Donnerstag, 28. November 2013

Bratapfellikör - und eine optische Veränderung

Habt ihr es schon gesehen? Natürlich habt ihr das! Ist ja schließlich nicht zu übersehen!
Ja, ich habe aufgeräumt, meinen Blog ein bisschen von dem leicht erschlagenden Kopf befreit und alles ein bisschen schlichter gemacht. Als ich meinen Blog gestartet habe, dachte ich mir, dass ich mich ausschließlich auf Torten, Kuchen, Cupcakes & Co. konzentrieren werde. Dass sich mit der Zeit noch weitere süße Sachen einschleichen könnten, die mit backen nichts zu tun haben, war nicht in meinem Plan enthalten. Gut, dass es ab und an mal was zum Trinken geben wird, habe ich euch ja schon im Sommer angekünidgt. Aber es blieb ja nicht nur dabei. Mittlerweile tummeln sich auch Marmeladen und sogar Pralinen (auch wenn es bisher nur ein Rezept war) bei mir. Klammheimlich haben sie sich einfach dazu gesellt und jetzt sind sie da. Das ist ja auch gut so, aber nun hat sich in mir ein Verlangen breit gemacht etwas zu verändern....

Ich hoffe, das Ergebnis gefällt euch - so reduziert gefällt es mir zumindest wesentlich besser.


Schon seit der Herbst begonnen hat, habe ich das Weihnachtsfest im Kopf. Es gibt Geschenke aus der Küche, die einer langen Planung bedürfen. Marmeladen kocht man dann ein, wenn das Obst reif ist... und Liköre, die eine gewisse Ziehzeit haben, sollten rechtzeitig angesetzt werden, wenn man nicht mit leeren Händen vor dem geschmückten Weihnachtsbaum stehen möchte.

Natürlich gibt es auch Liköre, die nicht durchziehen müssen - quasi als Ultra-Last-Minute Geschenk für Spätentschlossene. Hat man allerdings genug Zeit zuvor eingeplant und ist geduldig genug, kann man echt wunderbare Dinge zaubern.

Ich habe ja hier mehrmals erwähnt, dass ich schon total im Weihnachtsfieber bin: ich habe Pläne für die Deko und halte schon die längste Zeit Ausschau nach passenden Stücken,. in meinem Kopf schwirren derzeit tausende weihnachtliche Backideen herum, die nur so danach schreien und verlangen endlich gebacken und dekoriert zu werden und die meisten Einkäufe habe ich - ohne Witz - schon erledigt. Denn so sehr ich die besinnliche Zeit mag, so sehr geht mir auch der Stress und die Hektik auf den Straßen auf die Nerven. Dem möchte ich mich nicht hingeben und versuche daher zu gewissen Zeiten (vor allem große) Geschäfte zu meiden. Online Shopping scheint in diesem Jahr das Zauberwort zu sein. Das ist natürlich eine Möglichkeit Geschenke zu besorgen, und wahrscheinlich auch die stressfreiere. Aber mir ist es dennoch lieber, wenn ich durch die Läden stöbern und so vielleicht noch die eine oder andere Idee aufschnappen kann... für andere oder für mich selbst.

Zusätzlich zu den Geschenken gebe ich gerne noch selbstgemachte süße Sachen dazu. Vergangenes Jahr habe ich vier verschiedene Pralinen gemacht, in diesem Jahr werden es Liköre, Marmeladen und eventuell noch ein paar Kekse.

Ein Likör, den ich eingeplant habe, ist ein Bratapfellikör, mit einem wunderbaren Aroma und nicht allzu stark. Ich mag es nicht so, wenn einem der Alkohol die Kehle runterbrennt und man dabei das Bedürfnis hat gleich Feuer spucken zu müssen. Es geht dabei schließlich auch nicht darum sich zu betrinken, sondern um das Gefühl Weihnachten schlückchenweise genießen zu können.

Ideen und Mengenangaben habe bei ich sämtlichen Kochplattformen gesucht (und gefunden), die das Internet so hergibt, der Alkoholgehalt war mir aber durchwegs viel zu hoch und deshalb habe ich einfach alles mal über den Haufen geworfen. Was dabei rausgekommen ist? Ein wunderbarer, nach Äpfeln, Zimt und Weihnachten schmeckender Likör, der einen nicht aus den Schuhen hebt. Kater daher ausgeschlossen!

