Dienstag, 29. April 2014

Rooibos Vanilla Latte - vom Brombeersirup über Ginger Ale zu meinem neuen Kaffeeersatz

Habt ihr schon mal ein Rezept gesucht, euch dabei durch diverse Seiten geklickt und seid am Ende bei einem ganz anderen Rezept gelandet, das mit dem ursprünglichen gar nichts mehr zu tun hat? Damit könnte ich manchmal abends Stunden verbringen. Damit verbringe ich abends manchmal Stunden. Jeder hat so seine Passion, oder? Andere sehen fern und surfen nebenbei im Internet, ich surfe im Internet und sehe nebenbei fern. So gesehen.... wundert es mich ja nicht mehr, dass ich eine stetig wachsende TBL (To-Bake Liste) habe. Denn oft verliere ich mich im Internetdschungel zwisch all den interessanten Seiten/Blogs, komme vom Hundertsten ins Tausendste und habe hinterher eigentlich gar nicht das gefunden, was ich wollte, dafür aber hundert neue Ideen/Inspirationen. Jaja, manchmal hab ich's nicht leicht mit mir....

Vor einigen Wochen erging es mir wieder so, als ich nämlich auf der Suche war nach einem Brombeersirup. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob man den auch irgendwo kaufen kann, bis mir der Gedanke kam der weise Onkel Google den Vorschlag unterbreitete, dass ich ihn ja auch selber machen könnte. Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wär'... Denn noch haben Brombeeren keine Saison, aber ich kann ja warten. Vielleicht...

Von der Idee Brombeersirup zu kaufen bis hin zu Brombeersirup selber machen, waren es ja nur zwei Klicks. Dass sich alles aber rasch ändern würde, ahnte ich in dem Moment noch nicht. Denn plötzlich landete ich auf einer Seite - ich weiß leider nicht mehr welche - und vergaß den Brombeersirup sofort. Zwar stand dort ein Rezept, aber ein anderes zog meine Blicke auf sich: Ginger Ale. Ach, ich liebe dieses Zeug so sehr... aber dazu ein anderes Mal mehr.

Der Sirup war (vorübergehend) uninteressant, Ginger Ale hieß der neue Suchbegriff. Wieder klickte ich mich durch diverse Rezepteseiten und Blogs und wieder befand ich mich mitten im Interneturwald. Das kommt davon, wenn man X Seiten öffnet, um sämtliche Rezepte miteinander zu vergleichen, um für sich das geeignete zu finden.

Und dann passierte es nochmal. Die Seite, die ich öffnete, ließ mich meine Lieblingslimonade vergessen. (Ich sagte doch, ich hab's oft nicht leicht mit mir.) Denn was ich da fand, weckte meine Neugierde sofort: Rooibos Vanilla Latte. Noch nie bin ich auf den Gedanken gekommen Rotbuschtee mit Milch zu trinken! Aber ich bin ja neugierig experimentierfreudig.

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Was für ein Glück, dass ich alle Zutaten zu Hause hatte. Zugegeben, es sind nicht besonders viele. Böse Zungen könnten jetzt sogar sagen, dass dieses Rezept sehr banal ist. Aber! Ihr wisst ja... meistens sind es die einfachen Dinge (Kuchen, Getränke, die alte Schlabberhose, die ihre besten Zeiten hinter sich hat, ...), die schnell zu machen sind und uns glücklich und zufrieden machen.

Neben Rotbuschtee und Milch wird dafür noch Vanillesirup benötigt, den vielleicht nicht jeder standardmäßig daheim hat. Aber selbst der ist schnell gezaubert und braucht auch nicht so viele Zutaten. Wer allerdings keine Lust hat einen selbst herzustellen, dann gibt es den aber auch in einem gut sortierten Supermarkt zu kaufen. Da ich aber ohnehin noch den Vanillesirup von Stephie hatte (ok, es ist bereits die zweite Flasche, hihi), war der Weg für mich frei und ich konnte sofort loslegen. 

Rooibos trinke ich ja sehr gerne - als Alternative zum Schwarztee und/oder wenn ich grade mal wieder meine No-coffee-Phase habe. Dass die Kombination aus Rooibos, Vanille und Milch aber so dermaßen gut ist, hat mich echt überrascht. Nie hätte ich erwartet, dass die Aromen so gut miteinander harmonisieren, der Geschmack angenehm mild und abgerundet ist. Durch den Sirup wird das Getränk gesüßt und extra Zucker ist daher nicht weiter nötig.
Dafür lasse ich künftig gerne mal eine Tasse Kaffee stehen! Und jetzt mal ehrlich... optisch kommt es einem Cafè Latte schon sehr nahe, oder?

rooibos_vanilla (4)

Für zwei Tassen (oder eine sehr große):

- 250 ml Wasser
- 2 TL Rooibos Tee
- 200 ml Milch
- 4 bis 6 cl Vanillesirup
(oder mehr bei Bedarf)

Das Wasser aufkochen, den Tee in einen Beutel geben und im Wasser 6 Minuten ziehen lassen.

Die Milch erwärmen und nach Bedarf aufschäumen. (Wird die Milch aufgeschäumt, sollte sie etwa 60 Grad warm sein. Zu kalte oder zu warme Milch führt dazu, dass der Schaum gleich wieder in sich zusammen fällt. Wer kein Therometer zur Hand hat: ich habe eine Kanne aus Edelstahl. Die Milch hat die ideale Temperatur, wenn die Kanne heiß ist, ich mir an der Milch aber nicht die Finger verbrenne, wenn ich den Finger reinhalte. Außerdem sollte die Milch einen hohen Fettgehalt haben, Magermilch oder Halbfettmilch führen zu einem nicht besonders zufriedenstellenden Ergebnis.)

Vanillesirup und Rooibos in die Tasse(n) füllen, mit Milch aufgießen (und eventuell mit Milchschaum bedecken).

Fertig!
Freitag, 25. April 2014

[Rezension] Myriams Kuchen, Tartes & Co.

Rezepte für das ganze Jahr verspricht das Buch Myriams Kuchen, Tartes & Co., erschienen im AT Verlag, das ich mir mal genauer ansehen wollte.

Schon das Cover lädt ein zum Blättern. Myriam Zumbühl, schweizer Journalistin und Kochbuchautorin schmückt den Einband in einer sehr natürlichen und ungekünstelten Haltung und genau so geht es auch im Buch weiter. Wer auf der Suche nach einem rosafarbenen Buch mit weißen Punkten und dem x-ten Rezept für Cupcakes ist, wird hier nicht fündig. Aber das ist auch gut so!

