Freitag, 28. November 2014

Lebkuchenlikör

Ich habe gestern ein Weihnachtslied rauf und runter gehört! Ok, das ist jetzt keine weltbewegende Neuheit und auch nicht besonders außergewöhnlich... Nein, ich meine nicht Last Christmas von Wham!, das jedes Jahr nervtötend bereits im September aus den Lautsprechern dröhnt und unsere Augen dabei unkontrolliert rollen lässt, weil man sich denkt Ach, ist es denn schon wieder so weit?. Je näher der Dezember kommt, desto kürzer werden die Intervalle, bis dieses Lied am Tag mindestens 1x pro Stunde läuft - Gehörsturz inklusive!

Nein, nein, was ich meine ist, dass ich mir bewusst ein Weihnachtslied ausgesucht und es zu Hause laut gespielt habe. Nicht bei Zimmerlautstärke. Ich meine laut, so richtig laut. Dass kein Nachbar geklingelt und an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt hat, grenzt dabei fast schon an ein Wunder. Und wisst ihr was ich dazu gemacht habe? Laut mitgesungen! Wahrscheinlich habe ich das Lied deshalb so laut gespielt, damit ich meinen eigenen Gesang nicht hören muss. Denn grundsätzlich singe ich dreistimmig: laut, falsch, dafür aber mit viel Begeisterung.
Ehrlich, wenn ich anfange zu singen, dann bittet und bettelt mich mein Umfeld kniend an damit wieder aufzuhören, weil es so ohrenbetäubend ist. Na gut, ich kann ja nicht in jedem Bereich talentiert sein...

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Na, jedenfalls... dieses Weihnachtslied... das mag ich wirklich sehr. Als öffentlich bekennender Weihnachtsjunkie gehört es für mich natürlich dazu, dass die Weihnachtslieder nur so rauf und runter laufen, dass sich selbst das Christkind die Ohren zuhalten würde, weil es von diesem ganzen Weihnachtsgedusel bei mir zu Hause schon Ohrenschmerzen bekommt.

Am meisten gefallen mir die alten Lieder - gesunden von Frank Sinatra und Co. Aber! Mein allerliebstes Weihnachtslied, das mich einfach immer sofort in die entsprechende Stimmung versetzt, mich absolut glücklich und selig macht, ist Santa Baby im Original gesungen von Eartha Kitt aus dem Jahr 1956. Neunzehnhundertsechsundfünfzig!! Also ein wirklich alter Schinken - alt, aber gut!
(Dieses Lied spiele ich übrigens - je näher der Dezember kommt - in immer kürzer werdenden Intervallen immer und und überall, sodass jeder einfach nur noch unkontrolliert mit den Augen rollt und sich denkt Ach, ist es denn schon wieder so weit?...)

Und während ich so dieses Lied hörte und vor mich hinträllerte, stand ich in der Küche und habe Kekse gebacken. (Die zeige ich euch aber erst am 1. Dezember.) Weil ich dann so voller Elan und bis oben hin voll war mit Weihnachtsstimmung, dass es auf keine Kuhhaut mehr geht, habe ich noch einen Likör zwischen den einzelnen Backblechen aus dem Boden gestampft, den ich eigentlich bereits letztes Jahr machen wollte. Uneigentlich habe ich es - wie so oft - nicht geschafft, denn am Ende der Weihnachtszeit sind immer noch so viele Ideen und Pläne übrig. Jetzt frage ich mich natürlich warum ich es nicht geschafft habe, denn der Aufwand dafür hält sich wirklich sehr in Grenzen und in unter 5 Minuten hat man einen cremigen Likör, der sich idealerweise auch noch als Last-Minute-Geschenk eignet.

Denn letztes Jahr entschied ich mich für Geschenke aus der Küche, die einen entscheidenden Nachteil hatten: die Zeit! Wer nämlich am 23. Dezember noch auf die Idee kommt, dass er ja noch gar kein Geschenk für seine alkohol-affine Tante aus Hintertupfing hat und deswegen dezent Panik schiebt, dem ist mit einem Likör, der 4 Wochen Ziehzeit benötigt, nun wirklich nicht geholfen. Wenn es besonders schnell gehen muss, weil der Hut echt schon brennt und man sich nicht die Blöße geben will (wegen den leeren Händen vorm Weihnachtsbaum und so...), dann sind so Ruckizuckirezepte wirklich wahres Gold wert!

