Sonntag, 12. Juli 2015

Heidelbeer Panna Cotta

Als ich begann mich fürs Kochen und Backen zu interessieren und mir irgendwann 3- gängige Menüs zutraute, gab es zum Dessert grundsätzlich Panna cotta.
Tomatensuppe als Vorspeise, Lasagne als Hauptspeise und weil wir grad so schön beim italienischen Essen sind... Panna cotta als Nachspeise.
Französische Zwiebelsuppe als Vorspeise, Rindsrouladen als Hauptspeise und weil es bisher noch nicht deftig genug war... Panna cotta als Nachspeise.
Kürbiscremesuppe als Vorspeise, Schweinefilet mit Rosmarinkartoffeln als Hauptspeise... das lässt sich nämlich so schön einfach im Ofen zubereiten und man hat mehr Zeit für Gäste. Und weil wir schon beim Thema Einfachheit sind.... Dessert? Natürlich Panna cotta.

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Erkennt ihr das Muster? Grundsätzlich Suppe und grundsätzlich Panna cotta. In allen möglichen Variationen, mit allen möglichen Saucen, Gewürzen verfeinert, der Saison angepasst... die Hauptsache war, ich konnte es gut vorbereiten.

Was dieses Dessert, das wörtlich übersetzt ja einfach nur gekochte Sahne heißt, anging, so konnte mir - der eingefleischten Panna cotta Meisterin - keiner was erzählen... Letztlich ist es ja auch nicht mehr als gekochtes Obers. Es ist sehr einfach zu machen, braucht nicht viele Zutaten und lässt sich ja so wunderbar im Voraus herzustellen. Und wie ihr ja bereits wisst, bin ich ein großer Fan von Desserts, die man schon vorab zubereiten kann, sodass ich sie dann einfach nur noch aus dem Kühlschrank nehmen muss, wenn ich sie brauche.

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Aber.... ich habe es mit meiner Panna cotta Manie wohl ein wenig übertrieben. Denn als meine Freundin mal zum Essen eingeladen war bei mir und ich ihr den Desserteller vor die Nase stellte, rümpfte sie etwas die Nase und meinte "Wie? Schon wieder Panna cotta?"
Öhm... jo... Panna cotta war wohl kein Dessert mehr, das jeder gerne essen wollte.

Tja, so musste ich mir eben andere Desserts überlegen und mein liebstes (weil so einfaches) Dessert wurde nicht nur sträflich missachtet, sondern regelrecht aus meinem Repertoire verbannt. Und ich habe tatsächlich sehr, sehr lange nicht mehr daran gedacht... bis ich allerdings kürzlich in einem Restaurant Panna cotta auf der Speisekarte sah. Aber was für eines! Mit Heidelbeeren.... garniert mit frischen Heidelbeeren und Schokoladensauce.... und wie das erst aussah! Himmel, war der Anblick göttlich!

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Die Schokosauce gibt es bei mir heute zwar nicht dazu, dafür aber einen Boden aus Schokokeksen. Ist doch auch fein, oder? On top gibt es dann noch Heidelbeersauce und ein paar Schokostreusel zur Deko, damit es auch richtig was hermacht...

Yeah, Leute, schnallt euch an! Wenn ihr zum Essen kommt, gibt es ab heute wieder öfter mal Panna cotta! Yiiihaaa!!

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Für die/das Panna cotta: 
(für 4 Portionen) 

- 12 Oreo Kekse
- 2 EL Butter
- 300 g Heidelbeeren
- 250 ml Obers
- 100 ml Heidelbeersaft
- 100 g Zucker, plus noch 2 bis 3 EL für die Sauce 
- etwas Vanille
- 3 Bl. Gelatine 
- Schokostreusel für die Deko (optional) 

Die Heidelbeeren waschen und verlesen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Oreos zerbröseln, mit der Butter vermischen und auf 4 Dessertgläser verteilen. Etwas andrücken und beiseite stellen.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Die Hälfte vom Heidelbeermus mit dem Saft, Obers, Zucker und Vanille in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die Gelatine einrühren.

Nun auf alle Gläser gleichmäßig verteilen, mit Frischhaltefolie oder Alufolie abdecken und abkühlen lassen. Zum Erstarren für mind. 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Für die Sauce das restliche Mus mit dem Zucker vermischen und nochmal kurz aufkochen lassen in einem kleinen Topf oder einer kleinen Pfanne, nach Bedarf noch mit Vanille abschmecken und auf die Gläser verteilen.

Vor dem Servieren noch nach Bedarf mit Schokostreusel bestreuen.

Samstag, 4. Juli 2015

Waldmeistereis mit Erdbeersauce

Ihr kennt doch alle bestimmt Ahoj Brause, oder? Das sind diese kleinen Päckchen mit Brausepulver, die man mit etwas Wasser mischt und dann trinkt... oder man knallt sich die Brause auch einfach nur so rein (Magenschmerzen inklusive). In einer Packung sind immer mehrere Sorten drin und eine davon ist Waldmeister. Schon als ich noch klein war, war genau diese Sorte immer zuerst weg, wenn meine Mama eine Packung gekauft hat.