(Bildquelle: AT Verlag)

Das Buch gefällt mir nicht nur wegen der sympathischen Frau auf dem Cover, sondern es besticht vor allem durch die Gliederung. Geordnet sind die Rezepte nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Autorin bäckt sich durch das Gartenjahr, legt viel Wert auf saisonale Produkte, aber hin und wieder verstecken sich auch Evergreens im Buch, die man eigentlich das ganze Jahr über backen kann. So findet man beispielsweise im Frühling bei ihr einen Cheesecake mit pochiertem Rhabarber, im Sommer eine - da ist der Name Programm - Sommerfruchttarte. Aber nicht nur Süßzähne kommen in diesem Buch auf ihre Kosten. Denn auch die pikanten Rezepte kommen bei ihr nicht zu kurz und so findet man im Herbst zum Beispiel einen Kartoffelstrudel mit Salbei und der Winter lockt neben einer Weihnachts- Schwarzwälderkirschtorte auch mit Lachscake mit Dille. Dass also jemand in diesem Buch nicht das passende Rezept für sich findet, ist nahezu unmöglich.

Die Rezepte sind klar und übersichtlich auf höchstens einer Seite beschrieben und alle benötigten Zutaten werden aufgelistet, sodass selbst Backanfänger keine Probleme bei der Umsetzung haben sollten. Ich mag beispielsweise keine Bücher, die Wasser als Zutat haben, dies aber nicht aufgelistet ist und erst irgendwann im Rezept auftaucht, obwohl davor keine Rede davon war. Nicht so in diesem Buch. Wird Wasser als Zutat benötigt, ist es auch aufgelistet.


Kleine Anekdoten, die jedes Rezept begleiten, verleihen dem Buch eine persönliche Note und man bekommt das Gefühl, dass dieses Buch nicht nur eine Rezeptesammlung ist, sondern auch ein Teil ihrer Biografie. Genau das strahlt eine gewisse Sympathie aus und man versteht warum Myriam Zumbühl ausgerechnet diese Rezepte gewählt hat für ihr Buch. 


In diesem Buch findet man eine gut gelungene Zusammenstellung bodenständiger Klassiker, aber auch moderner Rezepte, die niemals langweilig wirken und mich immer wieder daran erinnern, dass es oft die klassischen Rezepte sind, die mich mit Glück erfüllen und rundum zufrieden machen.
Geweckt wurde mein Interesse letztlich aber dadurch, dass Myriam Zumbühl sehr gerne mit Gewürze spielt und diese auch nicht zu wenig verwendet. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich bin jedenfalls ein großer Fan davon. Denn es sind Kombinationen, die mich auf jeden Fall dazu einladen auch selbst mal zu experimentieren. Ein Beispiel gefällig? Da sage ich nur: Dampfnudeln mit Ingwer- Aprikosen und Kardamom-Vanille Sauce!

Besonders zauberhaft sind die Bilder, fotografiert von Tara Fisher, im modernen Landhausstil, oft geschmückt mit frischen Blumen, die wirken als kämen sie grade direkt von der Wiese. Es wird auf unnötigen Dekoschnickschnack verzichtet, der Fokus liegt auf den wesentlichen Dingen, nämlich auf den Backwerken. Aber genau dieser Stil ist es, der zu den bodenständigen Rezepten passt und den Leser dazu einlädt zu schmökern, blättern und träumen.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom AT- Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Myriam Zumbühl
Myriams Kuchen, Tartes & Co.: Süss und salzig backen - Rezepte für das ganze Jahr
ISBN 978038007456
AT Verlag
€ 25,60
Montag, 21. April 2014

[Fremdgebloggt] Malakofftorte - und warum ich sie sehr lange nicht essen konnte...

Ich habe es schon wieder getan. Aber es macht ja auch so viel Spaß. Was ich meine? Na, woanders bloggen. Zu Gast war ich gestern bei Michaela von herzelieb, von der ich nicht nur sehr wertvolle Tipps bekommen habe, sondern die auch einen sehr.. ja.. herzelieben Blog hat. Ich bin ja ein ausgesprochener Fan von Foodblogs, die neben tollen Rezepten auch noch Geschichten aus dem Leben und andere Anekdoten beinhalten, die einen richtig fesseln und zum Lesen animieren. Ich weiß noch, als ich das erste Mal Michaela's Blog anklickte und eine Geschichte nach der anderen las. Hach, wie oft musste ich dabei schmunzeln... wollt ihr ein Beispiel? Dann schaut mal rein und lest was es mit der Toten Tante auf sich hat. Ich weiß ja nicht wie es euch damit geht, aber meine Lachmuskeln wurden stark beansprucht! Ihr merkt also, ein Besuch bei ihr lohnt sich auf jeden Fall!

Über die Aktion Über'n Tellerrand sucht sie Gastblogger, die sie auf ihrem Blog besuchen mit einer Kindheitserinnerung im Gepäck. Nichts leichter als das! Ich musste nicht einmal überlegen, es schoss mir sofort ein: eine Malakofftorte muss her!

Denn die gab es früher bei meiner Oma oft an Geburtstagen, vielleicht auch an anderen Festtagen, ich weiß es nicht mehr. Als Kind war es für sie selbstverständlich, dass ich kein Stück davon bekomme, immerhin war ja Alkohol enthalten, und davon auch nicht gerade wenig. Aber das sollte ich später noch herausfinden... Habe ich sie danach gefragt, warum ich denn davon nichts essen darf, erhielt ich bestensfalls die sehr unbefriedigende Antwort, dass mir das ja nicht schmecken würde! Stattdessen bekam ich immer ein Stück Marmorkuchen vorgesetzt. Ich habe ja nichts gegen Marmorkuchen... aber als Kind war es für mich schwer zu verstehen, warum alle anderen ein Stück dieser wunderbaren Torte bekommen... und ich darf bloß muss Kuchen essen - Kuchen oder gar nichts, toll... Diese Sache ließ mir natürlich keinen Frieden.

