch wird Marille verwendet)

Für die Schokoglasur:

- 200 g Schokolade
- 120 g Butter

Zunächst den Puddig für die Creme zubereiten. Dafür die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Von der Milch 400 ml abmessen und in einen Topf geben, Vanilleschote, -mark und Zucker dazu geben und alles aufkochen lassen. 

Die übrigen 100 ml Milch mit der Stärke und den Eigelben glatt rühren. Die Schote aus der Milch nehmen und die angerührte Stärke einrühren und dabei kräftig weiterrühren. Unter ständigem Rühren nochmal aufkochen, bis die Masse eindickt. Alles in eine Schüssel füllen und eine Frischhaltefolie direkt auf den Puddig geben, damit sich keine Haut bildet. Den Puddind abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Es empfiehlt sich den Puddig schon am Vortag zu kochen, damit er im Kühlschrank gut durchkühlen und fest werden kann.

Für den Bisquit eine Backform einfetten und bemehlen. Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Butter schmelzen.

Die Eier mit der Milch, dem Zucker und dem Vanilleextrakt hellschaumig schlagen.
Mehl und Backpulver unterheben, danach die Butter vorsichtig einrühren.

Die Masse in die Form füllen und auf mittlerer Schiene 15 bis 20 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Boden vollständig auskühlen lassen!

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 
Topfen mit Zucker cremig rühren. Den Puddig ebenfalls kurz cremig aufschlagen. Topfen und Puddig miteinander verrühren, aber nur solange es nötig ist. 

Die eingeweichte Gelatine unter Rühren erwärmen bis sie sich aufgelöst hat. 2 bis 3 EL von der Creme in die Gelatine rühren, danach alles unter die übrige Creme rühren.

Den Bisquitboden mit Marmelade bestreichen, die Bananen in Scheiben schneiden und den gesamten Boden damit belegen. Die Creme darauf verstreichen und in den Kühlschrank stellen, bis die Masse fest geworden ist. 

Für die Schokoladeglasur die Schokolade mit der Butter schmelzen und über der Vanillecreme verstreichen. 
Die Bananenschnitten wieder in den Kühlschrank stellen, bis die Glasur fest geworden ist. 

Den Rahmen oder den Rand der Form lösen und in Stücke schneiden. Dekoriert habe ich solche Bananenschnitten noch nie gesehen, ist wohl auch überflüssig. :D

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Himbeer-Joghurt Pralinen

Vor 2 Jahren etwa habe ich begonnen Pralinen herzustellen. Damals war ich auf der Suche nach etwas, das klein und leicht zu transportieren, ein tolles Geschenk aus der Küche ist und viele "Mmmmmhhh's" auslöst. Besonders sollte es sein und leicht knacken, wenn man reinbeisst, dachte ich mir! Und so kam ich in einer schlaflosen Nacht auf die Idee, ich könnte doch mal Pralinen machen. Das Einsaugen von Infos wie ein Schwamm habe ich auf den nächsten Tag verschoben, schließlich war es ja schon spät und der Wecker sollte mich am nächsten Tag früh aus dem Bett jagen...

Ich stürze mich ja gerne mal in eine Sache hinein, aber niemals ohne vorangegangener und intensiver Recherche. Dr. Google sei Dank hatte ich recht schnell Informationen über Herstellung, Equipment, Schokolade, Füllungen, etc. zusammen. Das Internet ist ja nahezu allwissend und so fand ich auch recht schnell einen Shop in Wien, der entsprechendes Equipment und benötigte Zutaten verkauft. Super! Eine Pralinenhülle, die beliebig gefüllt, verschlossen und mit Schokolade umhüllt wird. Na das kann ja nicht so schwer sein, oder? Sollte man meinen....
Wenn man aber einen gut gemeinten Rat nicht befolgt und nicht auf die Temperatur der Schokolade achtet, mit der man die Pralinen umhüllen will, dann kann das schon ziemlich böse enden. So bin ich bei meinen ersten "Gehversuchen" gestolpert, weil die Schokolade zu warm war und mir alles weggeschmolzen ist. Nervlich aufgelöst, völlig am Ende und schwerst verzweifelt, habe ich es irgendwie geschafft das Projekt "Pralinenherstellung" zu Ende zu bringen. Aber ich wollte der Sache eine zweite Chance geben, recherchierte noch etwas, befragte einen Profi zu dem Thema und legte mir ein Buch darüber zu. Und damit waren auch sämtliche Problemchen und Anfängerfehler beseitigt!

Es gibt nur eine Sache, die ich nicht mache, und das ist die Pralinenhüllen selbst herzustellen. Fleißige Bienchen machen diese nämlich selbst. Geht angeblich ganz einfach, ist mir persönlich aber zu viel Patzerei und ich will mir ja nicht das Leben schwer machen. Pralinenhohlkörper gibt es bereits fertig zu kaufen und mir sind die Kugeln am liebsten.

