Donnerstag, 29. Mai 2014

Holunderblütensirup mit Zitrone

Bereits letztes Jahr hat meine Mama eine ganze Badewanne voll Holunderblütensirup gemacht, weil das Zeug echt an jeder Ecke wächst. Eigentlich wollte ich ihr ja eine Flasche abschwatzen und fast hätte ich auch eine bekommen. Wäre da nicht mein kleiner Bruder gewesen, der ein Veto eingelegt hat, dass sie eindeutig schon zu viel verschenkt hat und ich gefälligst keine Flasche mit nach Hause nehmen soll! Na gut, dann nicht. Aber meine Zeit sollte noch kommen! Nämlich ziemlich genau ein Jahr später.

Vergangene Woche war ich mit meiner Mama unterwegs am Wienerberg. Natürlich, um Holunderblüten zu sammeln. Zwar haben die Leute ein bisschen komisch geschaut, als sie sahen, dass zwei Frauen schwer bewaffnet mit Schere und großer Stofftasche vor dem Bauch quer durch die Botanik hechten, um Holunderblüten zu ergattern. Aber wenn's denn sonst keiner sammelt, dann tun es eben wir. Ist ja schließlich genug für alle uns da!
"Sollen die anderen doch blöd schauen. Dafür haben wir dann etwas, was die anderen nicht haben!" hat meine Mama gesagt. Tja, wo sie Recht hat...

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Tags darauf spazierte ich in aller Gemütlichkeit in die Arbeit. Ich bin ja in der glücklichen Lage, dass ich meinen Weg zur Arbeit in nur 15 (längstens 20) Minuten zu Fuß bestreiten kann. Mein Weg führt mich dabei durch einen Park, den ich bisher wohl immer nur mit Scheuklappen durchquert habe. Ich weiß nicht, warum es mir nicht schon viel früher aufgefallen ist, aber plötzlich ich musste mal kurz stehen bleiben. Das gibt es ja nicht, spinn' ich denn jetzt total? Knick in der Optik, oder was? Auch das Augenribbeln machte es nicht besser. Was da ist, kann ich ja nicht einfach aus meinem Sichtfeld rubbeln.

Sofort musste ich meine Mama anrufen! Kein Hallo, wie gehts. Kein Alles klar bei dir? Nein, lieber gleich mit der Türe ins Haus fallen: "MAMAAAAA!! Ich geh' grad in die Arbeit und du glaubst mir NIIIEEE was grade ich sehe!! HOLUNDER! ÜÜÜÜBERALL!! Und da sind riiiiieeeesigst große Dolden drauf!!" 
Echt wahr. Nur 3 Gehminuten von mir entfernt befindet sich das reinste Holundereldorado. Überall Sträucher! Wie konnte ich nur die ganze Zeit so blind sein? Laufe ich wirklich mit Scheuklappen durch die Gegend? Na, offensichtlich! Ich weiß schon, wer dort im nächsten Jahr alles schonungslos plündern wird...
Aber wenn ich ehrlich sein soll... mich juckt es schon ein bisschen in den Fingern und ich bin mir nicht sicher, ob ich warten will/kann bis zum nächsten Jahr. Denn dafür gibt es einfach noch viele Blüten, die nur darauf warten, dass sie in meine Tasche wandern! 

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Hergestellt habe ich den Sirup nach einer knackigen Anleitung meiner Mama: "Läuterzucker, Holunder, ein paar Tage stehen lassen, nochmal aufkochen, fertig." Warum ausschweifend werden, wenn es kurz und bündig auch geht?
Aufgespritzt mit Mineralwasser und getrunken aus dem Weinglas... das ist an Dekadenz kaum zu übertreffen, oder? Übrigens schmeckt der Sirup mit einem Extraschuss Zitrone und einem Eiswürfel (oder zwei) noch etwas erfrischender! Aber über meine Liebe zu Zitronen muss ich mich ja nicht nochmal auslassen. :P

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Für den Sirup:
(ergibt etwas mehr als 3 Liter)

- 2 l Wasser
- 2 kg Zucker
- 3 unbehandelte Zitronen
- ca. 30 große Holunderblüten

Für den Sirup einen Läuterzucker herstellen. Dafür Wasser und Zucker in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Umrühren, bis sich der Zucker gelöst hat und dann noch etwa 5 Minuten köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen.

Die Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.

Die Holunderblüten, den Zitronenabrieb, sowie den Saft zum Läuterzucker geben, Deckel drauf, den Topf in die Ecke stellen und für 3 oder 4 Tage vergessen. Können aber auch 5 sein... wie ihr wollt und Zeit habt.

Am Tag der Fertigstellung die benötigten Flaschen sterilisieren - Entweder im Topf auskochen oder im Backrohr bei 150 Grad.

Den Topf wieder auf den Herd stellen, den Sirup zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten köcheln lassen.

Den fertigen Sirup dann durch ein Sieb gießen und noch heiß in die Flaschen füllen.

Samstag, 24. Mai 2014

Erdbeer- Rhabarber Sirup - und ein Mojito dazu!

Meine Mama hat gesagt, als Kind habe ich Rhabarber geliebt. Irgendwie fällt es mir aber ein bisschen schwer ihr das zu glauben. Laut ihren Erzählungen habe ich oft auf ein Rhabarberkompott bestanden. "Aber... war das nicht immer furchtbar sauer?" fragte ich sie letzte Woche beim Holler pflücken. "Ach, mit genug Zucker ging das schon...." Na gut, sie wird es ja wohl wissen. Ich kann mich jedenfalls beim besten Willen nicht daran erinnern. Und ihr wisst ja wie das so ist... woran man sich nicht erinnert, das ist NIE passiert. Nie!