Irgendwann, ja, irgendwann sollte meine Chance kommen. Ich lag auf der Lauer, die Beute immer im Blick. Meine Zeit wird kommen, ich musste nur genug Geduld beweisen! Eines Tages sollte es dann soweit sein, die Torte stand auf dem Tisch und ich war plötzlich alleine im Raum! Das war DIE Gelegenheit! Ich griff nach irgendeiner herumliegenden Gabel und probierte ein Stück dieser wunderbar verzierten Torte. Und so wie der Bissen in meinem Mund war, kam er auch schon wieder raus. Igitt, so viel Rum. Ich spuckte alles auf den Boden und es kam klarerweise wie es kommen musste... meine Oma erwischte mich. Sofort fing sie an zu lachen und schmierte mir bloß ganz trocken rüber, dass sie mich ja gewarnt hätte! Na vielen Dank auch, Oma!

Ein paar Jahre später fragte ich meine Oma wie man denn so eine Malakofftorte macht und es folgten stundenlange und ausschweifende Erläuterungen. "Also Kind, entweder du machst ... oder du kannst stattdessen auch ...!" Ich konnte ihren Ausführen kaum folgen und heute ist es mir unmöglich ihre Worte zu rekonstruieren. Jedenfalls weiß ich aber, dass keines der Rezepte mir besonders zugesagt hat. Zu mächtig. Zu viel Butter. Zu viel Puddingpulver. Und vor allem aber viel zu viel Rum!

Aber so sind sie wohl alle, unsere Omas. Mit dem Rum wird einfach nicht gegeizt. Nicht, dass meine Oma besonders viel trinken würde, ganz und gar nicht, aber wenn sie so eine Torte gemacht hat, dann hat sie die Rumflasche schwesterlich geteilt. Einen Schluck für die Torte, einen Schluck für meine Oma, oder waren es doch zwei? Denn je länger sie daran werkelte, umso lauter hörte man sie aus der Küche lallen singen. Macht nix, dafür war sie hinterher immer besonders gut drauf. (Ich hoffe, sie liest das nie!)

Vor wenigen Jahren gab ich der Torte nochmal eine Chance und ich konnte mich mit ihr versöhnen und heute liebe ich sie wirklich sehr - sofern es eine Torte mit Rum ist und nicht Rum mit Torte. Nur leider fehlte mir das passende Rezept, um selbst eine zu zaubern.... 
Also musste ich ein bisschen recherchieren, aber jede Sekunde hat sich für das Endergebnis gelohnt. Fündig wurde ich nämlich bei Frau Ziii, die für ihre Tochter eine Malakofftorte gezaubert hat mit einer leichten, lockeren Creme - ganz ohne Butter und Puddingpulver. Jackpot! Ich glaube, ich brauche noch so eine Torte...

Malakofftorte (6)

Wer nun wissen möchte wie man eine Malakofftorte macht, die einen nicht erschlägt, weil sie so mächtig ist und auch nur ein dezentes Rumaroma hat, der klickt bitte hier.
Samstag, 19. April 2014

Schoko- Kirsch Osterhasencake Pops

Puh, vergeht die Zeit so schnell oder bin ich einfach nur so langsam? Für Ostern hatte ich eigentlich ganz viele Pläne und Ideen, an der Umsetzung scheiterte ich allerdings kläglich. Ich bin ja schon froh, dass ich es überhaupt geschafft habe diese Cake Pops im Osterhasenkleid zu machen! Denn mit leeren Händen wollte ich nun auch nicht dastehen zu Ostern, dafür mag ich die Zeit einfach viel zu sehr!

Natürlich könnte ich jetzt noch auf Teufel komm raus einen Kuchen oder einen Guglhupf machen. Schließlich tummeln sich grad auf sämtlichen Blogs Eierlikörkuchen in allen Formaten und ich hätte durchaus noch die Möglichkeit mich in die Reihe der backwütigen Eierlikörguglhupfzuckerfeen zu reihen, aber das wäre höchstens ein Akt der Verzweiflung gewesen. Und das hätte man, so schätze ich, dann auch gemerkt. Das will ich wiederum auf gar keinen Fall. Versteht mich nicht falsch, bitte. Eierlikörguglhupf klingt für mich nicht nur äußerst verlockend, sondern auch sehr passend für Ostern, aber...! Ja, genau. Das große Aaaber! Aber die Zeit, diese verdammte Zeit! Manchmal sind 24 Stunden einfach viel zu wenig...

Die Rechnung bekomme ich nun präsentiert, Ostern ist da, die Zeit ist mir in speedygonzalischem Tempo vor der Nase davon gelaufen - ich sah sie nicht einmal mehr von hinten, sondern nur noch die letzten Krümel ihrer Staubwolke - und das alles bloß, weil mir andere Dinge wichtiger waren. Aber damit muss ich jetzt leben. Vermutlich ist meine Entscheidung aber eh nicht verkehrt. Lieber habe ich nur einen Beitrag (dafür aber mit viel Liebe), als mehrere halbherzige.

Außer, ihr besteht darauf und wollt unbedingt wissen was ich noch so geplant hatte.... dann reiche ich alles gerne nach. Ihr müsst es mich nur wissen lassen. Dann gibt es so quasi postösterliche Beiträge... aber macht nix. Denn Ostern 2015 ist schneller da, als uns allen lieb ist, glaubt mir! 

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Nun aber zu den Cake Pops...
Erinnert ihr euch noch an die Bounty Cupcakes, die eigentlich keine werden sollten? Ich weiß, ich habe damals gesagt, dass ich euch "bald" sage was mir passiert ist, aber das war dann wohl auch nix. (An dieser Stelle muss ich ein kleines bisschen schmunzeln.) Hm, ich glaube, ich sollte mal mein komplettes Zeitmanagement überdenken. Das Wort "bald" habe ich zeitlich scheinbar neu definiert und etwas, äh, ausgedehnt, denn letztlich wurden aus bald geschlagene drei Monate (und ein paar Tage), ups. (Aber so war ich schon immer - Mama: "Wann kommst du wieder nach Hause?" - Teenagerviktoria: "Bald!" - den Weg nach Hause fand ich dann oft erst im Morgengrauen wieder - so viel dazu...)