Es war weniger diese giftgrüne Farbe, die mich immer so fasziniert hat, sondern mehr der Geschmack. Ja, es ist künstlich. Ja, es hat mit dem natürlichen Geschmack von Waldmeister nur wenig gemein (der ja in Wahrheit viel dezenter ist, als diese Chemiekeule, die man kaufen kann). Ja, die Farbe ist mindestens genauso künstlich wie der Geschmack. Aber wisst ihr was? War mir immer schon egal, ist mir nach wie vor egal und wird mir aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin egal sein.
Bei mir herrscht ganz große Chemiewaldmeisterliebe!

Waldmeistereis (4)

Leider ist diese Liebe und Zuneigung für Waldmeistersirup nicht so ganz barrierefrei. Denn in Österreich haben wir ein riesengroßes Problem: es gibt im Handel keinen Waldmeistersirup zu kaufen. Für jemanden, der Waldmeistersirup so gerne hat wie ich, grenzt das natürlich an eine mittelschwere Katastrophe. Literweise wird Holundersirup verkauft... oder Himbeere... oder Kirsche... oder was auch immer.... aber weit und breit ist kein Waldmeistersirup zu finden. 

Es ist ja nicht so, dass dieses Kraut bei uns nicht wachsen würde. Wenn man die Augen ein bisschen offen hat, findet man im Frühjahr Waldmeister in Wäldern. Oder in heimischen Gärten. 
Leute, ich hätte am liebsten zu weinen begonnen, als meine Freundin mir gesagt hat, dass bei ihrer Mama im Garten Waldmeister wächst und der Jahr für Jahr ungenutzt verwelkt. Und wann hat sie mir davon erzählt? Genau! NACH der Blüte! Hach... 

Mal selbst einen Waldmeistersirup anzusetzen, reizt mich ja schon sehr. Aber bis es so weit ist, bleibe ich eben bei der Chemie. Denn wie es der Zufall so will, ist meine Freundin, bei deren Mutter der Waldmeister im Garten wächst, meine Retterin in der Not. Genauer gesagt sie und ihr Freund sind meine Samariter, die mir nach (fast) jedem Besuch in Deutschland ein Fläschchen von dem grünen Gold mitbringen, nach dem ich mich so verzehre! Die beiden wissen eben wie man mich glücklich macht! 

Waldmeistereis (2)

Von dem Eis haben die beiden zwar leider nichts abbekommen, aber ich habe bei jedem Löffel zumindest ganz fest an sie gedacht und ich wette, es hätte ihnen genauso geschmeckt wie mir... 
Und weil das Eis alleine ja ein bisschen fad ist, musste ich ein bisschen suchen. Denn so sehr ich Waldmeister auch liebe, so wenig Ahnung habe ich davon was gut dazu passt. Aber Google sei Dank hat die Recherche nicht besonders lange gedauert... und mit dem Ergebnis bin ich mehr als nur glücklich auf der Couch gesessen und hab mein Eis gelöffelt. 

Waldmeistereis (6)

Für das Eis:

- 100 ml Waldmeistersirup
- 200 g Joghurt
- 200 ml Obers
- 80 g Zucker
- Saft 1/2 Zitrone

(- optional grüne Lebensmittelfarbe zum Nachfärben)

Für die Erdbeersauce:

- 350 g Erdbeeren
- 70 g Gelierzucker 2:1
- Saft 1/2 Zitrone

Für das Eis müssen alle Zutaten kalt sein. 

Die Zutaten gut verrühren und ggf. nochmal in den Kühlschrank stellen. 

Die Masse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren. Bis zur weiteren Verwendung im Tiefkühler aufbewahren. 

(Wer keine Eismaschine hat, füllt die Masse in eine tiefkühlgeeignete Box und rührt stündlich mit dem Handmixer durch, um die Kristallbildung zu vermeiden.)

Für die Erdbeersauce die Erdbeeren putzen, pürieren und ggf. durch ein Sieb streichen.

Das Püree mit dem Gelierzucker und dem Zitronensaft in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Alles für ca. 3 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. 

Abkühlen lassen und bis zum Verzehr beiseite stellen. 

Samstag, 27. Juni 2015

Erdbeer- Pfirsich Marmelade

Ich habe eine Gläserrücklaufquote von ca. 200%. Echt. Ich schwöre euch, wenn ich ein Glas mit Marmelade hergebe, bekomme ich in der Regel zwei leere zurück. Meistens sogar mit dem Nachsatz, dass ich sie gerne wieder auffüllen darf.

Ich darf. Oh, wie nett.

Und meistens darf ich die Gläser auffüllen für meine Mama und meinen Bruder. Ich sage euch, mit den beiden könnte ich ein Geschäft aufmachen und würde meinen kompletten Jahresumsatz nur mit ihnen machen!

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Spaß beiseite. Natürlich fülle ich Marmeladegläser gerne an für meine Hauptabnehmer, weil ich weiß, dass meine Marmelade da in guten Händen ist. Wobei... fast schon ein bisschen zu gut. Kaum habe ich ein Glas überreicht, bekomme ich auch schon einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung höre ich es nur schmatzen und zwischen zwei Bissen die Frage "Mmmhh, ist die lecker. Sag mal... Hast du davon vielleicht noch ein Glas übrig für uns?".

