Sonntag, 5. Oktober 2014

Apfel- Karamell Hand Pies

Du bist nicht du, wenn du hungrig bist ist für mich nicht bloß ein Werbeslogan, sondern fast schon sowas wie eine Lebensweisheit.

Apfel_Karamell_Hand_Pies (7)

Kennen wir ja alle, oder? Wenn das Frühstück schon besonders lange her ist (falls es überhaupt eines gab) und das Mittagessen aus welchen Gründen auch immer ausgefallen ist. Und dann meldet er sich... damit meine ich nicht den allseits bekannten Heißhunger, der uns dazu verleitet eine ganze Tafel Schokolade auf einmal aufzuessen, nein, ich meine den richtigen Hunger. Ihr wisst schon, die gemeine Sorte Hunger, die im aus den allertiefsten Tiefen unseres Inneren kommt, sich nach oben schleicht und wie ein Erdbeben der Stärke 10 auf der Richterskala zum Vorschein kommt. Dieses Grummeln und Grollen, das sich breit macht und dazu führt, dass man von allen Menschen im Umkreis von 10 Metern angeschaut wird, weil sich das Beben immer weiter ausbreitet und man letztlich irgendwann die Frage gestellt bekommt, ob man denn hungrig sei.

Manchmal schafft man es dann irgendwann zum nächstbesten Supermarkt und kauft sich dort irgendwas magenfüllendes. Hunger mag ja der beste Koch sein, er ist aber mit Sicherheit der schlechteste Einkäufer. Es ist ja jeder schon mal mit Hunger einkaufen gegangen, oder? Falls ihr euch nicht sicher seid, hier ein kleiner Denkanstoß: ihr habt Hunger, wollt ein Schnitzel mit Pommes oder Reis und Salat essen, geht einkaufen und habt dann in der Einkaufstasche 1 kg Bananen, ein Glas Kirschen, 1/2 kg Butter, drei Tafeln Schokolade, 2 Packungen Gummibärchen, 3 l Cola... dafür aber kein Fleisch (für's Schnitzel), keinen Reis oder Pommes und auch keinen Salat. Schon mal erlebt? Ja? Super! DAS passiert, wenn man hungrig einkaufen geht!
Stattdessen gibt es nur irgendwas essbares, das den Magen zwar füllt, aber alles andere als befriedigend ist.

Apfel_Karamell_Hand_Pies (2)

Und dann kommt sie, die schlechte Laune. Denn sie und der Hunger sind ganz, ganz dicke Freunde. Darf der Hunger zu lange in uns verweilen, dann dauert es nicht besonders lange, bis die üble Laune auch kommt. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet.

Kennt ihr auch? Wenn der Blutzuckerspiegel ins tiefste Kellergeschoss rattert, man deswegen schlechte Laune bekommt und die Auswirkungen davon das gesamte Umfeld zu spüren bekommt? Ja? Gut! Denn ich bin eine ganz spezielle Kandidatin dafür! Um Himmelswillen, ich muss etwas essen! Jetzt! Und nicht erst in einer halben oder dreiviertel Stunde! Aber wenn es wirklich immer so einfach wäre...

Hunger! Essen! Jetzt! ist dabei die nächste Lebensweisheit, die ich in Situationen wie diesen beherzigen sollte, um nicht gänzlich dem schonungslosen Hunger zum Opfer zu fallen und in einen Zustand völliger Handlungsunfähigkeit zu fallen.
Dass ich zwar zu allem fähig, aber zu nix zu gebrauchen, sinnlos und grundlos herumpöble (ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Menschen, die jemals sinnlos blöd angemacht wurden von mir!), vor allem aber vollkommen unleidlich bin, merke ich immer besonders daran, dass die Menschen in meiner Umgebung  aufhören mit mir zu sprechen und mir rasch etwas magenfüllendes besorgen, damit ich zumindest wieder ein, zwei klare Gedanken fassen kann.

Apfel_Karamell_Hand_Pies (10)

Wusstet ihr, dass es für dieses Zustand sogar mittlerweile eine Wort gibt? Ja, ehrlich! Wenn man nämlich angry, weil hungry ist, dann nennt man das hangry - ok, mit dieser Wortkomposition hat man nun nicht gerade das Rad neu erfunden, trifft den Nagel aber direkt auf den Kopf. Denn es gibt wirklich nur eine einzige Sache auf der ganzen, weiten Welt, die dieses physiologische Grundbedürfnis stillen kann: Essen!