Ich habe dadurch nicht das Gefühl weniger selbst gemacht zu haben, wenn ich die Hohlkörper schon fertig kaufe, denn im Endeffekt ist es ja bereits in Form gebrachte Schokolade. Nur... das hat irgendjemand oder irgendwas für mich übernommen und ich habe weniger Arbeit.

himbeer-pralinen (2)

Für gute Pralinen kaufe ich gerne mal Schokolade, bzw. Kuvertüre, die etwas teurer ist, qualitativ aber sehr ausgezeichnet ist. Ich wollte es ja lange nicht glauben, aber Schokolade ist nicht gleich Schokolade. Nicht, dass ich jetzt DIE Expertin für Schokolade wäre und Patissier (gibt es davon eine weibliche Form?) des Jahres 2013 werden kann, aber ich weiß was mir schmeckt und das ist mir jeden Cent wert!
Jetzt seid ihr bestimmt schon neugierig wo denn das Geschäft für Schokoladefeinschmecker ist, hm? Bestellen (und abholen, wer will) kann man bei Schokohuth, eigentlich eine kleine Bäckerei, nur mit dem Bonus, dass man auch allerhand Zutaten und Hilfsmittel zur Herstellung von Pralinen erwerben kann und für alle, die es sich alleine nicht zutrauen und sich lieber einem Profi anvertrauen.... Pralinenkurse werden auch angeboten! (Nein, ich wurde nicht beauftragt Werbung zu machen!)

himbeer-pralinen (6)

himbeer-pralinen (7)

Gefunden habe ich das heutige Rezept in dem Buch Pralinen&Konfekt. Im Buch sind es Mango-Lassi Pralinen, ich habe jedoch die Mango durch Himbeeren ersetzt und grundsätzlich kann man ja jedes Fruchtpüree nehmen, das man möchte und einem schmeckt.

Für 30 Pralinen:

- 30 weiße Hohlkugeln
- 100 g weiße Kuvertüre
- 100 g Himbeerpüree *
- 50 g Joghurt

Außerdem:
 
- etwa 200 g weiße Kuvertüre
(zum Verschließen und Umhüllen)

Für die Füllung die Kuvertüre hacken (außer ihr kauft sie schon in Form von Drops, dann fällt das weg) und in eine Schüssel geben.

Himbeerpüree in einen kleienn Topf geben und bei mittlerer Hitze kurz aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die Schokolade einrühren, solange bis sie sich aufgelöst hat. Das Joghurt unterziehen und die Masse etwa eine halbe Stunde auskühlen lassen.

Die Masse in eine Dosierflasche (wer hat) oder in einen Spritzbeutel füllen und die Pralinenhohlkugeln damit befüllen. Dabei einen etwa 2mm hohen Rand frei lassen. befüllten Pralinen für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht.

Von den 200g Kuvertüre etwa 20 bis 30g nehmen, schmelzen und in einen Spritzsack füllen. Mit einem Tupfer die Löcher verschließen und alles anschließend wieder in den Kühlschrank stellen, bis der "Verschluss" erhärtet ist. Wenn noch etwas übrig ist, wieder zurück zur restlichen Kuvertüre geben.

Und jetzt kommt der schwierigste Teil... das Temperieren der Schokolade. Thermometer dafür habe ich keines, also muss ich mir irgendwie anders helfen.
Daher: die Hälfte der Kuvertüre in eine hitzebeständige Schüssel geben und über dem Wasserbad schmelzen. Ist alles geschmolzen, die Schüssel vom Wasserbad nehmen und die andere Hälfte dazu geben. So lange rühren, bis alles geschmolzen ist. Wer jetzt lieber auf Nummer sicher geht, kann die Spitze einer Teigkarte in die Schokolade tauchen. Wenn sie binnen 1 Minute fest wird, ist sie richtig temperiert.

Hat die Kuvertüre nun die richtige Temperatur, ist der Rest nicht mehr so schwer. Die Kugeln  mit Pralinengabeln in die geschmolzene Kuvertüre tauchen, überschüssige Schokolade gut abtropfen lassen und auf ein Backpapier legen zum Trocknen.

(Um so ein "wildes Muster" zu erhalten, kann man die Kugeln zwischen zwei Pralinengabeln so oft hin und her wälzen, bis die Schokolade beginnt fest zu werden - dann bilden sich lauter kleine Spitzen.)

Die Pralinen sollen im Kühlschrank gelagert und binnen 1 Woche gegessen werden.

* Das Himbeerpüree kann aus frischen Himbeeren hergestellt werden, geht aber auch mit TK- Himbeeren (aufgetaut). Auf jeden Fall die Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.



Mit diesem Rezept nehme ich unter Ausschluss einer Gewinnchance beim Blogevent klein & schokoladigsüß von Kleinundzuckersüß teil.