Ich hatte noch ein wenig Mürbteig übrig von der Apfel- Cranberry Tarte. Ideal, um noch ein paar Kekse auszustechen. Gemacht habe ich wieder Doppeldecker und welche Marmelade ich dafür verwendet habe, verrate ich euch demnächst...

bratapfellikör (1)

bratapfellikör (2.1)

bratapfellikör (3)

Für den Likör:

- 4 bis 5 Boskoop Äpfel
- 300 ml Apfelsaft
- 300 ml Wasser
- 300 g brauner Zucker
- 400 ml brauner Rum
- 50 g Rosinen
- 50 g ganze Mandeln
- 1 Vanilleschote
- 3 EL Zimt

Für den Likör ein Gefäß mit gut 2 Liter Fassungsvermögen auswaschen und sterilisieren (geht genauso wie mit den Marmeladegläsern!).

Ein Backblech mit Backpapier begelgen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Äpfel waschen, vierteln und vom Gehäuse befreien. Die Äpfel auf das Backblech legen, mit 1 EL Zimt und 3 bis 4 EL Zucker bestreuen und im Backofen halb garen. (Ich habe die Äpfel 10 bis 15 Minuten im Ofen gelassen)

In der Zwischenzeit den übrigen Zucker in einen Topf geben, das Wasser darüber gießen und so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen.

In das Gefäß die Vanille, den übrigen Zimt, Rosinen und Mandeln geben. Wenn die Äpfel (halb) fertig sind, etwas abkühlen lassen und ebenfalls in das Gefäß geben.

Mit allen Flüssigkeiten aufgießen und gut verschließen. Nun heißt es warten: der Likör muss nun 3 bis 4 Wochen ziehen! Ab und zu das Gefäß schütteln.

Nach den 3 bis 4 Wochen den Likör filtern und in Flaschen abfüllen. 
(Zum Filtern habe ich den Likör zuerst durch ein Sieb gegossen, um die großen Stücke zu entfernen und danach durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um wirklich alle Reste zu entfernen.)

Montag, 25. November 2013

Apfel- Cranberry Tarte

Um euch die kommenden Wochen nicht permanent mit Gequatsche über Weihnachten und entsprechende Rezepte zu überrollen wie ein Panzer, gibt es heut wieder mal was abseits von all dem Oh-mein-Gott-in-einem-Monat-ist-Weihnachten-und-ich-brauche-Geschenke-Stress. Es kommt heute also keine große Gefühlsduselei wie sehr ich Weihnachten mag und wie sehr ich mich schon auf die Weihnachtsmärkte freue. Dafür das nächste Mal dann aber wieder. ;)

Ersatzweise erzähle ich euch aber wie sehr ich Apfelkuchen mag:
Apfelkuchen hätte ich gerne immer zu Hause. Also wirklich immer! 365 Tage im Jahr, und 366 im Schaltjahr! Andere Torten und Kuchen dürfen sich dann gerne dazu gesellen, aber Apfelkuchen sollte fester Bestandteil meiner Küche werden und zum Inventar gehören. Natürlich kann ich nicht permanent Apfelkuchen backen. Aber und zu darf man ja mal und bereits Anfang November habe ich bei Julia Bakes! Pie Pops mit einer Apfel- Cranberry Füllung gesehen.

Na das ist ja mal eine Idee, auf die ich selbst wohl nie gekommen wäre. Ich bin ja immer offen für neue Ideen und stelle mich dann auch gern mal in die Versuchsküche. Kombinieren lässt sich der Apfelkuchen als Alrounder ja wunderbar mit anderen Früchten, sogar mit Nüssen (wenn man mag... ich nicht.) und als ich das mit den Cranberrys gelesen habe, hat es mich sofort unter den Fingern gejuckt mal wieder Apfelkuchen zu machen!