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Also.. mir ist da so ein petit Malheur passiert. Eigentlich wollte ich ja damals - wie bereits erwähnt - keine Cupcakes machen, sondern einen Kuchen. Teig gerührt, in den Ofen geschubst, bisschen gelümmelt auf der Couch, um dann ausgeruht das Blech mit dem fertig gebackenen Boden aus dem Ofen zu holen... und dann ist es irgendwann passiert. Ich weiß auch gar nicht wie. Aber es war so. Der Kuchen - ich trau mich gar es zu erzählen - flutschte, zack, einfach aus meiner Hand und zerbrach... wenigstens akurat in vier gleichmäßige Teile, immerhin. Ich schwöre, einfach so! Das wäre normalerweise die Situation, in der ich möglichst unschuldig dreinschaue und sage "Ich war's nicht!". Nur diesmal war ich es leider  und weit und breit keiner da, auf den ich das Kuchenunglück abwälzen könnte, Sch...eibenkleister. Ich war völlig handlungsohnmächtig! Entsetzt! Fassungslos! Warum ich? Wäre mir das nämlich nachmittags an einem Werktag passiert, hätte ich ja kein Drama draus gemacht. Dann wäre die Devise gewesen aufstehen - Krone Backmütze richten - weitermachen! Aber neeeiiin! Es war SONNTAG = geschlossene Geschäfte! Und wenn man dann zu wenige Zutaten zu Hause hat, um den Kuchen nochmal zu backen, dann hat man einfach eine mittelschweres Problem! Ist so!

Aber ich wäre ja nicht ich, könnte ich nicht spontan umplanen! So kamen im Jänner die Cupcakes zustande und ich hatte da ja noch den zerbrochenen Kuchen. Was tun? Egal... einfrieren, mir wird schon was einfallen. Lange musste ich auch nicht überlegen, mir war klar, dass daraus "bald" (ha ha ha...) Cake Pops entstehen würden. Es wäre ja auch zu schade gewesen, hätte ich den Kuchen weggeschmissen. Denn er war ja geschmacklich einwandfrei und nur, weil er zerbrochen war, war er ja nicht ungenießbar. Ich konnte ihn eben nur nicht sofort verwenden. Bis heute...

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Für die Cake Pops:
(Menge abhängig von der Größe!)

- etwa 300 g Schokokuchen
- 5 EL Frischkäse 
- etwas Zucker zum Nachsüßen nach Bedarf
- 100 g getrocknete Kirschen
- Vollmilchuvertüre zum Überziehen
- 40 g weiße Kuvertüre zum Verzieren
- Cake Pop Stiele

Die getrockneten Kirschen klein hacken. Den Kuchen in eine Schüssel geben und zerbröseln. Mit dem Frischkäse (und Zucker nach Bedarf) und den Kirschen gut vermischen und kneten, bis eine homogene und formbare Masse entstanden ist. Wer sich unsicher wegen der Konsistenz ist, gibt zunächst nur 3 oder 4 EL Frischkäse dazu und fügt dann noch nach Bedarf (und Gefühl) mehr hinzu.

Nun aus der Masse entweder Kugeln formen und dabei darauf achten, dass alle Kugeln gleichmäßig sind. (Weil ich das nicht schaffe und dazu neige klein anzufangen und groß riesengroß zu enden, messe ich jede Kugelportion mit der Küchenwaage ab - pro Kugel etwa 25 g.)
Oder ihr drückt die Cakepopmasse etwas platt und stecht Formen aus mit eurem Lieblingskeksausstecher. Das empfehle ich aber nur jemandem, der schon eine gewisse Übung hat. (Es kann sein, dass der Teig im Ausstecher hängen bleibt, dann verliert man irgendwann die Nerven und die Geduld und so vermiest man es sich eigentlich selbst, wenn man das erste Mal Cake Pops macht...)

Die Kugeln nur für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. In der Zwischenzeit die Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle erwärmen. Wem die Kuvertüre zu dickflüssig ist, gibt 1 bis 2 EL Kokosfett dazu, dann wird die Kuvertüre flüssiger.

Nun die Cake Popkugeln aus dem Kühlschrank holen. Je einen Cake Popstiel etwa 1 cm in die Kuvertüre tauchen und in die Kugeln stecken. So mit allen Kugeln fortfahren.

Zum Aushärten wieder für gute 20 Minuten in den Kühlschrank geben. (Für Eilige: das Tiefkühlfach erledigt die Aufgabe in 10 Minuten.)

Nachdem sich alles gefestigt hat, können die Cake Pops in die Kuvertüre getaucht werden. Die überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen. Die fertigen Cake Pops in einen Styroporblock o.ä. zum Trocknen stecken. Sind alle Cake Pops überzogen, abermals in den Kühlschrank oder ins TK-Fach geben.

Zum Verzieren die weiße Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen und in einen Gefrierbeutel geben. eine klitzekleine Ecke abschneiden und die fertigen Cake Pops nach Herzenslust verzieren.
Mittwoch, 16. April 2014

Weiße Schoko- Orangen Cookies

Kennt ihr das? Dass ihr manchmal einfach nicht wisst was ihr schreiben sollt. Jeder begonnene Satz wird nach der Hälfte wieder gelöscht und hat man endlich mal seine grauen Zellen bemüht und einen Absatz unter großer Anstrengung getippt, ist man damit auch nicht wirklich zufrieden. Alles so halbherzig. So nichtssagend. So langweilig. So unineressant. So ideenlos.

Das sind so Tage, da hat man echt gar keine Lust einen Blogeintrag zu schreiben, beginnt zwar damit, sieht aber nach kurzer Zeit ein, dass es keinen Sinn hat und macht den Browser wieder zu. Von der Muse ungeküsst sucht man fieberhaft nach Worten, findet aber nicht die richtigen. Manche nennen sowas Schreibblockade, ich sage dazu lieber kreative Schaffenspause. Tja, jedenfalls erging es mir heute so. Ich hab echt wunderbare Cookies gemacht, die viel Aroma verbreitet haben und fühlte mich inspiriert.... Haha, Fehlanzeige. Aber ich finde, dass man ab und zu auch mal einen kleinen Hänger haben darf. Schließlich sind wir ja auch nicht jeden Tag gleich gut gelaunt! Deswegen gibt es heute nur einen ultrakurzen Text, den habe ich dafür mit viel Liebe verfasst:

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Das war ja mal wieder typisch für mich. Ich holte das Backblech mit den Cookies aus dem Ofen, das feine Orangenaroma hat sich schon breit gemacht und Geduld ist nicht grade die Tugend, die man mir zuschreiben würde. Zack, da waren die Finger auch schon verbrannt! Weil ich ja auch unbedingt sofort einen Cookie erhaschen musste, und zwar direkt vom Blech. Tja, Gier gehört eben sofort bestraft.