Vor einigen Jahren habe ich ein Stück von einer Rhabarber-Baiser Torte probiert. Für gewöhnlich esse ich nichts aus Höflichkeit. Zwar probiere ich einen Bissen, aber wenn mir etwas nicht schmeckt, dann lasse ich es stehen. Aber bei dieser Torte hatte ich selbst mit diesem einen Bissen große Mühe. Die Baiserschicht war schon längst am Weg in Richtung Magen und der Tortenboden konnte mir auch nicht darüber hinweghelfen, dass es einfach nur so unpackbar sauer war. Ich wusste dann nicht so recht wie ich der Gastgeberin nun verklickern soll, dass ich ihre Mühe zwar zu schätzen weiß, ich dieses Stück Torte aber ums Verrecken nicht essen kann. Aber ein Blick in mein Gesicht hat ihr dann wohl alles verraten und ich musste - Gott sei Dank - nicht mehr groß erklären, dass ich selbst unter größter Anstrengung und Selbstdisziplin nicht einmal die Hälfte schaffen würde.

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So ganz verstanden habe ich die Situation damals allerdings nicht. Denn ich mag es sonst gern sehr sauer. Und damit meine ich wirklich SEHR. Um es euch ein bisschen zu verdeutlichen: bestelle ich ein Soda Zitrone im Restaurant, dann sage ich dem Kellner ausnahmslos IMMER, dass er bitte mit der Zitrone nicht sparen soll.
"Bitte SEHR sauer!"
"Wie sehr?" 
"Ja, so richtig viel. Das Soda muss kräftig gelb sein!"
Bisher ist noch jeder Kellner mit einem verdutzten Blick davon gtetrottet. Denn ich trinke nicht Soda mit Zitrone. Nein, ich trinke Zitrone mit Soda. Auf einen Liter Wasser kommen bei mir schon mal gut 4 bis 5 Zitronen rein - aber nur an schwachen Tagen. Versteht ihr was ich meine? Wenn sich bei anderen schon sämtliche vorhandenen Gesichtsmuskeln zusammenziehen, fängt es mir gerade einmal an zu schmecken! Ja, wir haben alle so unsere komischen Ess- und Trinkgewohnheiten...

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Deshalb war es mir wirklich ein Rätsel warum ich diese Rhabarber-Baiser Torte nicht essen konnte. Verschlimmert wurde es dadurch, dass ich ziemlich genau ein Jahr danach Rhabarbersaft  gekauft habe. Komm, gib' dir einen Ruck und versuch es einfach nochmal, dachte ich mir. Haha, Fail! Ähm, der Saft stand so lange im Kühlschrank, bis er fast von selbst bereit war in die Mülltonne zu wandern...
Seit diesen beiden Erlebnissen habe ich nie wieder was mit Rhabarber probiert. Der Schock saß mir einfach noch zu tief im Nacken.

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Bis zu dem Tag, an dem ich bei Nina den Erdbeer- Rhabarber Sirup entdeckt habe. Dass die beiden nicht nur optisch ein hübsches Paar abgeben, sondern auch geschmacklich ein wunderbares Duo sind, hört man ja an allen Ecken und Enden. Meine Neugier war neu entfacht....
Endgültig um mich geschehen war es allerdings, als sie den dazu passenden Mojito veröffentlicht hat. Da wusste ich, dass ich diesen Sirup auf jeden Fall machen werde!
Was soll ich dazu sagen? Für mich ein absoluter Knaller! Ich überlege ernsthaft, ob ich nochmal schnell ein paar Flaschen nachproduzieren soll, bevor die Rhabarbersaison zur Neige geht. 

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Nicht, dass ich dem Alkohol ständig frönen würde... Aber wenn man die ganze Woche in einem Seminar sitzt und sich wie damals in der Schule einen Frontalvortrag (Hallo, interaktives Lernen, wo bist du?) von 8.30 - 17 Uhr reinziehen muss, dann ist man am Ende der Woche glücklich mit einem Mojito (oder zwei) draußen sitzen und einfach nur das Hirn, das mittlerweile sowieso nur noch Gelee ist, "auslüften" zu können. Wenn das dann auch noch ein Mojito mit dem Erdbeer- Rhabarber Sirup ist, dann bin ich sowieso gleich noch viel zufriedener!

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Aber nicht nur im Mojito schmeckt der Sirup besonders gut, sondern auch für einen Spritzer (=Weißweinschorle) ist der Sirup wunderbar geeignet. "Hihi, geil, das schmeckt ja wie Erdbeer Bowle!" meinte meine Freundin letztens dazu.
Ach, was solls... der Sommer hat gerade erst begonnen, ich mach einfach noch ein paar Flaschen. Angeblich hält er bis zu 6 Monate, wenn man ihn kühl und dunkel lagert... weiß ich nicht so genau, denn so lange wird der bei mir nicht überleben!

Den Sirup habe ich allerdings etwas anders gemacht. Statt Vanille zu verwenden wie Nina, habe ich - oh, welch Überraschung - Zitrone in den Sirup gegeben. Wem die Vanille dann doch lieber ist, lässt die Zitrone weg und nimmt eine Vanilleschote.

Für den Sirup:

- 750 g Rhabarber, bereits geputzt und gewogen
- 750 g Erdbeeren, bereits geputzt und gewogen
- 2 bis 3 unbehandelte Zitronen
- 1 1/2 kg Zucker
- 1 1/2 l Wasser

Zunächst die Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Je nachdem, wie viel Zitrone ihr mögt, nehmt ihr zwei oder drei Zitronen.

Die Erdbeeren, den Rhabarber, den Abrieb und den Saft der Zitronen, sowie den Zucker in einen großen Topf geben, gut verrühren und abgedeckt gut 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. 

Am nächsten Tag die Früchte pürieren, das Wasser zugießen, den Topf auf den Herd stellen und alles zum Kochen bringen. Den Sirup für etwa eine halbe Stunde köcheln lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entstanden ist.

Den Sirup durch ein Sieb streichen, um Fruchtreste zu entfernen.