Mein persönliches Herumwerken am Rezept darf keinesfalls fehlen. Mit der amerikanischen Pie Crust kann ich mich nicht so anfreunden, ich halte eisern am Mürbteig fest. Diesmal habe ich ihn allerdings mit braunem Zucker gemacht, stat mit weißem. Ich steh einfach total drauf Mürbteig zu kneten ganz oldschool mit den Händen und dabei die Butter zwischen meinen Fingern kleben bleibt. Jeder hat so seine Passion, oder?

apfel_cranberry (8)

apfel_cranberry (6)

Für den Mürbteig:
(24 cm Form)

- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g brauner Zucker
- 1 Ei
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Muskatnuss

Für die Füllung:

- 4  Boskoop Äpfel
- 80 g getrocknete Cranberrys
- 1/2 TL gemahlene Muskatnuss
- 3 bis 4 EL Rohrzucker

Die Zutaten für den Teig raschen zusammenkneten, bis eine homogene Masse entsteht. Ist der Teig zu feucht, noch Mehl dazu geben - ist er zu trocken, Butter zugeben. 

Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Tarteform fetten und bemehlen. 

Den Teig aus dem Kühlschrank holen und 2/3 davon auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Form damit auskleiden und andrücken. Dabei darauf achten, dass die Ecken gut angedrückt sind. 

Die Äpfel schälen, das Gehäuse entfernen und würfelig schneiden. Mit Cranberrys, Muskatnuss und Zucker mischen und auf dem Teig verteilen.

Das verbliebene Drittel ebenfalls ausrollen und mit Keksausstechern Form ausstechen oder Streifen schneiden und die Tarte damit bedecken. 

Auf mittlerer Schiene etwa 40 bis 45 Minuten goldbraun backen. 

Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.
Freitag, 22. November 2013

Wintertee

Ich bin eine echte Kaffeetante, ehrlich wahr! Mein morgendliches Ritual besteht darin, dass ich Milch aufschäume, diesen Schaum etwa eine Minute stehen lasse (dann wird er nämlich schön fest, kleiner Hinweis am Rande!), dann alles in mein doppelwandinges Lieblingsthermoglas umfülle und einen Espresso darüber laufen lasse. Genossen wird der Kaffee so wie er ist - erst wird der Schaum runtergelöffelt, dann der Kaffee getrunken. Das zelebriere ich regelrecht und nehme mir auch richtig Zeit dafür.

Tja, und dann überrollt mich alle heiligen Zeiten mal so eine Phase, in der ich absolut keinen Kaffee trinken kann, weil es mich bei jedem Schluck so dermaßen schüttelt, als ob ein heftiger Stromschlag durch meinen Körper zischen würde von oben nach unten - in Laufrichtung des Kaffees halt. In Phasen wie diesen verhält es sich übrigens mit dem Schwarztee ebenso...

Leider hab ich genau diese Zeit momentan wieder, es muss also ein anderes Getränk her, für das ich morgens Zeit brauche. Es hat ja auch was meditatives an sich, wenn man mit nur halb geöffneten Augen Handgriffe tätigt, die einem so vertraut sind und langsam dabei wach wird. Ihr wisst ja wie das so ist... "Wer morgens zerknittert aufsteht, hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten!". Von wem dieser schlaue Satz ist, weiß ich nicht, ist aber in jedem Fall eine gute Ausrede Entschuldigung für alle, die an chronischer Übellaune am Morgen leiden, haha!

Vor einigen Jahren hab ich Rooibostee für mich entdeckt. Nachdem ich ein paar geschmackliche Startschwierigkeiten damit hatte, habe ich ihn als gute Alternative für Schwarztee entdeckt. Und nur so nebenbei, Rooibostee ist auch ein echtes Multitalent. Denn neben einer beruhigenden Wirkung, sagt man ihm noch ein paar andere Superkräfte nach: Menschen, die ohnehin schwer mit dem Magen zu kämpfen haben und Fenchel nicht ausstehen können, sollten ab und an mal eine Tasse Rooibos trinken. Am interessantesten finde ich allerdings, dass der Tee angeblich gegen Alterserscheinungen helfen soll - quasi ein natürliches Anti Aging Mittel. Vielleicht sollte ich einen Langzeitselbstversuch starten und in ein paar Jahren Ergebnisse veröffentlichen, ob sich die ersten Krähenfüße in meinem Gesicht später zeigen als erwartet....