Nach meiner Einkochorgie im letzten Jahr habe ich mir für diesen Sommer vorgenommen ein bisschen vom Gas runterzugehen. Denn die sage und schreibe 5 Sorten Marmelade waren selbst für die größten Marmeladetiger etwas viel. Gläser, die zu Beginn noch freudig entgegen genommen wurden, führten am Ende schon eher zu einem Schnaufen und einem "Was? Noch ein Glas?!".

Ja, das war wohl ein dezentes, aber sicheres Anzeichen dafür, dass ich es wohl ein bisschen übertrieben habe. Diesen Wink mit dem Zaunpfahl habe ich mir zu Herzen genommen und mir dieses Jahr genau überlegt welche Marmelade es geben wird. Und ich verspreche euch... Es wird nicht wieder so ausarten.

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Die Marmeladensaison beginne ich mit dem nahen Ende der Erdbeersaison. Ich möchte den Sommer über nicht auf meine liebsten Früchte verzichten und daher wandern sie ins Glas.
Reine Erdbeermarmelade finde ich allerdings ein bisschen fad und die Kombination mit anderen Früchten macht den Geschmack erst so richtig interessant. Also reine Erdbeermarmelade mag ich schon... aber ich habe dabei das Gefühl, dass ich die immer haben kann. Aber wenn ich schon selbst einkoche, dann möchte ich zumindest dieses gewisse Etwas dabei haben. Versteht ihr, was ich meine? Es ist doch so... reine Sorten kann man jederzeit in jedem Supermarkt kaufen.... also Erdbeer, Himbeer, Heidelbeer.... die sind immer verfügbar. Aber spezielle Sorten, die einem so in den Sinn kommen, die im Kopf eine so herrliche Kombination abgeben, die findet man nicht einfach so mal im Supermarkt um die Ecke. Nicht, weil das Sortiment so schlecht ist, sondern weil es sie schlichtweg nicht gibt.

Welche Alternative bleibt da? Genau! Selbst einkochen! Gott sei Dank habe ich ja mächtig viel Freude daran und auch sehr dankbare und glückliche Abnehmer dafür. Die Kombination könnte also nicht besser sein!

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A propos Kombination! Da war ja noch was... Also Erdbeeren an sich bedeuten für mich ja schon Sommer pur. Aber! So richtig Hallo, Sommer, hier bin ich! schreit die Marmelade erst, wenn sich zu den Erdbeeren noch Pfirsiche gesellen. Ich verspreche euch, selbst, wenn ihr am Ende des Sommers noch das eine oder andere Glas davon übrig haben solltet, fühlt ihr euch bei jedem Bissen wie frisch in den Juni zurück versetzt!

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In diesem Jahr ist diese Marmelade mein Sommer pur direkt auf dem Brot - egal zu welcher Jahreszeit!

Für die Marmelade:
(6 Gläser)

- 750 g Erdbeeren
- 1 bis 1,2 kg reife Pfirsiche
- Saft einer Zitrone
- 500 g Gelierzucker 2:1

Die Gläser mitsamt Deckel vorab im Ofen für 15 Minuten bei 120 Grad sterilisieren.

Die Erdbeeren waschen, putzen und pürieren. Optional durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Am Ende sollte 500 g Erdbeermus übrig bleiben.

Die Pfirsiche häuten. Bei sehr reifen Pfirsichen sollte sich die Haut relativ einfach von selbst lösen. Sollte dies nicht der Fall sein, einfach die Pfirsiche mit kochendem Wasser übergießen, zwei Minuten stehen lassen, dann löst sich die Haut leichter ab.

Vom Kern befreien und ebenfalls pürieren. Nun sollten ebenfalls 500 g netto Pfirsichpüree übrig bleiben.

Erdbeer- und Pfirsichmus mit Zitronensaft und Gelierzucker in einen großen Topf geben und bei starker Hitze etwa 7 Minuten kochen lassen. Gelierprobe machen!

Die fertige Marmelade in die Gläser füllen und sofort verschließen.
Donnerstag, 18. Juni 2015

[Fremdgebloggt] Schwarzwälder Kirsch Eistörtchen

Ich gestehe, ich habe ein Problem mit der klassischen Schwarzwälder Kirschtorte. Die Füllung, die ja eigentlich neben Obers nur aus Obers, Obers und äääh... Obers besteht, ist einfach nicht so mein Ding. Innen, außen und oben einfach nur Obers.... und das einzige was bleibt, ist ein fettiger Film auf Gaumen und Zunge, weil das ganze Teil zwar noch aus Schokoboden und Kirschen besteht, zum größeren Anteil jedoch einfach nur aus Obers.

Meine persönliche Variante der Schwarzwälder Kirschtorte, die letztlich alles ist,  nur keine Schwarzwälder Kirsch, habe ich euch bereits vor zwei Jahren gezeigt.
Heute allerdings... heute habe ich eine gänzlich andere Version davon für euch. Nämlich in Eisform.