Aber man muss auch einfach hingreifen. Der Rand ist zart knusprig, der Kern schön weich und die weiße Schokolade verleiht den Cookies nochmal eine kleine Extraportion Süße. Es gibt nur eine Sache, die ich bei den Cookies nicht erwartet hätte. Nein, keine Sorge... jetzt kommt keine Kritik, ganz im Gegenteil.
Der Kardamom, der im Teig enthalten ist, hebt das Orangenaroma richtig hervor, sodass der Geschmack noch eine Spur intensiver ist, ohne dass man sich davon erschlagen fühlt... und das ist echt herrlich!

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Gemacht habe ich die Cookies für meine Mama, die ich letztens besucht habe. Ich bringe immer eine Kleinigkeit mit. Wir haben ja gerne die bodenständigen, einfachen Dinge... simple Muffins, einfache Rührkuchen, oder eben Cookies... Auf jeden Fall etwas, das schnell zubereitet ist und ohne viel Schnickschnack. Das mache ich sehr gerne für meine Mama, weil der Aufwand nicht besonders groß ist, sie sich aber dafür umso mehr freut.

Und ich finde, dass sie optisch ganz schön was hermachen durch das Schokoladengutter, da kommt man gar nie auf den Gedanken, dass man für diese Cookies eigentlich nur gut 30 Minuten Zeit braucht...

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Gefunden habe ich dieses Rezept in dem Buch von Dr. Oetker Cookies und stellt euch vor... ich habe nichts daran verändert. Kaum zu glauben, aber echt wahr!

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Für die Cookies:
(etwa 18 Stück)

- 1/2 Orange, unbehandelt
- 100 g weiße Schokolade, plus 50 g extra zum Garnieren
- 100 g Butter
- 75 g brauner Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 120 g Mehl
- 1 gestrichener TL Backpulver
- 1 gestrichener TL Kardamom

Die Orange heiß waschen und die Schale der halben Orange abreiben. Die weiße Schokolade in Stücke hacken. Backofen auf 180 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Für den Teig Butter, Zucker, Salz und Orangenschale in einer Schüssel mit dem Handmixer schaumig schlagen, dann das Ei zugeben und etwa eine Minute unterrühren.

Mehl, Natron und Kardamom mischen und zu der Masse geben. Mit einer Spachtel unterheben, danach die Schokostücke.

Den Teig mit zwei Löffeln oder einem Eisportionierer gleichmäßig und mit ausreichend Abstand in runden Häufchen auf das Backblech setzen und nur leicht flach drücken. Die Cookies laufen beim Backen auseinander!

Auf mittlerer Schiene etwa 13 Minuten backen, der Kern sollte dabei weich bleiben.

Nach der Backzeit vollständig auskühlen lassen. Zum Garnieren die restliche Schokolade im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen und in einen Einwegbeutel füllen. Eine kleine Ecke abschneiden, sodass wirklich nur eine kleine Menge Schokolade rausrinnen kann und die Schokolade als Gitter auf die Cookies spritzen.

Wenn die Schokolade getrocknet ist, Cookies in einer luftdicht verschlossenen Dose aufbewahren.

Samstag, 12. April 2014

[Fremdgebloggt] Zitronentopfenmousse mit Himbeersauce (ohne Ei!)

Gastbloggen macht so unheimlich viel Spaß, dass ich nun selbst mal wieder einen geschrieben habe - und zwar bei Sandra von Topfschlacht. Während ihrer Abwesenheit habe ich sie vertreten und ihr ein Topfenmousse mitgebracht mit einer erfrischenden sauren Note und Himbeersauce dazu.

Das klingt ja schon ziemlich sommerlich, ist es wahrscheinlich auch. Ach, ich freue mich einfach schon so sehr auf den Sommer... draußen sitzen. Aperol Spritzer trinken. Eine Sonnenbrille als DAS Accessoire tragen, sie verlieren, eine neue kaufen - kein Spaß, jedes Jahr der gleiche Mist. Sommersprossen im Gesicht bekommen. Barfuß durchs Gras gehen gleiten und sich dabei von einzelnen Grashalmen zwischen den Zehen kitzeln lassen und jeden Tag in einem anderen Sommerkleidchen oder -röckchen durch die Gegend hüpfen. Ich kann es kaum mehr erwarten, bis meine liebste Jahreszeit wieder da ist und ich mich zu Hause nur zum Duschen und Schlafen aufhalten werde.

Natürlich ist mir klar, dass es bis dahin noch ein Weilchen dauert und wir alle noch ein paar Temperaturrückschläge erdulden müssen. Aber bis es so weit ist, tröste ich mich mit einem Zitronentopfenmoussetörtchen hinweg, das nicht nur besonders erfrischend und fruchtig schmeckt, sondern auch noch locker und leicht ist... also genau richtig für den Sommer!
Auf dieses Topfenmousse bin ich vor einiger Zeit gestoßen und dabei habe ich sofort den Drang verspürt selbst eines zu machen Ich schwöre euch, das schafft selbst der blutigste Anfänger -  großes Indianerehrenwort! Es ist so einfach und rasch zu machen, dass es fast schon wieder unverschämt ist. Aber nicht nur das, es lässt sich auch wunderbar vorbereiten und ist daher ein ideales Dessert, wenn man Gäste erwartet und nicht die meiste Zeit in der Küche verbringen will. Denn die Arbeit macht quasi der Kühlschrank und man muss es bloß noch anrichten. Ideal, oder? Solche Desserts sind mir immer sehr willkommen, wenn sie eigentlich schon längst fertig sind, wenn die Gäste bereits da sind. Dann hat man nämlich genug Zeit zum Plaudern und kann trotzdem auftrumpfen mit einem herrlich erfrischenden und lockeren Mousse.

zitronen_topfenmousse (1)

Wer allerdings so richtig angeben will, der macht ein Törtchen daraus und sichert sich seitens der Gäste massenhaft Komplimente dafür, versprochen. Ein Törtchen hat man auch recht schnell daraus gezaubert, indem man einen Bisquitboden macht. Wem das zu viel Aufwand ist, macht einfach einen Keksboden, schmeckt genauso gut!

zitronen_topfenmousse (7)

Und ja, ihr habt richtig gesehen. Ich habe Himbeeren außerhalb der Saison gekauft, ich schlimmes Mädchen...

zitronen_topfenmousse (2)

Für den Butterbisquit:
(6 Portionen, à 8 cm Durchmesser)

- 2 Eier
- 50 g Zucker
- 60g Mehl
- 10 g Stärke
- 30 g Butter
- 1 TL Backpulver

Für das Topfenmousse:

- 250 g Topfen
- 250 g Obers
- 1 unbehandelte Zitrone
- 80 g Zucker
- 2 Bl. Gelatine

- 3 EL Zucker
- 200 g TK-Himbeeren
- frische Himbeeren und etwas Minze zum Garnieren

Für die Bisquitmasse zunächst eine Backform mit 20x30cm Durchmesser einfetten und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

In einer Schüssel Mehl, Backpulver und Stärke gut mischen. Die Butter zum Schmelzen bringen und abkühlen lassen.