Selbstverständlich könnte man sich ja rechtzeitig um die Geschenke für die Lieben daheim kümmern, aber - und das kann ich gar nicht oft genug betonen - Diamanten entstehen bekanntlich nur unter Druck! (Ich weiß, ich habe diesen Satz schon einmal an anderer Stelle erwähnt, aber wenn er denn wahr ist...) Zu diesem Zweck kommt hier schon mal vorab eine Geschenkidee für alle Spätentschlossenen und Auf-den-letzten-Drücker-Schenker, die sich mit den Präsenten von Herzen gerne besonders viel Zeit lassen.

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die eine oder andere Last-minute-Idee habe ich auf jeden Fall noch in petto für euch, für heute gibt es aber erstmal einen fein würzigen Lebkuchenlikör, der - wie bereits betont - echt schnell hergestellt ist und nach Schokolade und Weihnachten schmeckt...

Benötigt werden dafür nur wenige Zutaten, die man unter Umständen sogar zu Hause auf Lager hat - vor allem um die Weihnachtszeit herum. Ich schätze, dass die meisten von euch gerne Nutella direkt aus dem Glas löffeln essen und daher immer das eine oder andere Gläschen davon in der Küche steht. Wer es noch schokoladiger mag wie ich, der gibt noch einen Löffel Kakao extra dazu und wer eine gut sortierte Hausbar hat, nimmt den besten braunen Rum, den der Alkoholschrank so hergibt - es lohnt sich auf jeden Fall! Für den weihnachtlichen Geschmack gibt es noch eine Ladung Lebkuchengewürz dazu, wem der Geschmack aber nicht so zusagt, der gibt stattdessen einfach Spekulatiusgewürz rein. Super Sache, einfach zu machen, was will man mehr?

Lebkuchenlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Zu finden ist dieses easycheesy Rezept im Netz übrigens überall, wenn man bei Google "Lebkuchenlikör" reinklopft - orientiert habe ich mich an den Rezepten von Kreativfieber und Sarahs Torten und Cupcakesangepasst habe ich das Rezept aber natürlich wieder an meine Wünsche... sonst wäre ich ja nicht ich. ;)

Für den Likör: 

- 250 ml Obers
- 250 ml Milch
- 100 g brauner Zucker
- 100 g Nutella
(- optional: 1 EL Kakao)
- 150 bis 200 ml brauner Rum (nach Geschmack)
- 2 TL Lebkuchengewürz 

Alle Zutaten bis auf den Rum in einen Topf geben und bei schwacher Hitze so lange rühren, bis sich Zucker und Nutella aufgelöst haben und alles glatt ist. Abkühlen lassen.

Danach mit dem Rum mischen und wieder glatt rühren.

Den Likör in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Vor dem Servieren gut aufschütteln.

(Haltbarkeit: etwa 2 Wochen)
Montag, 24. November 2014

Milchreistorte

Wusstet ihr, dass man aus dem Soulfood deluxe noch mehr rausholen kann? Klar, frisch aus dem Topf noch heiß schmeckt er am besten - darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. Aber Milchreis kann noch mehr, als einfach nur Milchreis zu sein.
Ja, ehrlich wahr! Verkleidet als Torte macht er nämlich echt was her beim sonntäglichen Kaffeeklatsch bei Muttern, Oma oder sonst wo...