Die gibt es allerdings nicht hier bei mir in meiner kleinen Geheimnisküche, sondern bei Barbara von Meine süße Werkstatt. Jeden Freitag heißt es bei ihr Eiskalt erwischt! Und diesmal durfte ich zu Gast sein bei ihr und ihre Leser regelrecht eiskalt erwischen. Mit meinem Schwarzwälder Kirsch Eistörtchen, das ich mitgebracht habe, konnte ich nicht nur sie begeistern, sondern vor allem ihren Mann, der Schwarzwälder Kirsch wirklich heiß liebt. Da lässt er sich schon mal überreden das auch mal in Eisform zu probieren...

Und wenn ihr zu ihr rüber huscht, dann sehr euch bitte unbedingt mal selbst um bei Barbara. Bewundert ihre kleinen und großen Kunstwerke, die Kuchen, die ich gerne selbst auf dem Sonntagstisch stehen hätte, die liebevollen Dekorationen auf den Cupcakes... hach...

Ein bisschen neidisch bin ich aber schon, muss ich zugeben. Auf diese wunderbaren Motivtorten, die mit so viel Liebe gestaltet werden... und das sieht man bei jeder einzelnen Torte und jeder einzelnen Figur! So! Nun aber husch rüber zu Barbara!

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Zum Rezept bitte einmal hier entlang!
Dienstag, 9. Juni 2015

Erdbeer Kokos Tiramisu

Habt ihr es schon gesehen? Natürlich habt ihr das! Denn wenn ihr diese Zeilen lest, heißt das ja, dass ihr meinen Blog angeklickt habt. Und wenn ihr meinen Blog anklickt, heißt das, dass ihr bereits mein neues Design bewundert. Ich hoffe doch sehr, dass ihr es bewundert. Denn ich bewundere es! Und wie auch noch!

Ich bin so glücklich damit und kann mich kaum satt sehen daran, das glaubt ihr mir gar nicht! (An dieser Stelle müsst ihr euch bitte so riesengroße knallrote Herzen in meinen Augen vorstellen, wenn ich meinen Blog ansehe!) 

Bisher war es ja immer so, dass ich selbst daran gebastelt hab... so irgendwie mit diesem gefährlichem Halbwissen. Ich, das Fräulein Inkompetenz in Person in Sachen Layout und Design. Ideen hatte ich ja schon immer so viele im Kopf wie ich was gestalten möchte, wie ich was wo angeordnet haben will, wie ich die Schriftart haben will, wie mein Logo sein soll, bla bla bla.... Aber wie es oft so ist, scheitert es an der Umsetzung mangels Qualifikation. Ich hatte bisher auch - ehrlich gesagt - nicht wirklich viel Lust mich großartig mit Photoshop und anderen Programmen näher zu beschäftigen. Denn bis ich soweit gewesen wäre mir selbst ein entsprechendes Logo und ein komplettes Template für meinen Blog zu basteln, wäre wohl noch viel Wasser die Donau runter gelaufen, seeeehr viel Wasser.

Ich habe andere Hobbies, denen ich viel lieber nachgehe und überlasse die Bastelarbeiten am Computer lieber den Leuten, die das besser können als ich... und auch mehr Freude daran haben.
Layout plus Logo gestalten wird nie mein Steckenpferd werden, gebe ich zu. Aber das macht ja auch nichts, denn der Schuster bleibt ja auch bei seinen Leisten.

So, nun hatte ich zwei Möglichkeiten... entweder mit so optisch... ääääh... weniger durchdachten Blogdesign leben oder doch lieber auf jemanden zurück greifen, der solche Dinge einfach voll drauf hat. Und irgendwie bin ich dann auf Conny alias Frau Zauberstift gestoßen. Ich kann euch leider nicht mehr sagen wie ich auf sie gekommen bin, aber ihr kennt das ja... manchmal klickt man sich von einem Link zum nächsten und über 100 Ecken landet man auf einmal auf einer Seite und man denkt sich Hey, sehr cool!. Ja, und so war es auch bei Conny.

Sofort war ich von ihren Arbeiten begeistert und auch die Resonanz, die sie bekommt, spricht für sich. Also habe ich sie angeschrieben und war sogar ein ganz kleines bisschen nervös, weil ich wusste, dass mein Baby jetzt endlich mal ein hübsches Kleid bekommen wird von jemandem, der mit Leib und Seele bei der Sache ist.

Und ich sollte nicht enttäuscht werden. Der Kontakt war so herzlich auf der einen Seite und so kompetent und und professionell auf der anderen Seite. Mit Ideenreichtum und vielen guten Vorschlägen, aber auch viel Einfühlungsvermögen und Verständnis geht sie an die Sache ran und zaubert Dinge, die ich im Leben so nie zustande gebracht hätte. Mit einem Satz: Danke, liebe Conny, für den freundlichen Kontakt, die Umsetzung, deine Arbeit. 