Den Zucker mit den Eiern auf höchster Stufe sehr schaumig schlagen, die Masse sollte sehr hell und schon fast weiß sein. Mit einem Teigschaber vorsichtig das Mehlgemisch unterheben, am Schluss die Butter hinzufügen.

Die Bisquitmasse nun in die Backform füllen und glatt streichen. Etwa 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach dem Backen den Bisquitboden vollständig auskühlen lassen.

6 Dessertringe à 8 cm vorbereiten. Aus dem vorbereiteten Boden 6 Kreise ausstechen und jeden Dessertring damit auslegen.

Für das Mousse die Zitrone heiß abwaschen und die Schale abreiben. Es ist wichtig, dass nur das Gelbe abgerieben wird, denn sonst wird es bitter! Eine Hälfte der Zitrone auspressen.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Zucker und Obers steif schlagen und beiseite stellen. Den Topfen kurz mit der Zitronenschale und dem -saft cremig rühren. (Den Zitronensaft aber bitte nur dann verwenden, wenn ihr es gern sauer-zitronig habt, ansonsten reicht der Zitronenabrieb aus!)

Die Gelatine bei geringer Hitze und mit 2 bis 3 EL Wasser unter Rühren auflösen, 2 bis 3 EL vom Topfen dazu geben, glatt rühren und zum restlichen Topfen dazu geben. Alles gut verrühren.

Nun das Obers vorsichtig unterheben, bis alles homogen ist.

Das Mousse nun gleichmäßig auf die 6 Dessertringe verteilen. Im Kühlschrank abgedeckt etwa 4 Stunden fest werden lassen.

In der Zwischenzeit kann die Sauce vorbereitet werden. Dafür die Himbeeren mit dem Zucker in einem Topf aufkochen lassen, danach pürieren. Wer die Kerne nicht möchte, streicht das Himbeerpüree durch ein Sieb.

Nach der Kühlzeit die Dessertringe entfernen. Dafür vorsichtig mit einem Messer den Rand entlang fahren und die Törtchen herauslösen.

Mit Himbeersauce beträufeln so viel man möchte. Für die Garnitur ein frische Himbeere und ein Minzeblatt (oder zwei) oben drauf setzen.

Mittwoch, 9. April 2014

Topfenguglhupf mit Beeren - oder wie ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen habe

Ihr wisst ja, dass ich gerne mal meine Suchbegriffe in den Statistiken ansehe. Da sind ja immer wieder Brüller dabei, das glaubt mir keiner, der das selber nicht gelesen hat! Aber hin und wieder sind auch recht sinnvolle Suchwörter dabei, da denkt man schon mal, dass das echt Sinn macht. Unlängst tippte jemand Resteverwertung in die Suchmaschine ein und ist damit bei mir gelandet. Ich weiß nicht was dieser jemand restverwerten wollte, aber von dieser Grundidee bin auf jeden Fall ein ganz großer Fan!

Nur ungern schmeisse ich Lebensmittel weg. Klar mache ich mir auch Gedanken über die heutige Konsum- und Wegwerfgesellschaft, aber in erster Linie denke ich dabei auch - man möge mir meinen Egoismus an dieser Stelle bitte verzeihen - an mein Geld, für das ich arbeiten muss, und das nicht minder hart. Ich möchte es also nicht einfach so beim Fenster rauswerfen direkt in den Mistkübel schmeissen. Daher versuche ich Reste, so gut ich kann, zu verwerten und zur Not friere ich sie ein - sofern das möglich ist. Bleiben Kuchenreste übrig und habe ich grade keine Möglichkeit sie zu verarbeiten --> ab in den Tiefkühler. Zu viele Beeren? --> Tiefkühler. Zu viele Kräuter, von meiner Arbeitskollegin, die es gut meint und mich damit überhäuft --> Tiefkühler. Diese Liste kann man beliebig fortführen. Das Ergebnis ist jedoch immer dasselbe und lautet Tiefkühler.

Auch auf meinem Blog habe ich hier und hier erzählt wie ich Reste verarbeitet und meine Geldbörse, mein Gewissen und meinen Gaumen zum Jubeln gebracht habe.

Der Blick in den Kühlschrank verriet letztens, dass auch bei mir mal wieder Resteverwertung im großen Stil angesagt ist. Eine Packung Topfen und drei übrige Eier, die irgendwie verarbeitet werden mussten, bevor sie den Zenit ihrer Genießbarkeit erreicht haben. Eine Zitrone, deren Schale noch abgerieben werden wollte, bevor sie beginnt zu schrumpeln. Und noch ein paar Heidelbeeren und Himbeeren im Tiefkühler, die noch vor dem Startschuss für die kommende Saison aus dem Tiefkühler gekickt werden sollten.

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Was für ein Glück, dass sich meine Freundin zum Backen angekündigt hat, nachdem ich ihr schon in den Ohren gelegen bin sie gefragt habe, ob wir mal gemeinsam was backen. Vielleicht war es der richtige Nachdruck, mit dem ich mich letztens mit der Aussage und erhobenem Moralfinger verabschiedet habe von ihr, dass wir jetzt endlich mal eine gemeinsame Backsession einlegen müssen! Denn kurz darauf haben wir uns für einen Vormittag bei mir verabredet und ich durfte - oh yeah - das Rezept aussuchen. Die Sache war für mich natürlich sofort klar: die Reste müssen weg!