Die Flaschen für den Sirup sterilisieren. Dafür die Flaschen entweder auskochen oder im Backrohr bei 150 Grad Ober- und Unterhitze etwa 15 bis 20 Minuten sterilisieren.

Den Sirup nochmal in den Topf geben, aufkochen lassen und dann noch heiß in die Flaschen füllen.

So, jetzt kann man den Sirup mit Mineralwasser aufgießen... Spritzer damit versüßen... oder Mojito machen (klare Nachmachempfehlung!). Nehmt euch den Rat von Nina zu Herzen und verwendet höchstens ein Viertel, maximal ein Drittel Limette, da der Geschmack vom Sirup sonst überdeckt wird!

Für ein Glas Mojito:

-1/4, max. 1/3 Limette, unbehandelt
- 5 Minzeblätter
- 5 cl weißer Rum
- 5 cl Erdbeer- Rhabarber Sirup
- 6 cl prickelndes Mineralwasser
- Crushed Ice zum Auffüllen

Limette und Minzeblätter in ein Glas geben und mit einem Stössel alles leicht zerdrücken. Mit Rum, Sirup und Mineralwasser aufgießen und mit Crushed Ice bedecken, bis das Glas voll ist.

Zum Schluß setzt ihr euch mit dem Glas vorzugsweise ins Freie, legt die Beine hoch und hinter euch die Sintflut! 
Sonntag, 18. Mai 2014

Himbeer- Baiser Tartelettes - und der 100. Blogbeitrag

Nein, keine Sorge. Ich bejuble nicht jede runde Anzahl an Blogbeiträgen. Aber ich habe die 100 geknackt. So viele Beiträge! Als ich mit dem Bloggen begann, war ich nämlich der Ansicht, dass ich dafür mindestens zwei Jahre brauchen würde! Oder länger. Aber nun ging es doch den einen oder anderen Tag schneller...

Zeit für einen kleinen Rückblick. Eigentlich wollte ich anlässlich meines Bloggeburtstags alles nochmal Revue passieren lassen, aber dann entschloss ich mich kurzerhand doch ein paar Gedanken übers Bloggen loszuwerden.

Aufgeschoben ist ja aber bekanntlich nicht aufgehoben und ich finde, dass heute ein wunderbarer Zeitpunkt ist, um nochmal zurückzuschauen, über Geschichten zu schmunzeln, manches wieder in Erinnerung zu rufen und zu merken, dass ich einiges echt mal wieder backen könnte...

Los geht's!

Dem aufmerksamen Leser entgeht es natürlich nicht, dass ich ständig am Blogdesign herumpfusche. Das erste Mal hab ich es groß angekündigt, ich habe mein Logo gebastelt.


Auch am Header habe ich gewerkelt. Das ist nämlich mittlerweile die Änderung der Änderung der Änderung, Header 3.0 sozusagen.


Ich freue mich natürlich über jede neue Idee, die ich umsetzen kann, aber würde ich jede Änderung hier breit treten, müsste ich fast im Wochentakt einen Beitrag dazu schreiben. Denn 100% zufrieden bin ich ja nie wirklich. Hin und wieder sind es nur Kleinigkeiten, die sich einer optischen Veränderung unterziehen müssen. Und ganz ehrlich... es würde mit der Zeit doch recht fad werden, würde ich jedes Mal einen Freudentanz aufs Parkett legen, nur weil ich mal wieder die Schriftgröße von 12 auf 13 gestellt habe, oder?

Diverse "Extras", die es neuergings gibt, habt ihr vielleicht schon entdeckt: Rezepte liste ich nicht mehr nur alphabetisch auf, sondern auch nach Kategorien, ein paar mehr oder wenige wichtige Fakten über mich gibt es nun ebenfalls und ich habe euch ein paar meiner Lieblingsblogs aufgelistet.

Ich merke an den Statistiken, dass es vor allem einen Beitrag gibt, der mit enorm vielen Klicks unangefochten und konkurrenzlos weit, weit, ganz weit abgeschlagen auf dem ersten Platz der Beliebtheit liegt:

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Die Apfeltorte, die ich meiner Freundin zum Geburtstag gemacht habe.

Ebenfalls sehr beliebt, nicht nur bei euch, sondern auch bei mir... und vor allem bei meiner Freundin (ich höre ihren Zahn tropfen):

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Erdbeeren, Raffaello's - was will man mehr? 
Diese Erdbeer- Raffaello Torte steht übrigens ganz oben auf der Wieder-Back-Liste bei mir. Schon alleine deswegen, weil ich meiner Freundin noch immer eine schulde und sie bereits ein ganzes Jahr darauf warten muss. Ich verspreche, ich werde sie von ihrem Leid erlösen. Indianerehrenwort!

Das Thema Resteverwertung erfreut sich ebenfalls größter Beliebtheit - wie gut, dass ich mich auch darum kümmern kann. Jetzt mal ehrlich, bitte schmeisst keine Kuchenreste - und sind sie auch noch so trocken - weg! Macht Cake Pops draus. Von mir aus, schickt sie mir per Post und ich mache Cake Pops draus, aber bitte, bitte, bitte nicht wegwerfen! Diverse Anregungen bei anhaltender Ideenlosigkeit findet ihr hier:

Ostercakepops (3)       cake pops_vanille (5.1)

... mit Schokolade                                            ... aus Keksresten

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... oder mit Kokos

Aber nichts, wirklich gar nichts - abgesehen von der Apfeltorte - wird so oft gesucht und geklickt wie irgendwas mit Himbeeren. Himbeertorte, Himbeer Brownies, Himbeerpralinen, Eis mit Himbeeren, wurscht, hauptsache Himbeeren!
Na, zum Glück wandern aus meiner Küche Werke, die nicht nur mit besonders viel Liebe, sondern auch mit besonders vielen Himbeeren gemacht sind.
Obwohl ich mich ja eher der Erdbeerfraktion zugehörig fühle, bin ich begeistert, dass offensichtlich das Verlangen nach Himbeeren so groß ist. Gedankenstütze gefällig?

zitronen_topfenmousse (1)       Marillen-Himbeer1

Topfenmousse, aber mit Himbeeren                      Marillen und Himbeeren -       
                                                                     nicht nur farblich ein tolles Duo

Himbeer-Mikado       himbeer-pralinen (6)

Himbeer- Cheesecake mit Mikados                   Himbeer- Joghurt Pralinen    
für meinen kleinen Bruder                                                               

pfirsich_himbeer_parfait (7)       himbeer-brownie (3)

Eisgekühlt: Pfirsich- Himbeer Parfait              Himbeer Cheesecake Brownies -  
                                                                   ebenfalls auf meiner Wieder-Back-Liste!