Ich sollte darüber nachdenken, ob ich solche Situationen (vor allem, wenn ich unterwegs bin) in Zukunft besser meiden sollte. Ganz gut würde es mit solchen Hand Pies funktionieren, die rasch eingepackt sind, nicht viel Platz in der Tasche brauchen und den kleinen großen Superbonus haben, dass sie auch noch oberlecker sind. So ist es auch nicht mehr bloß ein Magenfüller!

Bevor ich also mal wieder totaaaaaal hulkmäßig durch die Gegend wüte, dann greife ich beherzt in meine Tasche und zaubere irgendeine Leckerei hervor - vorzugsweise natürlich in Form von Hand Pies... mit Äpfeln und Karamell.

Und der Hunger ist gegessen.


Apfel_Karamell_Hand_Pies (6)


Die Hand Pies könnt ihr natürlich befüllen wie ihr wollt - eine Alternative wäre zum Beispiel diese hier, die ich bei herzelieb gesehen habe. 

Die Kombination aus Apfel und Karamell ist aber auch sehr empfehlenswert und passt wunderbar zu meiner Lieblingschallenge von tastesheriff, die in diesem Monat nach Apfelkuchenrezepten sucht. 

Für die Hand Pies:
(etwa 15 Stück)

- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 1 Becher Creme fraiche 
- 100 g brauner Zucker

Für die Füllung:

- 2 säuerliche Äpfel
- 3 bis 4 großzügige EL geriebene Mandeln
- 2 bis 3 EL brauner Zucker 
- 3 bis 4 EL Apfelsaft (oder Cider oder Calvados, wenn keine Kinder mitessen) 
- etwa 15 Weichkaramellen 
(etwa 1 pro Hand Pie)

- 1 Eigelb und einen Schuss Obers zum Bestreichen

Aus Mehl, Butter, Creme fraiche und dem Zucker rasch einen Teig kneten. Ist der Teig zu feucht, noch etwas Mehl zugeben - ist er zu trocken, noch etwas Butter zufügen.
In Folie wickeln und etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, das Gehäuse entfernen und kleinwürfelig schneiden. Zusammen mit den Mandeln, dem Zucker und dem Apfelsaft, bzw. Cider oder Calvados in einer Schüssel gut vermischen.

Die Weichkaramellen grob schneiden und alles beiseite stellen.
Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Kreise ausstechen für den Boden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, ein bis zwei TL von der Apfelfüllung darauf geben, ebenso die grob geschnittenen Karamellen darauf verteilen.

Für den Deckel etwas größere Kreise ausstechen - der Boden hat bei mir einen Durchmesser von 8 cm und der Deckel etwa 8,5 cm. Der Deckel muss etwas größer sein, damit er schön abschließen kann mit dem Boden.
In den Deckel müsst ihr außerdem noch Löcher reinmachen - mit einem Keksausstecher, kreuzweise einschneiden, irgendwas... Das ist nötig, damit der entstehende Dampf ausweichen kann und euch die Hand Pies nicht irgendwo aufplatzen.

Den Rand mit den Zinken einer Gabel eindrücken.

Das Eigelb mit einem Schuss Obers glatt rühren und die Hand Pies damit dünn bestreichen.

Im Backofen etwa 20 bis 25 Minuten goldbraun backen. (Dass etwas von der Füllung ausläuft ist übrigens ganz normal.)

1 Kommentar:

  1. Oh, das sieht ja köstlich aus! Und kompliziert klingt es auch nicht, also genau was für mich ;-)
    Schon wieder ein Rezept, das ich sehr schnell nachbacken MUSS!

    Liebe Grüße,
    Kerstin

    PS: Wenn Du Lust hast, kannst Du Dich gerne beim Sweet Treat Sunday verlinken. Dort sammle ich wöchentlich süße Versuchungen in Form von Kuchen, Desserts, selbstgemachten Eis usw. Diese Woche gibt es sogar ein kleines Giveaway!
    Ich würde mich freuen, wenn Du dabei bist!

    AntwortenLöschen