Das einzige Problem an der Sache war allerdings, dass ich für gewöhnlich alleine backe und es daher nicht gewohnt bin, dass da jemand danebensteht und mich fragt, ob es denn noch andere Dinge zu tun gibt... Viele Arbeitsschritte habe ich schon so verinnerlicht, dass sie höchstwahrscheinlich mit Sicherheit selbst im Schlaf wie aus der Pistole geschossen kommen. Backen zu zweit war also komplettes Neuland für mich und ich vermute mal, dass meine Freundin es nicht leicht hatte mit mir. Das Rezept war in meinem Kopf und ich natürlich völlig in Gedanken - schließlich weiß ich ja genauestens Bescheid über jeden Arbeitsschritt - und so stand sie öfter mal - gezwungenermaßen - tatenlos neben mir, schaute mir zu und fragte zwischendurch immer wieder "Kann ich auch was tun?" und "Warum machst du das jetzt so?". Erklärungen über Arbeitsabläufe gab ich ihr natürlich keine, denn für mich hatte alles ja eine Logik und die Hauptsache war, ich konnte mein Ding durchziehen und den Kuchen möglichst schnell in den Ofen befördern, ich Egoist. Ich glaube, das gemeinsame Backen muss ich noch ein bisschen üben.... dann klappts auch mit der Arbeitsaufteilung. Aber vielleicht bringt sie ja nochmal die nötige Geduld auf für eine Kücheneigenbrötlerin wie mich und gibt mir noch eine Chance. Ich gelobe Besserung, ich schwöre!

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In jedem Fall konnte ich so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem meine Freundin und ich Lebensmittel vor einem unehrenhaften Tod durch Entsorgen bewahrt und diesen Kuchen gemeinsam gezaubert haben, weil ich sie ja schon Wochen zuvor angemotzt habe deswegen.

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Für den Guglhupf:
(Menge etwas reduziert)

- 150 g Topfen
- 150 g Zucker
- 150 g Butter
- 160 g Mehl
- 20 g Stärke
- 3 Eier
- 2 TL Backpulver
- 2 TL Vanillezucker
- Abrieb einer unbehandelten Zitrone
(optional - eine Handvoll Himbeeren
- eine Handvoll Heidelbeeren)

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Guglhupfform fetten und bemehlen.

Mehl, Stärke und Backpulver abmessen und sieben. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Butter und Eigelb schaumig schlagen, Zitronenabrieb, Zucker und Vanillezucker einrühren. Topfen löffelweise zugeben und mixen, bis alles homogen ist.

Das Mehlgemisch portionsweise unterheben, am Schluss das steif geschlagene Eiweiß unterheben.

(Optional: Den Teig nun in 3 Portionen teilen. Vorsichtig die Heidelbeeren und die Himbeeren jeweils in ein Drittel unterheben, das letzte Drittel bleibt ohne Beeren. Die Teigdrittel dann so in der Form verteilen und glatt streichen, wie ihr es wollt.)

Auf mittlerer Schiene etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach der Backzeit den Kuchen 5 Minuten in der Form auskühlen lassen, danach stürzen und vollständig abkühlen lassen.

Zum Servieren mit Zucker bestreuen... oder auch nicht.

Freitag, 4. April 2014

Oreo Cheesecake Cookies

Ich glaube, mittlerweile weiß wirklich absolut jeder, der meinen Blog verfolgt (und sei es noch so unregelmäßig), dass ich auf Oreos total stehe. Aber auch auf Cookies. Und auf Cheesecake. Schon die ersten Cheesecake Cookies, die ich gemacht habe, rissen mich echt vom Hocker. Ich schwöre, ich musste eine zweite Ladung machen, weil ich - ganz dreist - die erste für mich behalten habe. Das nenne ich allerdings gesunden Egoismus. ;) Aber ihr müsst mich verstehen, die Cookies-Cheesecake-Kombination ist einfach ein Wahnsinn, ehrlich wahr. Wer noch immer ungläubig ist, der geht bitte ganz schnell in die Küche und macht sich eine Ladung dieser verboten guten Cookies! 

Was ich ebenfalls hier schon öfter deutlich gemacht habe, ist, dass ich eine gewisse Vorliebe dafür hege Oreos generell zweckzuentfremden einem anderen, höheren Zweck zu widmen. Nämlich am besten zerbröselt oder zerkleinert in irgendeinem Kuchen, einem Dessert oder in sonst einer süßen Speise. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte mal einfach so in einen Oreo in Reinform gebissen habe, ohne dabei an diverse Weiterverarbeitungsmöglichkeiten zu denken. Ich fürchte fast, dass mir das auch nie wieder wirklich gelingen wird, denn dafür sind die Einsatzmöglichkeiten zu vielfältig.

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So kam ich auf den Gedanken meine neo-liebgewonnene Kombination mit Oreos zu probieren. Cookies, Cheesecake und Oreos? Woohooo, Jackpot! Meine Suche dauerte auch nicht besonders lange, fündig wurde ich bereits nach wenigen Minuten und das Rezept von Brown Eyed Baker sagte mir so zu, dass ich meine Recherche als erfolgreich beendet erklärt habe und sofort voller Elan und Tatendrang in die Küche hüpfte, um als Vollblut-oreo-zerbröslerin meines Amtes zu walten.

Dort musste ich mich doch sehr beherrschen, denn die Versuchung war groß mein Gesicht in den Cookieteig zu drücken und mit den Oreobröseln zu panieren, um danach genüsslich alles wieder abzulecken. Das stellt ihr euch jetzt mal bitte nicht bildlich vor, danke! Selbstdisziplin heißt in diesem Fall das Zauberwort, ich habe nur ganz wenig von dem rohen Teig genascht (jetzt mal ehrlich, das gehört doch zum Backen dazu und ohne wäre es ja auch vollkommen ööööde!), dafür dann aber gleich zwei Stück von den fertigen Cookies, als sie frisch (und entsprechend heiß) aus dem Ofen kamen.

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Die Entscheidung gleich welche zu naschen, erwies sich - nachträglich betrachtet - als äußerst klug. Denn wenn Besuch kommt und sich herausstellt, dass es eine Horde wildgewordener Naschkatzen ist, die einem zwar nicht die Haare vom Kopf fressen, dafür aber die Cookies aus der Dose wegfuttern, dann ist man doch froh, wenn man sich vorher ein oder zwei stibitzt hat. (Man muss ja schließlich vorher kosten.) Hauptsache es schmeckt, oder? Und letztlich weiß es man es dadurch, wenn das Kompliment-Schrägstrich-die Frage aufkommt "Boah, sind die geil. Darf ich noch einen haben?"
Öööh, nein... Leider keine mehr da.... Ihr habt alle gegessen...

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Für die Cookies:

- 100 g Frischkäse
- 115 g weiche Butter
- 200 g Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 120 g Mehl
- 150 g Schokolade, grob gehackt oder Schokodrops
- etwa 8 Oreos

Die Oreos MIT der Creme fein zerbröseln (funktioniert am besten im Standmixer!). Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier ausgelgen.