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Mein persönlicher Favorit:

Und bevor ich euch Himbeerliebhaber nun mit einem weiteren Himbeerrezept beglücke, gibt es zum Abschluss meine beiden persönlichen Highlights, die ich - egoistisch wie ich bin - fast zu schade zum Teilen finde und auch (fast) alleine vertilgt habe:

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Einfach nur yummy:                      Bailey's, nur besser
Erdbeer Cheesecake Cookies                                                   

So, jetzt löse ich aber mein Versprechen ein. Heute habe ich etwas, das euer Himbeerherz mit Sicherheit höher schlagen lässt! 
In dem Buch Anniks Lieblingskuchen findet sich ein Rezept für eine Himbeer Baiser Tarte. Zugegeben, in dem Buch ist es eine große Tarte und nicht ganz viele kleine - wie bei mir. Aber ich habe triftige Gründe!
Erstens: ich musste diese Backform einfach unbedingt haben.
Zweitens: ich habe sie bekommen und musste sie unbedingt ausprobieren.
Drittens: ich stehe auf einfach auf Kleingebäck und musste sie daher unbedingt im entsprechend kleinen Format backen.
Ihr seht den roten Faden und die beiden Kräfte, die mich angetrieben haben, nämlich müssen und unbedingt! Ja ja, die Gier ist ein Hund.


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Der einzige Nachteil daran ist aber, dass diese Mini-minitartelettes so rasch verputzt sind, dass man leicht übersieht wie viele man schon verdrückt hat. Am Ende wundert man sich, dass der Teller leer ist und man kann sich nicht erklären warum man so voll ist....

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Da wahrscheinlich nicht jeder von euch eine Form für so Mini-mini-minitartelettes daheim hat, gebe ich euch das Rezept, das im Buch steht für eine Form mit 28cm Durchmesser.

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Für die Tarte:
(Tarteform mit 28cm Durchmesser)

Für den Mürbteig:

- 100 g kalte Butter
- 50 g Staubzucker
- 1 Ei
- 1 TL Vanilleextrakt
- 200 g Mehl
- 1 Prise Salz

Für die Füllung:

- 5 Eigelb
- 600 g Himbeeren
- Saft einer Zitrone
- 75 g Staubzucker
- 45 g Stärke
- 80 g kalte Butter
- 1 Prise Salz
- 100 ml Wasser

Für die Baiserhaube:

- 5 Eiweiß
- 300 g Staubzucker
- 2 TL Zitronensaft

Zunächst aus allen Zutaten für den Mürbteig rasch einen Teig kneten, bis er homogen ist und nicht mehr an den Fingern klebt. In Folie wickeln und etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Tarteform (am besten eine mit herausnehmbaren Boden) fetten und bemehlen. Den Mürbteig aus dem Kühlschrank holen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 4 mm dünn ausrollen. Die Tarteform damit auskleiden und vor allem die Ecken gut andrücken.

Die Teig nun entweder mehrmals mit einer Gabel einstechen oder mit Backpapier und getrockneten Hülsenfrüchten bedecken und im Ofen für 16 Minuten blindbacken. Wer mit getrockneten Hülsenfrüchten blindbäckt, entfernt nach der Backzeit das Backpapier mit den Hülsenfrüchten und bäckt den Mürbteig dann nochmal für etwa 4 Minuten weiter.

Aus dem Ofen holen und vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung die Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. 400 ml Püree davon abmessen.

Die Eigelbe, Stärke und Zucker verrühren, bis alles glatt und homogen ist. Das Himbeerpüree unter Rühren in die Eiermischung gießen und alles in einen Topf geben, aufkochen lassen und mehrmals aufwallen lassen. Vom Herd nehmen, die kalte Butter in die heiße Masse rühren und schmelzen lassen.

Die Masse auf dem Tarteboden verstreichen und etwas abkühlen lassen.

Für die Baiserhaube den Backofen auf Grillstufe stellen und einen Topf für ein Wasserbad bereit stellen.

Eiweiße, Zucker, Salz, Zitronensaft in eine Wasserbadschüssel geben und über dem Wasserbad (das Wasser darf aber nicht kochen!) aufschlagen, bis sich der Zucker gelöst hat - das dauert mehrere Minuten, mindestens jedoch 5.

Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und nochmal weitere 4 bis 5 Minuten schlagen, bis die Masse fast abgekühlt ist. Vom übrigen Himbeerpüree 80 ml abmessen und unter die Baisermasse heben. Diese auf der Himbeermasse verteilen und im Backofen auf der zweiten Schiene von oben 2 Minuten überbacken - dabei die Tarte nicht aus den Augen lassen!

Herausnehmen, sobald die Baisermasse gebräunt ist, von käseweiß bis tiefschwarz sind es oft nur wenige Sekunden!