Das Design ist genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Nicht zu viel Schnickschnack, einfacher Aufbau, keine leuchtenden Farben, die einem eher die Augen raushauen bei jedem Anblick.
Die Aufteilung ist wie gehabt. Ihr findet also alles an den alten Stellen, außer meine Social Media Buttons, die sind jetzt nämlich ganz unten am Ende jedes Beitrags. Aber schaut euch einfach mal selbst um und bewundert mit mir gemeinsam mein neues Design! Ich hoffe, ihr seid mindestens genauso begeistert wie ich selbst. :)

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So, genug der Lobhudelei. Ich will mich nun wieder den eigentlichen Dingen widmen. Zur Feier des Tages gibt es heute ein sommerlich leichtes Tiramisu mit Erdbeeren und Kokos, das - mal wieder - ganz ohne Ei auskommt. Das ist nämlich eine nicht ganz so unwesentliche Tatsache im (Hoch-)Sommer, wenn mal die Kühlkette unterbrochen werden sollte.

Ihr habt mit diesem Tiramisu vielleicht ein paar Minuten mehr Arbeit, als mit einem klassischen, aber es lohnt sich wirklich. Und wie das halt so ist bei einem Tiramisu, es lässt sich ja so wunderbar vorbereiten. Also, wenn es am Vormittag noch nicht sooooo brütend heiß ist, stellt euch in die Küche und genießt es dann am Abend mit Freunden als Dessert nach einem Grillabend, oder auch alleine auf dem Balkon oder der Terrasse. Egal wie oder wo oder mit wem... ihr müsst es jedenfalls nur noch aus dem Kühlschrank nehmen und servieren, wenn ihr es braucht.

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Für das Tiramisu:

- 250 g Topfen
- 500 g Mascarpone
- 50 g Kokosraspel
- 125 g Zucker
- Saft von 1/2 Zitrone
- 1 große Dose Kokosmilch
- 500 g Erdbeeren
- 100 g Gelierzucker 3:1
- 1 Packung Biskotten

Die Erdbeeren waschen, putzen, pürieren und je nach Bedarf durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Das Erdbeermus mit dem Gelierzucker in einen Topf geben zum Kochen bringen. etwa 3 bis 4 Minuten köcheln lassen. etwas Abkühlen lassen.

Topfen, Zucker, Zitronensaft und Kokosraspel mit dem Mixer glatt rühren. Mascarpone unterheben und ebenfalls glatt rühren. Sollte die Masse zu dick sein, etwas von der Kokosmilch dazu geben.

Die Biskotten in die Kokosmilch tauchen und den Boden einer Form damit belegen. 1/3 der Kokosmasse darauf verstreichen und 1/3 der  Erdbeersauce darüber träufeln. Wieder so schichten: Biskotten, Kokoscreme, Erdbeersauce, Biskotten, Kokoscreme, mit Erdbeersauce abschließen.
Zum Kühlen in den Kühlschrank stellen für mindestens 4 Stunden.

Montag, 1. Juni 2015

Profiteroles mit Vanillecremefüllung und Schokosauce

Bekommt ihr es jedes Jahr zu Sommerbeginn auch mit der Angst zu tun? Wenn ihr wisst, dass ihr nun wieder mehr Haut zeigen werdet? Und all das, was man den ganzen Winter lang unter dem weiten Wollpullover verstecken konnte, kommt jetzt ungeschminkt und unzensiert ans Tageslicht - nämlich im wahrsten Sinn des Wortes! Hilfe!

Nein, ich rede hier nicht vom Hüftgold, das man sich den Winter über angefuttert hat und nun nicht weiß wohin damit. Hey, ich habe ein kleines Glücksbäuchlein, na und? Glaubt mir, das ist wirklich mein geringstes Übel! Vielleicht sollte ich es aber halten wie Buddha. Wenn man ihm über den Bauch streichelt, dann bringt das Glück! Ob das wohl auch bei mir funktioniert? Hm...

Profiteroles mit Vanillecreme, Viktoria's Kitchen Secrets

Was ich meine, ist diese unsagbar weiße Haut, die meinen Körper bedeckt. Jedes Jahr, wenn die Sonne aus ihrem Versteck hervor kriecht, ich vor meinem Kasten stehe und all meine Kleidchen und Röckchen begutachte und ich angesichts der steigenden Temperaturen überlege, ob ich soll oder nicht, pfeife ich alljährlich einfach mal drauf und denke mir "Na, was solls!". Dann präsentiere ich dieses strahlend weiße Fleisch (vor allem an den Beinen) der Bevölkerung, das so hell leuchtet, dass ich nachts wohl jeder Straßenlaterne Konkurrenz machen kann!

Profiteroles mit Vanillecreme, Viktoria's Kitchen Secrets

Ich werde einfach nicht braun. Ist so. Das liegt nicht daran, dass ich mir keinen Urlaub leisten kann. Es hat eher was damit zu tun, dass ich nur wenig Lust habe auf feinsten Sonnenbrand (mit Schmerzen Empfindlichkeit auf Berührungen und allem drum und dran) und frühzeitige Hautalterung. Und kaum bin ich aus dem Urlaub zurück - erholt, bestens gelaunt, tiefenentspannt - muss ich mich auch schon rechtfertigen. "Na, du hast ja auch gar keine Farbe abbekommen. Hattet ihr so schlechtes Wetter die ganze Zeit?" Oh Mann, wie oft musste ich mir diesen Satz in der Vergangenheit schon anhören... Nein! Das Wetter war bestens! Ich bin einfach nur eine unverbesserliche Schattenhockerin! Das ist der Grund für meine Blässe... zumindest einer davon. Und selbst wenn ich mal in der Sonne sitze, so verhält sich meine Haut wie die österreichische Flagge, nur umgekehrt. Ich bin erst weiß, dann rot, dann wieder weiß.