Nachdem ja jetzt schon der Winter bei uns einkehrt, kann man Rooibos ganz wunderbar verfeinern-Schrägstrich-ergänzen mit den typischen Wintergewürzen: Zimt, Nelken, Ingwer, Orangen, Sternanis.
Zimt und Ingwer wärmen, Orange gibt dem Tee eine fruchtige Note, Sternanis und Nelken spenden die nötige Würze.

wintertee (1)

Mit so einer feinen Tasse Tee kann man sich schon mal auf die Couch verziehen, sich eine Decke nehmen, den schnulzigsten aller Schnulzenfilme einlegen, sich die Finger an der Tasse wärmen und genüsslich schlürfen (ja, ist diesmal erlaubt, hihi).

wintertee (2)

wintertee (4)

Für mehrere Tassen Tee:

- 3 EL Rooibostee
- 6 Zimtstangen
- 12 Nelkenstifte
- 6 Sternanis, ganz
- 100 g Ingwer, getrocknet
- 3 bis 4 EL Orangenschalen, getrocknet

Zimtstangen, Nelkenstifte und Sternanis grob zerkleinern. (Ich habe alles mit meinem Nudelholz klein gemacht.) Den Ingwer grob hacken.

Sämtliche Zutaten zusammen mischen und in einer Dose luftdicht verpackt aufbewahren.

Für eine Tasse Tee braucht man 2 großzügige Esslöffel von der Teemischung. Die Ziehzeit beträgt 8 Minuten.

Dienstag, 19. November 2013

Mürbteigkekse - oder der Weihnachtswahn bricht aus bei mir

Jetzt ist es amtlich! Ich gebe mich ab heute nun offiziell dem Weihnachtswahn hin, und zwar mit allem was dazu gehört: Kekse backen, dekorieren, Weihnachtslieder hören (ja, auch das!), mich nur noch von Keksen ernähren, ein paar Kilos zunehmen (über die ich mich im Frühling beklagen werde) und ständig irgendjemanden mit irgendwelchen Geschenken aus der Küche zwangsbeglücken.

Die Weihnachtsmärkte öffnen demnächst ihre Pforten und ich mit Sicherheit eine der ersten Besucherinnen. Ich liebe es auf Weihnachtsmärkte zu gehen, dabei Glühwein zu trinken, der Wärme von innen spendet, den Geruch von gebrannten Mandeln nicht nur durch Nase, sondern auch durch sämtliche Poren aufzusaugen. Ich mag die riiiiiiiieeeeesigen Christbäume im Zentrum der Weihnachtsmärkte, die eigentlich schon aus weiter Entfernung zu erkennen sind und den Weihnachtsmarkt als solchen identifizieren.

Der Kauf von einem wilden Durcheinander bestehend aus Zuckerwatte, Ofenkartoffel, Glühwein oder Punsch, Maroni, und anderen imbissbudenhaften Köstlichkeiten, die sonst das ganze Jahr über auf der Ernährungsliste ganz unten stehen, ist dabei obligatorisch.

mürbteigkekse (1)

Ein weiteres Fixum jedes Jahr und somit auf meiner Back-to-do-Liste, sind Mürbteigkekse. Sie sind einfach zu machen, gehören zu den absoluten Klassikern, sind ein Evergreen und sehr variabel, wenn es um Aromen geht. Verfeinert im Winter mit Zimt und im Sommer mit Orangenschale, kann man diese Kekse an jede Jahreszeit anpassen.

Dieses Jahr kommen sie als Doppeldecker daher. Zwetschkenmarmelade zwischen zwei Keksen und verziert mit Eiweißspritzglasur, auch weitgehend bekannt als Royal Icing. Ich bleibe allerdings lieber bei dem Begriff Eiweißspritzglasur. Warum soll ich einer Sache, die schon seit Urgroßmutters Zeiten funktioniert einen neuen Namen geben?