Zum Servieren die Tarte mit frischen Himbeeren verzieren.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Ginger Ale - in zwei Varianten

Der heutige Beitrag lässt sich wie die Kronenzeitung lesen - viele Bilder, wenig Text - nur mal so zur Vorwarnung. ;)

Dass ich auf das Rezept für Ginger Ale gestoßen bin, war wahrscheinlich mein Todesurteil. Denn eigentlich trinke ich am liebsten Wasser. Ab und zu Saft. Und uneigentlich saufe trinke ich eine Flasche Ginger Ale aus, sobald sie am Tisch steht. Deshalb kaufe ich nur selten eine Flasche und wenn, dann überliste ich mich selbst, indem bloß eine 0,5l Flasche in den Einkaufskorb wandert. Meine Devise Maß und Ziel wird dann nämlich einfach mal über den Haufen geworfen und das Wort Selbstdisziplin ist mir in dieser Hinsicht ohnehin fremd. Aber jeder hat so seine Laster. Ich rauche nicht, könnte mich zeitweise aber nur von Schokolade ernähren und alles mit Ginger Ale runterspülen. Gott sei Dank verdiene ich meine Brötchen nicht als Diätologin, denn sonst müsste ich mir selbst eine Predigt (mit Moralfinger!) halten, dass das alles andere als gesund ist und jeglicher Vernunft widerspricht!

Zuvor bin ich noch nie auf die Idee gekommen Ginger Ale selbst zu machen. Aber da wusste ich ja auch noch nicht wie kinderleicht die Herstellung ist... 

Finden kann man im Netz viele Rezepte, mehrere Herstellungsvarianten und vor allem sehr viele verschiedene Mischungsverhältnisse. Gemeinsam haben sie allerdings alle folgende Zutaten: Ingwer, Zitrone und/oder Limette, Zucker und Wasser. Die ursprüngliche Variante heißt wohl in Wahrheit Ginger Beer und wird mit Hefe gemacht. 

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Die Herstellung mit Hefe gleicht einem Chemieversuch in der Schule, den die Schüler mit wenigen - vor allem aber haushaltsüblichen - Mitteln selbst durchführen können und in jedem Fall zu einem Erfolgserlebnis führt - allerdings nur, wenn die Hefemenge stimmt und man den richtigen Moment abpasst. Denn dazu braucht man eine Plastikfalsche (kein Glas!) mit 2 Litern Fassungsvermögen, die bis etwa 5 cm unter den Rand gefüllt wird. Mischt man der ganzen Angelegenheit zu viel Hefe bei oder lässt man sie zu lange stehen, könnte es dazu führen, dass die Flasche explodiert. Die Flasche sollte auf keinen Fall zu stark bewegt werden, gerade stehen und vor dem Verzehr kühl gelagert werden. Tja, bei all diesen Warnhinweisen kann man es schon mal mit der Angst zu tun bekommen, weil man das Gefühl bekommt, man produziert hier nicht ganz zwei Liter flüssigen, hochgradig gefährlichen Sprengstoff, der einem die ganze Bude bei falscher Handhabung um die Ohren haut. Nun, ganz so schlimm ist es nicht, man muss nur ein bisschen ein Auge darauf haben. 

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Denn sobald die Flasche prall ist und bei leichtem Druck nicht mehr nachgibt, ist das Gebräu fertig. Das dauert in der Regel 24 bis 48 Stunden. Danach kommt die Flasche in den Kühlschrank, damit der Vulkan, der da im Inneren der Flasche brodelt, quasi stillgelegt wird. Gekühlt schmeckt's außerdem eh besser! 

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Für den Ginger Ale mit Hefe:

- 1 1/2 bis 2 EL geriebener, frischer Ingwer
- 250 g brauner Zucker
- 1 unbehandelte Zitrone
- 3 g frische Hefe oder 1,5 g Trockenhefe
- etwa 1 1/2 l Wasser
- 1 saubere 2l Plastikflasche

Die Zitrone heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.

Zitronenabrieb und -saft, Zucker, Ingwer und Hefe in die saubere Flasche füllen und bis etwa 5 cm unter den Flaschenrand mit Wasser auffüllen.

Den Inhalt gut durchschütteln, bis sich Zucker und Hefe aufgelöst haben und die Flasche dann für 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Nach 24 Stunden den Drucktest machen. Ist die Flasche prall und gibt nicht mehr nach, wenn man sie leicht eindrückt, ist der Ginger Ale fertig. (Wenn nicht, so lange stehen lassen, bis die Flasche bei leichtem Druck nicht mehr nachgibt. )

Die pralle Flasche nun für gut 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Zum Servieren den Inhalt durch ein Sieb gießen, um die Zitronenzesten und die Ingwerstücke zu entfernen.
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Geschmacklich überzeugt hat mich allerdings der "ungefährlichere" Sirup, für den keine Hefe benötigt wird. Das Rezept mit der Hefe hat den großen Nachteil, dass bei der Gärung neben Kohlensäure auch Alkohol entsteht. Der Gehalt ist zwar gering, aber doch merklich da. Die Hefenote erinnert mich leicht an Weizenbier und bleibt irgendwie am Gaumen hängen. 

Für den Sirup braucht man wesentlich mehr Ingwer, aber das ist dann auch schon der einzige Nachteil (sofern man das als solchen bezeichnen kann). Die Kohlensäure muss extra zugesetzt werden, aber es ist ja auch ein Sirup. Aber aufgießen kann man schließlich mit kaltem Mineralwasser!

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Ginger Ale als Sirup überzeugt mich auf der ganzen Linie - er ist länger haltbar, platzsparender im Kühlschrank, hat keinen Alkoholgehalt (das heißt keine anhaftende Hefenote am Gaumen) und ist daher auch für Kinder geeignet!

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Gefunden habe ich den Sirup bei der klang von zuckerwatte mit einem weiteren Vorschlag für einen Winter-Ginger Ale mit Gewürzen und Orangen, der ich definitiv neugierig gemacht hat...

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(Man beachte bei diesem Foto bitte das Glas, das brav Modell stand, sich dann aber just in dem Moment entschloss umzufallen, als ich grade den Finger am Auslöser hatte. Na gut, wenigstens war nur ein kleiner Schluck verschüttet!)