Profiteroles mit Vanillecreme, Viktoria's Kitchen Secrets

Meine Haut hat selbstverständlich nichts mit Profiteroles zu tun, aber ich habe darüber nachgedacht, als ich die Cremefüllung dafür gemacht habe. Mein Gedanke dazu war nämlich "Hey, die Creme ist ja fast so hell wie ich! Haha!" Ja, ich fand es in der Sekunde unheimlich witzig und es hat mich zu diesem Text hier verleitet. Na, zumindest könnt ihr mitlachen... hoffentlich.

Ob ihr nun mitlachen möchtet oder nicht, für Profiteroles kann ich euch wahrscheinlich begeistern. Kennt ihr alle, oder? Diese verboten guten Bällchen aus Brandteig, die man bei so ziemlich jedem Italiener bekommt, meistens gefüllt mit Vanillecreme und über und über bedeckt mit einer dicken Schicht Schokocreme oder Schokosauce. Herrlich ist das! Wirklich, darin möchte ich mich am liebsten eingraben! Meine gibt es heute mit meiner Lieblingsschokosauce vom Kleinen Kuriositätenladen - diese Sauce ist für mich ein wahres Multitalent und sie wird mit Sicherheit noch öfter hier vorkommen!

Profiteroles mit Vanillecreme, Viktoria's Kitchen Secrets

Und sollte ich mal wieder nach meinem Teint gefragt werden, kann ich in Zukunft locker Vanillecremefüllung als Antwort geben...

Für die Profiteroles: 

Für den Brandteig:
(ca. 12Stück)

- 2 Eier
- 125 ml Wasser
- 100 g Mehl
- 50 g Butter
- eine Prise Salz

Für die Vanillecremefüllung:

- 300 ml Milch
- das Mark einer Vanilleschote
- 120 g Zucker
- 30 g Stärke
- 2 Eigelb
- 250 ml Obers 

Für die Schokoladensauce:

- 250 ml Wasser
- 250 g brauner Zucker
- 100 g Kakao
- etwas Vanille
- eine Prise Salz

Für die Profiteroles wird zuerst ein Pudding zubereitet.Dafür die Eigelbe mit der Stärke und einem Drittel der Milch glatt gerührt. Die übrige Milch zusammen mit dem Zucker und der Vanille in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen und sofort die Hitze reduzieren. 

Die angerührte Mischung aus Stärke und Eigelb zu der heißen Milch geben und kräftig rühren, damit nichts anbrennt. Bei schwacher Hitze etwa 1 bis 2 Minuten ständig rühren, bis die Masse eindickt. 
Den Pudding in eine Box füllen und mit Frischhaltefolie abdecken. Abkühlen lassen und am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen. 

Für den Brandteig das Wasser zusammen mit dem Salz und der Butter in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Wenn das Wasser kocht, das Mehl in einem Schwung hineingeben und kräftig mit einem Kochlöffel (am besten aus Holz) rühren, bis ein weißer Film am Topfboden entsteht und der Teigklumpen homogen ist.

Die Teigkugel in eine Schüssel geben und auskühlen lassen. (Ich lasse den Teig immer abkühlen, bis er nur noch lauwarm ist.) In der Zwischenzeit den Backofen auf 200 Grad Ober/Unterhitze vorheizen und eine ofenfeste Schüssel mit Wasser gefüllt auf den Boden oder auf ein Gitter auf der unteren Schiene stellen. 
Die Eier einzeln unterrühren. Der Teig ist perfekt, wenn er als dicker Batzen vom Löffel fällt. 

Vom Teig nun mit einem Löffel zwölf Portionen abstechen und leicht kugelig formen oder alles in einen Spritzbeutel füllen und 12 Häufchen auf ein Backblech spritzen. Die Oberfläche mit Wasser benetzen und rasch in den Ofen schieben. (Achtung! Wenn ihr den Ofen öffnet, tritt erstmal ein Schwall Dampf aus, nicht verbrennen!) 
Auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten backen. Während der Backzeit die Ofentüre AUF GAR KEINEN FALL öffnen!
Nach der Backzeit die Brandteigkrapfen vollständig auskühlen lassen. 

Für die Schokosauce alle Zutaten bis auf den Kakao in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Den Kakao einrühren und alles etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen. Noch heiß in eine sterilisierte Flasche füllen.

Sind die Brandteigkrapfen vollständig ausgekühlt, kann es auch schon mit der Füllung weitergehen. Dafür das Obers steif schlagen, den Pudding nochmal kurz glatt rühren und unter das Obers heben.