Aufbewahrt in einer Dose, muss ich mich doch sehr beherrschen nicht in regelmäßigen Abständen in Richtung Küche zu schleichen und heimlich immer einen Schneemann, eine Christbaumkugel, einen Lebkuchenmann oder einen Christbaum zu stibitzen... oder zwei... oder drei.... Die Versuchung ist groß, und wenn ich will, dass die Keksdose mitsamt dem Inhalt den ersten Advent übersteht, dann verstecke ich sie am besten vor mir selber!

mürbteigkekse (6)

mürbteigkekse (5)

mürbteigkekse (3)

Für den 3-2-1 Mürbteig:

- 300 g Mehl
- 200 g weiche Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 TL Zimt
- 1 TL Backpulver

Außerdem:

- Marmelade 
(Geschmack beliebig)

Für die Spritzglasur:

- 1 Eiweiß
- 250 g Staubzucker
- evt. Lebensmittelnfarbe

Aus allen Zutaten rasch einen geschmeidigen, homogenen Teig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und etwa eine Stunde in den Kühlschrank legen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Arbeitsfläche etwas bemehlen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und etwa 4 mm dick ausrollen. Mit Ausstechern Kese ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und auf mittlerer Schiene 10 bis 12 Minuten goldbraun backen.

Zwischen zwei (jeweils zusammenpassende) Kekse etwas Marmelade streichen und zusammensetzen.

Für die Eiweißspritzglasur das Eiweiß anschlagen. In das halbflüssige Eiweiß den Staubzucker einrieseln lassen und solange schlagen bis eine cremige Masse entsteht.
Einen Teil davon abnehmen und mit Lebensmittelfarbe* einfärben (ich habe die Spritzglasur in 5 Teile geteilt, rot, grün, orange und braun, den letzten Teil habe ich weiß gelassen). Die Menge, die gerade nicht benötigt wird, sollte immer mit einem Tuch abgedeckt werden, da die Glasur sehr schnell fest wird und dann nicht mehr zu verarbeiten ist.

* Ich habe Gelfarben von Sugar Flair und Wilton verwendet.
Samstag, 16. November 2013

Apfel- Karamellstrudel

Ich freue mich ja immer wie ein kleines Kind zu Weihnachten, wenn Menschen an mich denken, die grad ein bisschen Obst übrig haben und es mir schenken. Weil sie einerseits wissen, dass ich mich darüber ausnahmlos IMMER freue und andererseits, weil sie wissen, dass es auf jeden Fall verarbeitet wird.

Meine Arbeitskollegin hat natürlich wieder sofort an mich gedacht, als sie das Fallobst in ihrem Garten aufgesammelt hat. Diesmal handelt es sich um Äpfel und langsam frage ich mich echt wie groß der Garten meiner Kollegin wohl sein mag. Erst kam der Holler, dann die Zwetschken und jetzt die Äpfel. Und denkt jetzt bitte nicht, dass das alles war aus ihrem Garten... NEIN! Kräuter und Gemüse findet man bei ihr auch. Vielleicht sollte ich sie einfach mal fragen, ob ihr vitaminreiches Paradies denn mindestens so groß ist wie zwei Fußballfelder, wo hätten denn sonst so viele Bäume, Sträucher, Kräuter- und Gemüsebeete Platz?

Und weil meine Kollegin ja genau weiß, dass ich mich riesig freue, wenn ich was bekomme, hat sie mich vorher auch gar nicht gefragt, ob ich denn gerne was haben möchte. Stattdessen hat sie mir gleich einen Korb mitgebracht, vor die Nase gehalten und lächelnd gesagt: "Hier, für dich! Aber den Korb brauche ich wieder!" Na Ehrensache, schließlich soll er ja im nächsten Jahr wieder für mich befüllt werden mit lauter guten Sachen... natürlich ganz uneigennützig...