Eine Warnung an dieser Stelle ist aber angebracht: Stellt man dieses äußerst geniale Teil zum ersten Mal auf den Tisch, muss man zunächst gefasst sein auf überraschte Blicke und kritische Fragen, was das denn sei und ob es wirklich euer Ernst sei, Stirnrunzeln und Augenbrauenhochziehen vom Feinsten. Das ist eine Milchreistorte und Ja, das ist euer Ernst - euer bitterer Ernst. (Und bitte das breiteste Grinsen, das ihr auf Lager habt an dieser Stelle nicht vergessen!) Spaß beiseite... Man mag es zu Beginn vielleicht nur schwer glauben, aber es ist tatsächlich möglich.
Selbstverständlich ist auch die vollkommen andere Variante möglich. Denn wer nicht ganz ungläubig dreinschaut, wird mit Herzchen in den Augen dasitzen und wahrscheinlich irgendwas mit Boooaaaah! und Was ist denn das geiles? von sich geben! So oder so... der Wow- Effekt ist auf eurer Seite!

Sind aber erstmal alle Unsicherheiten beseitigt, alle blöden Fragen beantwortet, selbst die Urstrumpftante davon überzeugt, dass man das auch wirklich essen kann und hat man alle wildgewordenen Naschkatzen davon abgehalten sofort darüber herzufallen, werden alle nur noch Klötze staunen. Oder? Seht euch dieses Prachtstück mal an! Jeder, der Milchreis mag, möchte doch sofort ein Stück haben!

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und ich sage euch, diese Torte ist ein Knaller. Allerdings - und jetzt muss ich eine zweite Warnung aussprechen - sollte man sich zu Mittag nicht allzu sehr den Bauch vollschlagen. Auf Schnitzel... vor allem mit Reis (ha ha) sollte man eher verzichten und stattdessen lieber einen Salat mit Hühnerstreifen oder so wählen. Von Risotto als Hauptspeise rate ich übrigens auch ab...
Solltet ihr beim Essen aber doch etwas über die Stränge geschlagen haben, dann schneidet euch lieber nur ein kleines Stück von der Torte ab, denn eines - und das verspreche ich euch hoch und heilig - ist bei dieser Torte so sicher wie das Amen im Gebet: sie macht unheimlich satt.

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für alle, die jetzt noch immer ganz ungläubig sind, denen sei gesagt, dass sich so eine Milchreistorte auch in diversen Fachbüchern der Backwelt nachschlagen lässt. Unter anderem findet ihr eine Variante in dem Buch Kühles Kuchenglück und eine andere in Tortenlust & Kuchenzauber.
Ideen und Variationen habe ich für so eine Milchreistorte so einige im Kopf...

Die naheliegenste Wahl hat wohl irgendwas mit Weihnachten zu tun. Darf ich es schon sagen? Aber natürlich... Weihnachten.. es steht praktisch vor der Türe. Und welche Aromen würden denn jetzt wohl besser passen als irgendwelche weihnachtlichen? Eben! Gar keine anderen!
Und was wäre da perfekter als ein Spekulatiusboden und ein Guss mit Kirschen und Zimt? Na? Eben!

Wer sich mit dem Gedanken an Spekulatius nicht so anfreunden möchte, der macht stattdessen einen Boden mit Vanillekipferl. Und wer keine Kirschen oben drauf haben will, kocht einfach ein Apfelkompott... oder ein Orangenragout...
Und für alle Spekulatiusfreunde kommt hier nun das Rezept...

Milchreistorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für eine Torte (18 cm Durchmesser):

Für den Boden:

- 200 g Spekulatius
- 70 g Butter

Für die Torte:

- 125 g Rundkornreis
- 500 ml Milch
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 1/2 TL Zimt
- 80 bis 100 g brauner Zucker (nach Geschmack)
- 250 ml Obers
- 3 Bl. Gelatine

Für den Guss:

- ein kleines Glas Kirschen (ca. 300 g)
- 100 g Gelierzucker 3:1
- Zimt nach Belieben
- je eine Prise Piment und Nelken

Eine Springform mit 18 cm Durchmesser herrichten.

Spekulatius in einen Gefrierbeutel geben, gut verschließen und mit einem Nudelholz o.ä. fein zerbröseln. Die Butter zerlassen und mit den Keksbröseln gut vermischen. Die Brösel in die Springform geben und gut andrücken - vor allem am Rand.