Für den Ginger Ale Sirup:

- 150 g frischer Ingwer
- 250 g brauner Zucker
- 1 unbehandelte Limette
- 1 unbehandelte Zitrone
- 500 ml Wasser

Zunächst die Flaschen, in die der Sirup gefüllt wird, sterilisieren. Dafür das Backrohr auf 120 Grad vorheizen und die Flaschen darin 15 bis 20 Minuten sterilisieren. Wahlweise können sie auch im kochenden Wasser 10 bis 15 Minuten ausgekocht werden. 

Die Zitrone und die Limette heiß abwaschen, jeweils die Schale abreiben und den Saft auspressen. Den Ingwer schälen und ebenfalls reiben, klein hacken oder in dünne Scheiben schneiden.

Wasser, Zucker, Zitronen- und Limettensaft, sowie den Abrieb von beiden und Ingwer in einen Topf geben, aufkochen lassen und 5 bis 10 Minuten köcheln lassen, bis eine sirupartige Konsistenz entstanden ist.

Den Sirup durch ein Sieb in die sterilisierten Flaschen füllen, vollständig auskühlen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahren.

Zum Servieren die gewünschte Menge Sirup mit Mineralwasser aufgießen.

Sonntag, 11. Mai 2014

Erdbeer- Limetten Torte

Der Wecker klingelt. 8 Uhr. Ich springe aus dem Bett und wecke meinen kleinen Bruder. "Aufstehen! Es ist Muttertag!" befehle ich ihm. Er hat keine Wahl. Seine Augen stehen auf Halbmast und er blickt mich an, als wäre ich komplett irre geworden. Ich glaube, das würde er mich auch am liebsten fragen, wären Körper&Geist in der Sekunde nicht so müde. Aber mein Muttertagsargument ist einfach schlagend, also gehorcht er und kriecht aus dem Bett.

Er schlurft hinter mir her in Richtung Küche und wir beginnen den Tisch zu decken. Ein zauberhaftes Frühstück sollte es werden - zum Ehrentag unserer Mutter! So geräuschlos wie möglich versuche ich das Geschirr aus dem  Schrank zu holen und da kommt sie mir auch schon entgegen, diese doofe Schüssel. Wums, da liegt sie am Boden. Mein Herz rast, ich riskiere einen Blick in Richtung mütterliches Schlafgemach.

Puh, Glück im Unglück, Mama ist nicht wach. Oder sie ist es schon, aber sie will noch nicht aufstehen, ich weiß es nicht... Ich sage meinem Bruder, er soll sich um das Besteck kümmern. Und ich ermahne ihn, er soll es JAAA ordentlich machen, die Servietten nicht vergessen und das Messer rechts neben den Teller platzieren.

Das Geschenk, das wir tags zuvor noch besorgt haben, drapieren wir auf ihrem Teller, sodass ihr Blick gleich darauf fällt. Auch die selbst gebastelte Muttertagskarte, geschrieben in krakeliger Kinderhandschrift und spiegelverkehrten Buchstaben wird daneben hingestellt. Und dann fällt es mir ein, wir brauchen ja noch Blumen! Schnell schlüpfe ich in die nächstbeste halbwegs straßentaugliche Kleidung, die in Reichweite ist und laufe zum Blumenladen, der Gott sei Dank nur um die Ecke ist. Mein Taschengeld reicht gerademal für drei Rosen und ein bisschen Dekogrün, damit es nicht ganz so mickrig aussieht. Nie eine gerade Zahl Rosen kaufen, hat mir meine Mama beigebracht, also... dann eben drei Rosen.

Mit den Blumen in der Hand laufe ich zurück und hoffe, dass meine Mama noch nicht wach ist. Als ich wieder zu Hause bin, sitzt mein Bruder vor dem Fernseher und sieht sich die Ninja Turtles an. Zwar hatte ich gehofft, dass er weiter den Tisch deckt, aber ich schätze, dass meine Anweisungen nicht konkret genug waren er einfach noch zu müde war. Schnell scheuche ich ihn weg, denn wir haben ja noch was vor!

Wir schneiden Brot, holen Butter und Marmelade aus dem Kühlschrank, richten Wurst und Käse her. Die Kunst des Kaffeekochens beherrsche ich bereits und so bereite ich mit viel Liebe (mehr als sonst) Kaffee für meine Mutter zu. In meinem Arbeitsrhythmus bekomme ich nicht mit, dass ich mittlerweile sehr laut bin und Krach mache, dass ich damit selbst einen Bären aus seinem Winterschlaf wecken könnte.

Und dann ruft sie mich. Verdammt. Jetzt ist sie wach. Verdammt. Das wollte ich doch nicht. Verdammt.
"Viktoriaaaaa?" höre ich sie rufen. "Jaaaaaa....?" frage ich möglichst unschuldig. "Was machst du?" - "Na... Frühstück.... für dich...." Ausschlafen am Sonntag, am Muttertag? Fehlanzeige!
Ich merke wie sich die Hektik in mir breit macht, ich meinen Bruder eigentlich nur noch wegschubse (er ist mir in dieser Sekunde echt keine Hilfe) und rasch die letzten Frühstücksutensilien auf den Tisch stelle, bevor meine Mama in die Küche kommt, um ihr Muttertagsfrühstück zu genießen.

Halbwach schleppt sie sich Richtung Küche und mein Bruder und ich stehen aufgereiht nebeneinander wie Zinnsoldaten, ganz brav und artig und gratulieren meiner Mama zum Muttertag.

Das alles war vor gut 15 Jahren... 

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Hand aufs Herz, wer von euch kennt sowas auch?