Schon länger habe ich einen Apfelstrudel ins Auge gefasst (diesmal mit Karamell), den ich bei sweet trolley gesehen habe. Aber ihr kennt das ja bestimmt, man findet ein Rezept, legt es ab (digital oder in Papierform) und verschiebt es auf später. Dieses "später" wird dann zu "irgendwann" und dieses irgendwann... ist dann meistens nie oder erst in ganz, ganz ferner Zukunft. Warum ich es bisher nicht geschafft habe diesen Strudel nachzubacken, weiß ich selbst nicht. Aber ich fand, dass die Gelegenheit perfekt war, schließlich wurde ich ja gut versorgt mit Äpfeln...

apfel karamell (3)

Ein paar sind mir übrig geblieben. Was ich damit mache, überlege ich mir jetzt bei einem Stück Apfel- Karamellstrudel auf der Couch. Vielleicht eine Bratapfelmarmelade?!
Vorher gibts aber noch das Rezept...

apfel karamell (1)

Für einen Strudel:

- 1 Packung Blätterteig
- 3 bis 4 Äpfel
- 10 bis 12 weiche Karamellbonbons
- 2 bis 3 EL brauner Zucker
- 5 bis 6 EL geriebene Nüsse 
(ich habe Mandeln genommen)
- 1 Prise Zimt
- 1 Vanilleschote
- etwas Butter
 
Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Für die Füllung Zucker, Nüsse, Zimt und das Mark einer Vanilleschote in eine Schüssel geben.
Die Karamellbonbons grob hacken und ebenfalls in die Schüssel geben. Die Äpfel schälen und in Würfel schneiden. Ebenfalls in die Schüssel geben und alles gut vermischen.

Die Butter schmelzen. Den Blätterteig ausrollen und mit etwas Butter bestreichen. 
Die Füllung auf einem Drittel des Blätterteiges verteilen, die Ränder links und rechts einschlagen und vorsichtig einrollen.

Den Strudel mit Butter einstreichen auf allen Seiten und auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten goldbraun backen.

Wer will, serviert noch eine Kugel Vanilleeis dazu. 

Zutaten
1 Packung Blätterteig
1 verquirltes Ei
1 Schuss Milch
5 Sahnekaramellen
8 EL geriebene Nüsse
3-4 Äpfel
1 Prise Zimt
4-5 EL brauner Zucker
1 Vanilleschote
1 Schuss Amaretto
1 Schüssel kaltes Wasser
1 Zitrone (Saft)
etwas Vanilleeis - See more at: http://sweet-trolley.blogspot.co.at/2013/10/karamell-apfelstrudel-mit-zmt-nussen.html#sthash.pSrxwRdh.dpuf
Zutaten
1 Packung Blätterteig
1 verquirltes Ei
1 Schuss Milch
5 Sahnekaramellen
8 EL geriebene Nüsse
3-4 Äpfel
1 Prise Zimt
4-5 EL brauner Zucker
1 Vanilleschote
1 Schuss Amaretto
1 Schüssel kaltes Wasser
1 Zitrone (Saft)
etwas Vanilleeis - See more at: http://sweet-trolley.blogspot.co.at/2013/10/karamell-apfelstrudel-mit-zmt-nussen.html#sthash.pSrxwRdh.dpuf
Mittwoch, 13. November 2013

Bananen- Kirsch Kuchen- oder rettet die Bananen vor dem Komposthaufen

Mit Sicherheit kennt ihr das Gefühl, wenn ihr grade am Weg nach Hause seid von einem anstrengenden Tag, hungrig wie ein Bär, aber noch einkaufen müsst. Solche Tage finde ich immer besonders mühsam. In der Regel gleitet die Hand dann immer zu Lebensmittel, die man eigentlich gar nicht braucht, die aber auf wundersame Weise im Einkaufswagen landen. Mit voll gefüllten Taschen eilt man flotten Schrittes nach Hause, schließlich muss das Essen noch zubereitet werden und der Bauch steht schon kurz vor der Revolution. Und von den gefühlten 1000 eingekauften Lebensmittel taugen nur 2 oder 3 wirklich was, um sich ein Essen auf den Tisch zu zaubern, dass das Energielevel wieder auf ein anständiges Niveau hebt und die rumpelstielzchenhafte Laune vertreibt.