Die weiche Butter und den Frischkäse in einer Schüssel auf mittlerer Stufe mit dem Handmixer verrühren, bis alles homogen ist. Danach den Zucker und den Vanilleextrakt einrühren und mixen, bis wieder alles homogen ist.

Auf kleinster Stufe das Mehl einrühren, am Schluss die grob gehackte Schokolade, bzw. die Schokodrops unterheben.

Mit einem Esslöffel etwas vom Teig abnehmen, Bällchen formen und in den Oreobröseln rundherum wälzen. Danach auf das Backblech setzen und dabei etwas Abstand lassen. Die Cookies mit der Handfläche leicht flach drücken. Sie laufen beim Backen nur etwas auseinander.

Auf mittlerer Schiene etwa 12 bis 15 Minuten backen, danach aus dem Ofen nehmen und zwei Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, danach auf ein Gitter setzen und vollständig abkühlen lassen.
Dienstag, 1. April 2014

Amarena Kirsch- Mohn Minigugls

Ich habe mich natürlich nicht mit nur einer Sorte Minigugls zufrieden gegeben. Die Gründe dafür sind zwar recht schnell aufgezählt, dafür aber recht einleuchtend.
Grund Nummer eins (und der schlägt sowieso alle anderen): Ich backe gerne und vor allem versuche ich gerne Neues! Zweitens, wenn ich schon mal das Backrohr anwerfe, dann muss es sich wenigstens auch lohnen. Bei einer Backzeit von weniger als einer viertel Stunde, dann finde ich das nicht besonders ökonomisch, wenn die Aufheizphase nur unwesentlich kürzer ist als die Backzeit selbst. Hinzu kommt, dass ich mich zwischen zwei Rezepten nicht entscheiden konnte, also warum lange fackeln? Einfach beide backen! Geht doch bei diesen Minidingern eh so schnell! Na, das reicht doch wohl aus, wenn man ohnehin (mindestens) zwei Sorten backen möchte, oder?

Aber all diese Gründe sind für mich noch nicht genug. Nein, nein, nein, denn ich setze noch einen obendrauf. Ich habe nämlich lustigerweise von meiner Tante ebenfalls eine Miniguglbackform aus Silikon geschenkt bekommen, die ich bisher noch nicht eingeweiht habe. Ich will mich ja nicht als undankbare Nichte präsentieren und die Backform in meiner Backformenlade verstauben lassen.

Und so kam es, dass ich - weil ich grad so gut drauf war - beide Formen rausgeholt und nacheinander damit gebacken habe. Natürlich nur nacheinander, da ich ja nicht zwei Teige auf einmal rühren kann. Der Wechsel der beiden Backformen war dann fliegend. Kaum war der zweite Teig gerührt und in die Förmchen gefüllt, konnte ich die erste Ladung auch schon aus dem Ofen holen und die zweite in selbigen schubsen.

Was dann passierte, sollte ich eigentlich nicht so frei heraus erzählen. Aber schließlich haben wir ja alle unsere Macken besonderen Eigenschaften, die uns so liebenswürdig machen, oder? Allerdings für folgendes verzeihe ich euch ein eventuell auftrendendes Kopfschütteln und/oder Schmunzeln:
Ich beförderte die Amarena Kirsch- Mohn Gugls ins Backrohr und war so neugierig, ob und wie das mit der Silikonform im Ofen anstandslos klappt, dass ich meinen Blick durch die Glasscheibe ins Backofeninnere einfach nicht abwenden konnte. Na, es wurde sogar noch ein bisschen schlimmer! Ich machte es mir auf dem Küchenboden im Schneidersitz bequem und betrachtete in einem tranceähnlichen Zustand mein Backwerk im Ofen so lange, bis die Eieruhr klingelte, mich aus meiner fast schon meditativen Haltung herausriss und ich die Minigugls aus dem Ofen holen konnte. Aber was sollte ich tun? Zuvor habe ich noch nie mit Silikonformen gebacken, bisher habe ich sie immer nur für Pralinen benutzt und auch Minigugls waren das reinste Neuland für mich. Das waren gleich zwei Neuerungen auf einmal! Und schließlich bin ich auch neugierig weiß ich einfach gerne alles.

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Ich muss an dieser Stelle wiederholen: Minigugls sind so rasch gemacht, das ist fast gar nicht wahr. Genauso schnell wie sie gemacht sind, sind sie allerdings auch schon wieder aufgegessen. In Zukunft wird es also mit Sicherheit öfters Minigugls in Viktoria's Kitchen geben! Aber sie sind ja auch so zum Anbeissen süß, findet ihr nicht auch?

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Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich das Rezept aus dem Buch Feine Gugl habe, dort findet man das Rezept allerdings mit Vanille. Die habe ich aber kurzerhand durch Amarena Kirschen ausgetauscht. Wer lieber beim Original bleibt, nimmt eine halbe Vanilleschote.

Dass ich nun so lange gebraucht habe, um das zweite Rezept zu posten, das ich sofort nach den Apfel- Zitronen Gugls gemacht habe, ist für mich ideal. Denn wenn Clara von tastesheriff ruft, folgt ihr die halbe Bloggerwelt. Monat für Monat gibt es im Rahmen ihrer Aktion Ich back's mir ein Motto, das sich für mich diesmal zufällig perfekt ergibt, denn es wird gegugelt! Also wenn das mal nicht nach Hier! Ich! Mitmachen! schreit...

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Für die Minigugls:
(18 Stück)

- 1 Ei
- 1/4 unbehandelte Zitrone
- 45 g Butter
- 35 g Staubzucker
- 1 Prise Salz
- 20 g Mehl
- 35 g Weichweizengrieß
- 15 g Mohn
- 1 EL Milch
- 35 g Amarena Kirschen

Die Backform ggf. fetten und bemehlen. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Schale der Zitrone abreiben, den Saft auspressen. Die Amarena Kirschen klein hacken.

Ei, Zucker, Butter, Zitronenabrieb und 1 TL vom Saft, Salz verrühren. Danach da Ei zufügen und schaumig schlagen.

Mehl und Weizengrieß zusammen mit der Milch zum Teig geben, am Schluß den Mohn und die Kirschen unterheben.

Den Teig gleichmäßig auf die Mulden verteilen und auf mittlerer Schiene etwa 14 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Nach dem Backen die Minigugls ca. 5 Minuten in den Förmchen auskühlen lassen, danach herauslösen und vollständig abkühlen lassen.... oder noch lauwarm genießen. Wie ihr wollt!