Ich fürchte, dass so ziemlich jede Mutter dieses Szenario kennt. Entweder das, oder dass sie sich am Ende - trotz aller Bemühungen der Kinder - ihr Frühstück doch selbst machen muss. Auf jeden Fall ist ein Ausschlafen am Muttertag keiner Mutter vergönnt. Und das nur, weil die Kinder es besonders gut meinen.

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Aus dem Hotel Mama bin ich nun schon längst ausgezogen, sie muss daher nicht mehr die Angst haben unfreiwillig wegen Geschirrgeklapper von mir geweckt zu werden. Verwöhnt wird sie stattdessen von mir mit einer Torte. Ihr die vor die Nase zu stellen, ist auf jeden fall geräuschärmer. Dieses Jahr gab es eine Erdbeer- Limetten Torte - aus dem Buch von Annik Wecker Anniks Lieblingskuchen. Das Rezept habe ich etwas abgewandelt - im Original wird Creme Fraiche verwendet, ich habe stattdessen griechisches Joghurt genommen.

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Für die Torte:
(20cm Durchmesser)

Für den Boden:

-50 g Butter 
- Abrieb von 2 unbehandelten Limetten
- 3 Eier
- 200 g Zucker
- 100 ml Milch
- 200 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Salz

Für die Creme:

- 4 Blatt Gelatine
- Saft von 3 Limetten (65 ml)
- 300 g griechisches Joghurt
- 150 g Obers
- 650 bis 700 g Erdbeeren
- 130 g Zucker
- 1 bis 2 schwache TL Stärke
- 4 EL Erdbeermarmelade

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Backform fetten und bemehlen.

Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Die Butter schmelzen. Die Schale von 2 Limetten abreiben, den Saft von 3 auspressen. Insgesamt werden 65 ml Saft benötigt.

Für den Boden Eier, Zucker und Limettenabrieb schaumig schlagen. Butter und Milch mischen.
Abwechselnd die Milch- und Mehlmischung in die Eimasse rühren.

Den Teig nun in die Backform füllen und auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Den Boden vollständig auskühlen lassen.

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Joghurt und 100 g Zucker verrühren. Die Gelatine ausdrücken und mit mit 40 ml Limettensaft bei schwacher Hitze unter Rühren auflösen. Einige EL vom Joghurt dazu geben, verrühren und dann zum restlichen Joghurt mischen. Etwa 20 Minuten in den Kühlschrank stellen, bis die Masse anfängt zu gelieren.

In der Zwischenzeit den Tortenboden halbieren. Um eine Hälfte einen Tortenring legen und mit 4 EL Marmelade bestreichen.

Obers steif schlagen und unter die Joghurtmasse heben.

Erdbeeren waschen, trocken tupfen und von den Stielen befreien. Einige Erdbeeren für die Deko beiseite legen, diese werden nicht entstielt. Ein paar Erdbeeren halbieren und mit der Schnittfläche nach außen von innen an den Rand des Tortenrings legen. Ganze Erdbeeren auf dem restlichen Boden verteilen, bis die gesamte Oberfläche bedeckt ist. (Nun bleiben definitiv noch Erdbeeren übrig. Die werden später püriert.)

Die Creme - bis auf einige EL - auf dem Tortenboden verteilen und glatt streichen. Die zweite Hälfte des Tortenbodens darauf legen und leicht andrücken. Die übrigen EL der Creme darauf verteilen.

Nun die restlichen Erdbeeren pürieren. Wer keine Kerne möchte, streicht das Mus durch ein Sieb.
Das Erdbeermus nun mit dem restlichen Limettensaft, dem übrigen Zucker (30 g) und der Stärke in einen Topf geben und unter Rühren so lange erwärmen, bis die Masse leicht eindickt.

Den Deckel nun kreisförmig mit der Sauce beträufeln. Mit einem Löffel nun vorsichtig die Sauce verteilen, sodass ein Marmormuster entsteht, aber nur so viel, dass nicht alles miteinander vermischt ist!

Die Torte nun in den Kühlschrank stellen - mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht.

Zum Servieren den Tortenring lösen und mit den beiseite gelegten, nicht entstielten Erdbeeren dekorieren.

Fazit: Ich bin froh, dass ich Joghurt statt Creme Fraiche genommen habe, denn so schmeckte die Torte wesentlich leichter und erfrischender. Leider kam die Limette nicht so stark zur Geltung, wer es also gern sauer hat, muss mehr Saft nehmen!
Montag, 5. Mai 2014

Kokos- Erdbeer Cake Pops

Mich plagt ein wenig das schlechte Gewissen. Aber ich bin um Schadensbegrenzung bemüht.
Vor einiger Zeit schreib mir meine Freundin nämlich eine Sms, dass sie unbedingt wieder Cake Pops haben möchte und wenn ich wieder welche mache, dann soll ich ihr bitte auf jeden Fall den einen oder anderen aufheben...
Tja... das ging ja mal glatt in die Hose. Sollte ich es ihr gleich beichten? Oder soll ich einfach warten bis sie diesen Beitrag liest und mir dann meine Rüge abholen. Nein, ich warne sie lieber gleich vor, damit der heutige Post sie nicht trifft wie ein Schlag. Denn was sie nicht wusste, ich hatte schon längst für Nachschub gesorgt und als ihre Sms kam, lebte ich bloß noch mit einer Erinnerung und ein paar Fotos daran.

Die Cake Pops waren längst verspeist (ich selbst ergatterte bloß zwei - immerhin mehr als nur einen), denn ich nahm sie mit zu einer Geburtstagsfeier und dort waren sie nicht nur binnen weniger Minuten ratzeputz aufgefuttert, sondern auch den halben Abend DAS Gesprächsthema.
Wie hast du die gemacht? - Öööh, mit Kuchen und Frischkäse und so...
Hast du da auch so ein Dings dafür? - Definiere "Dings"!
Na, so eine Form halt... - Nein, ich habe alles mit der Hand gerollt.
Wie viel Kuchen braucht man dafür - Jo, das hängt davon ab wie viele Cake Pops du willst... 
Dauert das lange? - Jo, Torte backen + füllen + dekorieren dauert auch lange...
Bäckst du oft? - JA! 
Schmeckt bei dir alles so gut wie diese wie heißen die nochmal...? ...Cake Pops... Und ja! Das will ich wohl meinen!