Für den Milchreis den Reis, die Milch, Vanille, Zimt und Zucker in einen mittelgroßen Topf geben und aufkochen lassen. Bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren den Milchreis bissfest kochen. Wenn der Milchreis gar ist, in eine Schüssel füllen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Ist der Milchreis erkaltet, Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Obers steif schlagen und beiseite stellen. Gelatine bei schwacher Hitze unter Rühren auflösen, zum Milchreis geben und alles gut verrühren. Milchreis unter das steif geschlagene Obers heben und auf dem Keksboden verteilen.
Nun für 3 bis 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Sobald die Torte fest geworden ist, kann der Guss vorbereitet werden.
Dafür die Kirschen (mit Saft), Gelierzucker und Gewürzen in einen kleinen Topf geben und zum Kochen bringen. alles gut 5 Minuten kochen lassen, danach etwas abkühlen lassen.

Wenn der Guss leicht abgekühlt ist, die Kirschen mit einem Löffel auf der Torte verteilen, den Rest vorsichtig darüber träufeln.

Nochmal für etwa eine Stunde kalt stellen.

Danach den Ring entfernen und die Torte vom Boden heben.

Vor dem Servieren etwa eine Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen.

Montag, 17. November 2014

[Fremdgebloggt] Apfel- Maroni Schichtdessert

Ich habe so viel Freude daran über den Tellerrand zu blicken, mir andere Blogs anzusehen und Inspiration zu holen, dass hin und wieder ein Gastbeitrag zu einem wichtigen Bestandteil geworden ist auf meinem Blog. Heute darf ich bei Maria von Ich bin dann mal kurz in der Küche reinschnuppern.

Ihren Blog habe ich entdeckt, als ich auf der Suche nach einem Rezept  für einen Glühweinsirup war und mich die Googlesuche direkt auf ihre Seite geführt hat. Irgendwann einmal habe ich mir nämlich vorgenommen so einen Sirup zu machen und seither hängt das Rezept bei mir in der Warteschleife. Gleichzeitig mit der Verbannung von ihrem Rezept in die Warteschleife habe ich auch angefangen ihren Blog zu lesen und als sie bei Über'n Tellerrand auf der Suche nach Gastbloggern war, musste ich natürlich sofort zuschlagen.

Das Motto der Gastbeiträge "Mach doch mal was leckeres" lässt viel Raum für Kreativität und so hatte ich mal wieder die Gelegenheit ordentlich was auf den Tisch zu zaubern. Mitgebracht habe ich ihr nämlich ein wunderbar herbstliches Schichtdessert mit Mandeln, Äpfel und - ganz wichtig - Maroni.

Warum ist das so wichtig? Ganz einfach. Selbstverständlich ernähre ich mich im Herbst nicht ausschließlich nur von Kürbis. Ich möchte ja nicht Gefahr laufen selbst irgendwann ganz orange zu werden. Ganz hoch im Kurs stehen bei nämlich auch Maroni. Erwähnt habe ich es ja bereits letztes Jahr, dass ich sie wahnsinnig gerne esse.

Nun ist es ja langweilig, sie immer nur beim Maronistand zu kaufen und sie in die Jackentasche zu stecken. Maroni sind wahre Multitalente! Als Fingerwärmer an kalten Herbsttagen sind sie natürlich unschlagbar. Aber abgesehen von der Funktion als Jackentaschenheizung kann man damit auch wunderbar kochen. Und wisst ihr was? Kürbis und Maroni schmecken zusammen einfach nur genialst. Habt ihr schon mal ein Kürbis- Maroni Risotto gegessen? Nein? Kann ich euch nur wärmstens empfehlen! Das ist Soulfood deluxe für alle, die für Kürbis... und Maroni natürlich mindestens genauso viel übrig haben wie ich!

Und weil ich grade beim Thema Soulfood bin... Desserts mit Maroni sind natürlich auch eine Wucht! Herbstlich und in Kombination mit Zimt und Äpfeln einfach nur zum Niederknien.
Stellt euch das mal vor... Mandelbisquit, darauf eine Schicht Mascarponecreme mit Maroni und darauf eine Schicht Apfelkompott, das herrlich aromatisch duftet. Wer kann da bitte noch nein sagen?