Endlich gesättigt wirft man dann nochmal einen Blick auf die gekauften Sachen und stellt fest, dass da hauptsächlich Dinge dabei sind, die man wohl nie gekauft hätte, wenn man ordentlich gestärkt den Supermarkt betreten hätte. Schickt man nämlich eine hungrige Viktoria einkaufen, kann man darauf wetten, dass sie Unmengen Bananen nach Hause schleppt. Fragt mich bitte nicht wieso das so ist, aber wenn ich hungrig bin, tanze ich immer mit Unmengen Bananen an, als ob ich eine Horde Schimpansen füttern wollte im Zoo. Nicht, dass ich was gegen Bananen hätte, aber ich kann mich ja nicht tagelang nur davon ernähren. Die Bananen erleiden dann meistens leider das übliche Schicksal: keines Blickes gewürdigt, lagern sie in der Obstschüssel und fristen ihr Dasein. Irgendwann, kurz bevor sie zu Kompost werden, fällt mir dann ein, dass ich die eigentlich auch noch verarbeiten wollte.

Für solche Zwecke hat Cynthia Barcomi ein Rezept in petto für einen Bananenkuchen. Im Original wird der Kuchen mit Schokolade gemacht und bekommt auch noch eine Schokoglasur verpasst. Leider hatte ich keine Schokolade daheim, bei den gefühlten 1000 eingekauften Lebensmitteln war leider auch keine Schokolade dabei, dafür aber ein Glas Kirschen (Frage an mich selbst: warum hab ich das gekauft? Ich werde es wohl nie erfahren, aber es war wohl der Hunger...). Als bekennende Zutatentauscherin hat mich das allerdings überhaupt nicht gestört, die Gelegenheit habe ich prompt beim Schopf gepackt und die Schokolade einfach durch Kirschen ersetzt. Auf ein Frosting habe ich gänzlich verzichtet.

Ich wollte einen einfachen Kuchen, der keinerlei Deko benötigt, verschont bleibt von Frostings und schnell (und vor allem aber auch einfach) zu machen ist. Ihr wisst ja, manchmal sind es die einfachen Kuchen, die mit einer Staubzuckerdecke auskommen und dennoch umwerfend aussehen, die besten. Dieser Kuchen ist saftig, nicht zu süß und für mich mittlerweile ein echter Evergreen für einen Kaffeeklatsch (egal, ob mit oder ohne Schokolade, mit Früchten oder ohne...)

banane-kirsche (4)

Grenzgenial an dem Rezept finde ich, dass man dafür nicht zwingend einen Mixer braucht. Also wenn ihr grad mal verzweifelt seid und/oder Zeitdruck habt und/oder euer Mixer kaputt ist und/oder ihr blutige Anfänger in der großen, weiten Welt des Backens seid, dann haltet euch an diesen Kuchen, denn der fällt eindeutig in die Kategorie "gelingsicher" und ist auf jeden Fall einheißer Tipp für alle "SOS! Ich brauche einen Kuchen!"- Situationen!

banane-kirsche (5.1)

banane-kirsche (6.1)

Für eine Kranzform:
(26 cm Durchmesser)

- 315 g Mehl
- 225 g Zucker
- 2 TL Backpulver
- 60 g weiche Butter
- 120 g Sauerrahm
- 2 Bananen
- 1 Ei
- 200 g Kirschen aus dem Glas, abgetropft

Die Backform fetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Bananen pürieren, mit dem Sauerrahm verrühren und dem Ei verquirlen.

Mehl, Zucker und Backpulver gut mischen, die weiche Butter hineinschneiden und mit den Fingern einarbeiten, bis eine bröselige Masse entsteht.

Die Masse mit dem Bananenpüree vermischen. Am Schluss die Kirschen unterheben.

Den Teig in die Form füllen und auf mittlerer Schiene und etwa 40 bis 45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Den fertig gebackenen Kuchen aus der Form stürzen, vollständig auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen.

Na, war das nicht einfach und unkompliziert?

Donnerstag, 7. November 2013

Blondies - einmal anders

Na, seid ihr alle schon in Herbststimmung? Bewaffnet mit Jacken, Mänteln, Schals und festen Schuhen? Taschentücher griffbereit für alle Rotznasen und eine windfeste Frisur? Außer, man möchte gerne so aussehen wie frisch aus der Steckdose....

Ich habe meine Sommerkleidchen und Sandalen  regelrecht in den Winterschlaf verbannt und die feste Kleidung kommt nun wieder zum regelmäßigen Einsatz. Aber auch auf meinem Blog macht sich eine gewisse Herbststimmung breit. Die Rezepte sind in der letzten Zeit würziger geworden, ein bisschen deftiger und definitiv weniger sommerlich-frisch.