Die Creme in einen Spritzbeutel mit einer Fülltülle füllen. In jeden Brandteigkrapfen ein Loch stechen und mit der Creme befüllen.(Spätestens, wenn es links und rechts wieder rausquillt, wisst ihr, dass zu viel drin ist!)

Vor dem Servieren noch mit Schokosauce übergießen. Ansonsten bis zum Verzehr kalt stellen. 

Montag, 25. Mai 2015

Erdbeer- Pistazienmousse Torte

Kennt ihr das, wenn ihr in einem Koch- oder Backbuch blättert und der Blick immer wieder bei diesem einen Rezept hängen bleibt? Solche Kandidaten habe ich aufgrund meiner mittlerweile doch recht stattlichen Sammlung an kulinarischer Fachliteratur immer wieder mal. Das passiert vor allem dann, wenn ich ein neues Familienmitglied in meinem Bücherregal begrüßen darf.

In den meisten Fällen komme ich recht bald dazu die Rezepte, die mich aus dem Buch heraus richtig anspringen auszuprobieren. Denn dann juckt es mich so derartig unter den Fingern, dass ich einfach nicht anders kann. Da vergesse ich ganz gerne mal, dass ich eigentlich was ganz anderes probieren wollte und werfe all meine Pläne über den Haufen, weil es eben dieses eine Rezept ist, das plötzlich viel wichtiger ist als alle anderen.

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und dann gibt es aber diese Rezepte, die ich in einem Buch immer und immer und immer wieder sehe, aber jedes Mal weiterblättere. Die Situation ist dann in etwa so:
Ich blättere in einem Buch, sehe dieses eine Rezept, schmachte das Bild an und lese das Rezept eingängig - und zwar so eingängig, dass ich es beim nächsten Mal wahrscheinlich auswendig aufsagen könnte. Dann sehe ich das Bild wieder an, unwillkürlich bildet sich ein Fluss in meinem Mund, dem ich nicht mehr Herr werde und ich muss weiterblättern, bevor ich noch in die Seite reinbeisse. 

Tja, und dann hab ich es wieder nicht gemacht. Dieses eine Rezept, das mich so sehr anlacht, das mich schon richtig anschreit "Probier mich!", wird von mir schändlich missachtet und einfach überblättert. Und wenn ich genau darüber nachdenke warum, so fallen mir keine triftigen Gründe dafür ein. Wirklich. So scharf kann ich gar nicht darüber nachdenken, dass mir irgendwann einmal auch nur ein Hauch von Grund einfallen würde, sei er auch noch so schwammig und fadenscheinig. 

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Allerdings hätte ich da so eine klitzekleine Idee was mich bisher daran gehindert hat diese Torte zu machen, und der Grund heißt: Nüsse
Jaja, dieses ewige Dilemma mit mir und den Nüssen. Gut, mit Mandeln arbeite ich ja ganz gerne, Macadamia Nüsse habe ich auch für mich entdeckt - allerdings nur wohl dosiert - und Pistazien esse ich im Normalfall nur  pur.... also so mit schälen, sich grün und blau ärgern wegen dem Herumgefummel und viel Dreck haben mit den Schalen und allem drumherum. 
Sonst mag ich Pistazien ja nicht so gerne... Eis ist dafür meistens so ein Spitzenkandidat! Denn das hat irgendwie immer so diese dumme Eigenschaft, dass es zwar grün ist, aber fürchterlich nach Marzipan schmeckt! Ich möchte es ja nicht pauschalisieren, irgendwo auf dieser Welt gibt es mit Sicherheit Pistazieneis, das nicht nach Marzipan schmeckt, ich habe es bloß noch nicht gefunden. Und Pistaziensirup und ich... puh, na sagen wir einfach mal... ist auch nicht so unbedingt mein Ding. Gelinde gesagt. Ihr merkt also, es ist nach wie vor eher schwierig mit den Nüssen und mir.

Aber dennoch hat mich dieses Törtchen so angelacht, dass meine Augen  seit - Achtung, festhalten - einem geschlagenen Jahr daran immer und immer wieder hängen bleiben. Weil ich mir ja aber so fest vorgenommen habe einfach ein wenig experimentierfreudiger zu sein und auch mal ein bisschen mehr über den Tellerrand blicken, habe ich mir gedacht, dass es trotz all meiner Bedenken für mich an der Zeit ist mal ein wenig mit meinen eigenen Vorurteilen ein wenig aufzuräumen. 

Erdbeer Pistazienmousse Torte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Grundidee für das Rezept  findet ihr in dem Buch Süße Liebe von Asa Swanberg. Natürlich kam ich nicht drumherum ein bisschen dran herumzufeilen, denn im Buch ist alles irgendwie, nunja, ein bisschen anders. Im Original enthält der Schokoboden zusätzlich noch Marzipan, seufz, und statt den Erdbeeren gibt es obendrauf eine sehr reichhaltige Ganache. Das war mir dann allerdings doch ein bisschen zu mächtig. Was ich allerdings ohne großartige Änderungen übernommen habe, war das Mousse. Warum? Weil es ganz ohne Sirup und anderen Schickschnack auskommt. Man braucht bloß einen ordentlichen Haufen Pistazien, das reicht aus, um genug Farbe und Geschmack abzugeben.
Die perfekte Grundlage also, denn alles andere ist ja variabel...