Und jetzt stellt euch weiter vor, ihr habt grade einen langen Herbstspaziergang gemacht, seid soeben nach Hause gekommen, wollt euch an einer heißen Tasse Tee eingewickelt in einer Decke auf der Couch wärmen, dazu ein süßes, cremiges Dessert schlemmen und dann findet ihr im Kühlschrank das:

Apfel- Maroni Schichtdessert, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Na, klingt das gut? Sag ich doch! Wer sich nun also das ultimative Herbstdessert selbst zaubern möchte, der klickt bitte hier.
Mittwoch, 5. November 2014

Gebackene Apfelspalten mit Vanilleeis

In mir macht sich dieses Gefühl breit, dass sich die Sache mit dem Kürbis nun auf die Äpfel überträgt. Denn wenn ich das Gedankenchaos in meinem Kopf ein bisschen lichte, dann befinden sich darunter sehr viele Ideen, die alle irgendwas mit Äpfel zu tun haben.

Wenn euch also nach der Kürbisflut in den kommenden Wochen die Apfelflut überrollt, dann nehme ich das voll und ganz auf meine Kappe. Ich entschuldige mich dafür bereits im Voraus.
Es gibt allerdings einen triftigen Grund für diese aufkeimende Liebe: Boskoop Äpfel.
Diese Apfelsorte habe ich zwar erst vor einigen Jahren lieben und schätzen gelernt, dafür aber heiß und innig. Ich mag den säuerlichen Geschmack dieser Äpfel einfach so gerne, dass ich mich jedes Jahr aufs Neue wie ein Kleinkind zu Weihnachten freue, wenn sie wieder reif sind.

Zwar zählt er nicht unbedingt zu den Schönheiten unter den Äpfeln, da er oft sehr unsymmetrisch ist, geschmacklich für mich aber wirklich unschlagbar, da die Säure den Zucker gut überdeckt.

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (1)

Und da sich Boskoop hervorragend als Bratäpfel eignen... mmmmh, Bratäpfel... mit Mandelstrrrr... ups, ich schweife vom Thema ab.
Also nochmal: Boskoop eigenen sich hervorragend als Bratäpfel, zur Herstellung von Apfelmus und vor allem auch zum Backen.

In den letzten ein, zwei Tagen hatte ich wirklich einen Zahn auf gebackene Apfelspalten... also ich meine so einen richtig tropfenden Zahn. Zwar habe ich alle vorhandenen Bücher (und mittlerweile auch Zeitschriften) nach anderen Rezepten mit Äpfeln durchforstet, bin gedanklich aber immer und immer und immer wieder bei den Apfelspalten gelandet.
Welche Wahl hatte ich also noch? Bücher zuschlagen und Apfelspalten machen. Sonst hätte ich ja doch keine Ruhe gehabt...

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (2)

In meinem Kopf hatte ich außerdem diese fixe Idee, dass ich Vanilleeis dazu haben möchte. Es waren also diese zwei Gedanken, die mich nicht mehr loslassen wollten. Warum es ausgerechnet diese Kombination sein muss, weiß ich bis jetzt nicht, aber es ist ja auch vollkommen egal... Gewisse Dinge muss man einfach so hinnehmen ohne weiter darüber nachzudenken.
Sicher war ohnehin nur eines... es mussten Apfelspalten mit Vanilleeis her.

Ich wusste auch sofort welches Vanilleeis es werden sollte. Danach musste ich auch gar nicht suchen, denn ich wusste natürlich wo ich es finde.
Ihr findet es bei Steph von Kleiner Kuriositätenladen. Dieses Eis habe ich schon länger im Visier, da es angeblich das beste Vanilleeis der Welt ist. Die Messlatte ist bei mir sehr hoch, denn Vanilleeis ist seit meiner frühesten Kindheit standardmäßig auf meinem Stanitzel. Das ist - abgesehen vom allmorgendlichen Frühstück - ein ziemlich großer kulinarischer Fixpunkt in meinem Leben. Irgendwelche anderen Sorten - oft wechselnd - und Vanilleeis. Immer. 
Wer also behauptet das beste Vanilleeis der Welt zu kennen, findet bei mir rasch großes Gehör! 