Die kommenden Monate erlauben es uns wieder etwas über die Strenge zu schlagen. Kalorienreiche Torten & Co. mit der Extraportion Obers können leicht kaschiert werden unter einem dicken Wollpullover, Outdoorsportaktivitäten werden auf ein Minimum beschränkt und bis zum Frühling wird kein Gedanke daran verschwendet, wie man am schnellsten wieder zur Bikinifigur gelangt. (Ich halte mich in solchen Fällen ja immer streng an die Morgen-Diät, denn die geht ganz einfach: Morgen fang ich an!)

Stattdessen retten wir uns über die kalten Tage mit Kraftfutter jeglicher Art. Das kann natürlich alles mögliche sein. Ich persönlich greife da gern auf schokoladiges zurück. Da sind es nicht nur die Brownies, die mir helfen, sondern auch weiße Schokolade in jeder Form findet ihren Platz in meiner Backstube. Gefunden habe ich das heutige Rezept hier. Das Gegenstück zu den Brownies sind, wer hätte das gedacht, Blondies. Selbst wenn Blondies im ursprünglichen Sinn keine weiße Schokolade enthalten, finde ich sie als Zutat sehr passend und würde es jederzeit wieder so machen, denn ein Patentrezept gibt es ohnehin nicht...

Die Beigabe von Datteln, Gewürzen und Orangen hat mich zunächst sehr überrascht, neugierig gemacht und experimentierfreudig. Umso mehr hat mich das Ergebnis vom Hocker geschmissen! Unglaublich saftige und weiche Stückchen, deren angenehme Würze eine Harmonie bilden.


Die klassische Foodbloggerkrankheit hat mich natürlich wieder überrollt, ich habe am Rezept gebastelt. Diesmal habe ich eine Zutat weggelassen und stattdessen von einer anderen mehr genommen. Im Klartext: auf die Walnüsse habe ich verzeichtet (über mein Verhältnis zu Nüssen muss ich mich wohl nicht nochmal auskotzen) und einfach mehr Datteln genommen. Die Mengenangabe, bzw. die Größe der Backform hat für mich auch überhaupt nicht gepasst... aber was nicht passt, wird passend gemacht, oder?


Für ein Blech:
(ca. 32x21 cm)

- 100 g weiße Schokolade
- 65 g Butter
- 2 Eier
- 2 EL Honig
- 50 g Zucker
- 1 EL Honig
- 1 Orange (Abrieb und Saft davon)
- 100 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 100 g Datteln 
- 100 g Joghurt
- 1 TL Zimt
- je 1 Prise Kardamom, Ingwer, Muskatnuss

Ein Backblech fetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mehl, Backpulver und die Gewürze abmessen, mischen und beiseite stellen. 
Schokolade mit Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. Die Datteln hacken.

Die Schale einer Orange abreiben und den Saft auspressen. 

In einer Rührschüssel die Eier, den Zucker und 1 EL Honig hellschaumig schlagen. Den Orangenabrieb dazu geben. Die geschmolzene Schokolade mit der Butter dazu geben und gut verrühren. Das Mehlgemisch unterheben, danach das Johgurt unterziehen. Am Schluss die Datteln unterheben und den Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf mittlerer Schiene etwa20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe!

In der Zwischenzeit den Orangensaft mit 1 EL Honig glatt rühren. Wenn die Brownies fertig gebacken sind, die Form aus dem Ofen rausnehmen und mehrmals mit einer Gabel oder einem Spieß einstechen. Gleichmäßig mit dem Orangensaft übergießen und noch in der Form lassen! Die Brownies sollen sich mit dem Orangensaft ansaugen!

Auskühlen lassen und in Stücke schneiden. Zum Servieren in Stücke schneiden und evt. mit einer halben Dattel garnieren. Wer will, gibt in den Teig noch Walnüsse und kann evt. auch mit Walnusshälften dekorieren.
Bei Schlechtwetter empfiehlt sich der Genuss am Sofa mit einer Tasse Tee oder Kaffee und einem lustigen Film.