Spätestens als mein mir unbekannter Sitznachbar seine Freundin mit vollem Mund anmotzte, warum sie denn noch nie welche gemacht habe und sie sich doch von wie war ihr Name nochmal? (äh, Viktoria... ich heiße Viktoria!) das Rezept holen solle, war das Thema Cake Pops für mich dann auch schon wieder durch. Denn ohne es zu wollen, standen meine Cake Pops und ich im Mittelpunkt statt dem Geburtstagskind. Auch blöd, oder? Es war mir ein wenig unangenehm, denn es war nicht meine Party, nicht mein Abend, nicht mein Geburtstag. Doch jeder auch noch so abrupte Versuch das Thema zu beenden, scheiterte kläglich. Ich sage euch, neugierige Nasen können mit ihren Fragen ganz schön hartnäckig sein.

Erst als ich eine Gesprächspartnerin fand, die leider (oder Gott sei Dank?) mit Kokos absolut nichts am Hut hat - und daher auch davon keinen probiert hat - fand ich meine Ruhe, musste keine Fragen mehr dazu beantworten und konnte über irgendwelche anderen Themen reden, nur nicht mehr über die Kokos- Erdbeer Cake Pops....

Und dann erhielt ich eben besagte Sms meiner Freundin. Sie möchte Cake Pops... Aber woher sollte ich denn auch wissen, dass sie so drauf fliegt?
Na gut.. von diesen hat sie zwar keinen einzigen bekommen, dafür mache ich mit ihr mal welche in Gemeinschaftsarbeit - in der Hoffnung, dass sie dies als Wiedergutmachung akezptiert. Dann darf sie auch den Kuchen zerbröseln, hihi. (Ihr wisst ja noch, das gemeinsame Backen muss ich noch etwas üben...)

Noch ein paaar Worte zu den Fotos: Ich mag es ja total, wenn neue Ideen im Prozess aufkommen. Wenn ich also Bilder schieße und währenddessen beschließe, dass ich die Deko ja anders (oder besser) machen könnte, dann versuche ich es sofort umzusetzen. Mein erster Gedanke war nämlich, dass ich die Cake Pops ganz minimalistisch und ohne viel Klimbim (so wie ich eben am liebsten habe) präsentiere.

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Das fand ich dann doch etwas sehr langweilig... Hm, ein rotes Bändchen wird das Bild wohl hoffentlich retten...

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Das war zwar schon besser, machte mich aber noch nicht zu 100% glücklich. Dekogranulat sollte mein Foto retten. Also ein bisschen was ins Glas geschüttet und weiter gehts....

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Na, das ist doch schon besser. Aber... noch ein Bildchen vom Cakepopinnenleben, dann sollte ich zufrieden sein. Also:

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Für die Cake Pops könnt ihr jeden Kokoskuchen verwenden, der euch schmeckt, hauptsache er schmeckt wunderbar nach Kokos, wie z.B. dieser hier.

Für die Cake Pops:
(etwa 35 Stück)
- 3 Eier
- 120 g weiche Butter
- 120 g Staubzucker
- 90 g Kokosraspel + 70 g extra für die Deko
- 180 g Mehl
- 160 ml Kokosmilch
-  2 TL Backpulver, eine Prise Salz
- 100 g getrocknete Erdbeeren
- 5 bis 6 EL Frischkäse
- 200 g weiße Kuvertüre
- Cake Pop Stiele

Eine Springform, Kastenform, o.ä. einfetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Kokosraspel und Backpulver in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.
Butter mit Salz und Zucker schaumig schlagen. Nacheinander die Eier einrühren und weiter rühren, bis alles homogen ist. 
Nun die Kokosmilch und danach das Mehlgemisch unterrühren.
Den Teig etwa 35 bis 40 Minuten backen. Wie immer: Stäbchenprobe machen!
 
Den Kuchen nach der Backzeit vollständig auskühlen lassen. Ist er euch zu dunkel geworden, dann den Rand vorsichtig abschneiden.   
 
Die getrockneten Erdbeeren klein hacken.
 
Den Kuchen in einer Schüssel zerbröseln und mit dem Frischkäse und den gehackten Erdbeeren mischen, bis eine formbare, homogene Masse entstanden ist. Ist der Teig zu trocken, noch einen weiteren EL Frischkäse zugeben. (Wem die Masse nun noch nicht süß genug ist, gibt ggf. noch etwas Zucker dazu.)
 
Nun gleichmäßig große Kugeln formen (pro Kugel etwa 25g). Die Kugeln kommen danach für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank.
 
In der Zwischenzeit kann die Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle erwärmt werden. Wem die Kuvertüre zu dickflüssig ist, gibt 1 bis 2 EL Kokosfett dazu, dann wird die Kuvertüre flüssiger.

Die Cake Popkugeln nun aus dem Kühlschrank holen und je einen Cake Popstiel etwa 1 cm in die Kuvertüre eintauchen und in die Kugeln stecken. So mit allen fortfahren, bis keine Teigkugeln mehr da sind.

Zum Aushärten wieder für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank geben. (Für Eilige: im TK-Fach dauert das nur 10 Minuten.)

Nachdem alles fest geworden ist, können die Cake Pops in die Kuvertüre getaucht werden. Die überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen und mit Kokosraspeln bestreuen. 
 
Die fertigen Cake Pops in einen Styroporblock o.ä. zum Trocknen stecken. Sind alle Cake Pops überzogen, abermals in den Kühlschrank oder ins TK-Fach geben zum Aushärten der Kuvertüre.