Jetzt, nachdem ich es selbst probiert habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es tatsächlich das beste Vanilleeis der Welt ist. Es ist nicht nur das beste auf Erden, sondern auch das cremigste, vanilligste und zarteste Vanilleeis im ganzen Universum. Da wird es meine Lieblingseisdiele in der kommenden Saison schwer haben das noch zu überbieten... 

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Die Herstllung vom Vanilleeis nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, daher sollte man sich rechtzeitig überlegen ob und wann man es essen möchte. Aber ich verspreche euch, jeder Bissen davon lohnt sich mehrfach! Gut, so 100% an die Zeiten habe ich mich nicht gehalten, da mein Geduldsfaden nicht unbedingt der allerlängste ist, aber dennoch habe ich so ein geschmackvolles Vanilleeis bekommen, das mich richtig aus den Schuhen geschmissen hat.

Ich lehne mich wirklich nur dann so weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass irgendwas das allerbeste sei, wenn ich auch wirklich davon felsenfest überzeugt bin - und ihr dürft es mir wirklich glauben: es gibt kein besseres Vanilleeis.

Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass sich eine Eismaschine in diesem Fall WIRKLICH bezahlt macht, denn ich bezweifle, dass man es ohne auch so gut hin bekommt. Aber das ist dann auch schon das einzige "Manko" an der ganzen Sache...

Apfelspalten_mit_Vanilleeis (12)

Für die Apfelspalten:
(3 Portionen)

- 2 säuerliche Äpfel (z.B. Boskoop oder Cox Orange)
- 100 g Mehl
- 100 ml Weißwein
- 1 Ei
- 1 EL Öl
- 1 EL Zucker
- 1 EL Zimt und 2 EL Staubzucker zum Bestäuben

- Öl zum Ausbacken

Für das Vanilleeis:

- 2 Eigelbe
- 170 ml Milch
-170 ml Obers
- 1 Vanilleschote
- etwas Salz
- 25 g brauner Zucker
- 60 g Zucker

Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Obers, Milch, braunen Zucker und Vanille samt Schote in einen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und mehrere Stunden ziehen lassen - evt. über Nacht. 

Nach der Ziehzeit die Eigelbe mit dem Salz in einer Wasserbadschüssel verrühren und ein paar Minuten stehen lassen. Die Schüssel auf ein Wasserbad setzen, den Zucker zugeben und mit einem Schneebesen hellschaumig aufschlagen - dabei darauf achten, dass das Wasser noch kocht, da das Eigelb sonst stockt. In der Zwischenzeit die Milch/Obersmischung nochmal erhitzen und in einem dünnen Strahl zum aufgeschlagenen Eigelb gießen. Dabei die ganze Zeit rühren. 

So lange weiter rühren, bis die Masse anfängt dicklich und cremig zu werden, das dauert einige Minuten- also immer kräftig rühren und immer aus dem Handgelenk. 

Eine tiefkühlgeeignete Form schon mal ins TK-Fach stellen. 

Die Masse nun komplett auskühlen lassen (evt. wieder über Nacht). Sobald die Masse gut runtergekühlt ist, in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren lassen. (Bei mir waren es etwa 40 Minuten).

Danach das Eis in die vorbereitete Form füllen und nochmal für etwa 2 Stunden in den Tiefkühler stellen.

Für die Apfelspalten die Äpfel zunächst waschen und gut trocknen. Das Gehäuse entfernen und den Apfel gleichmäßig in Scheiben schneiden.

Staubzucker und Zimt mischen und die Apfelspalten auf beiden Seiten damit bestäuben.

Die übrigen Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer zu einem glatten Teig rühren. Von der Konsistenz her sollte der Teig wie Palatschinkenteig sein, nur ein wenig dicker.

Eine große Pfanne auf den Herd stellen und ca. 1 cm hoch Öl reingießen. Die Pfanne heiß machen, Apfelspalten in den Teig tauchen und in der heißen Pfanne auf beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Zum Abtropfen auf einen Teller legen, der mit Küchenrolle ausgelegt ist.

Zum Servieren nach Blieben mit Zimtzucker bestreuen und eine Kugel Vanilleeis dazu reichen.