Für die Torte:
(18 cm Springform) 

Für den Schokobisquit:

- 2 Eier
- 4 EL Milch
- 75 g Zucker
- 50 g Mehl
- 30 g Stärke
- 15 g Kakao
- eine Prise Salz

Für das Mousse:

- 2 Bl. Gelatine
- 150 g Pistazien (Nettogewicht!)
- 200 g Obers
- 200 g Topfen
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 100 g Zucker

Für den Belag:

- 500 g Erdbeeren
- 30 g Gelierzucker 3:1

Zunächst den Boden vorbereiten. Dafür einen Springform mit 18 cm Durchmesser fetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Mehl, Stärke und Kakaopulver in einer Schüssel mischen und beiseite stellen.

Eier mit Milch, Vanille, Salz und Zucker sehr hellschaumig aufschlagen. Das Mehlgemisch mit einer Spachtel unterheben. Die Masse in die Springform füllen und auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Den Bisquit kurz in der Form auskühlen lassen, dann herausholen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Mousse die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Pistazien mahlen. (Bei mir hat das wunderbar im Standmixer geklappt!) Obers steif schlagen.

Topfen mit Zucker und Vanille cremig rühren. Zunächst die Pistazien, dann das Obers unterheben.
Gelatine ausdrücken und in einem kleinen Topf bei sehr schwacher Hitze auflösen.
2 bis 3 EL von dem Mousse zur Gelatine geben, glatt rühren, dann alles zum Mousse zurück geben und vorsichtig verrühren.

Einen Tortenring um den ausgekühlten Boden stellen und festziehen. Pistazienmousse darauf verteilen und glatt streichen. Zum Festwerden für mehrere Stunden (mind. 4!) oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Den Tortenring von der Torte lösen, sobald das Mousse fest geworden ist. Für den Belag die Erdbeeren waschen und vom Grün befreien. Etwa gleich große Stücke auf die Torte setzen, bis alles bedeckt ist. Die restlichen Erdbeeren pürieren und wer keine Kerne will, streicht das Mus durch ein Sieb.

Es sollten jetzt etwa 100 g Erdbeermus übrig sein. Mit dem Gelierzucker in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Alles etwa 3 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce eindickt, aber noch nicht zur Marmelade wird. Etwas abkühlen lassen und dann über die Torte träufeln, bis alle Lücken bedeckt sind und die Sauce über den Rand drüber rinnt.

Bis zum Servieren kühl stellen. Vor dem Servieren allerdings eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. 

Montag, 18. Mai 2015

Rhabarber- Vanille Sirup

Also... ich glaube, der Rhabarber und ich werden keine Freunde mehr. Nicht mehr in diesem Leben. Vielleicht auch nicht im nächsten. Oder in sonst irgendeinem.
Oder lasst es mich so sagen... Rhabarber im Kuchen und ich werden keine dicken Freunde in keinem Leben irgendeiner Zeitrechnung. Derzeit wimmelt es ja nur so von Rezepten mit Rhabarber auf allen Blogs, die ich so verfolge. So gibt es beispielsweise bei Simone von S-Küche Hand Pies, im Knusperstübchen eine Tarte und bei SweetPie einen Streuselkuchen. Ich habe es versucht. Es sieht alles so unglaublich lecker aus. Wirklich. Ich wollte dem Rhabarber wirklich noch eine Chance geben. Aber nein, es geht einfach nicht. Sorry, lieber Rhabarber, aber ich kann dich einfach nicht essen...

Rhabarber- Vanille Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Was ich aber wunderbar kann, ist ihn zu trinken! Jawohl!
Ok, das könnte man jetzt missverstehen. Nein, ich sauge nicht an einer Stange Rhabarber bis keine Flüssigkeit mehr darin enthalten ist. Würde das nicht auch sehr, ähm, seltsam aussehen? Ich mache daraus Sirup und den trinke ich dann! Das ist nämlich wirklich oberhammerlecker! Probiert habe ich es ja bereits letztes Jahr, als ich Sirup nicht nur mit Rhabarber, sondern auch mit Erdbeeren gemacht habe. Das war im letzten Jahr DER Sirup schlechthin für mich, aber diese Kombination ist eigentlich fast schon ein bisschen zu klassisch.

Rhabarber- Vanille Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Natürlich ist nur Rhabarber alleine auch ein bisschen fad, und es passen ja nicht nur Erdbeeren wunderbar dazu. Was nämlich - abgesehen von Erdbeeren - zu Rhabarber passt, ist Vanille!
Ich sage euch, der Sirup schmeckt mindestens genauso gut wie der mit den Erdbeeren! Wer beides nicht kennt, sollte einen direkten Vergleich anstellen und am besten beide Sirup...e (was ist  die Mehrzahl von Sirup? Gibt es eine Mehrzahl davon?) machen!
Am besten schmeckt der Sirup aufgegossen mit eiskaltem Mineralwasser und einer Scheibe Zitrone...

Rhabarber- Vanille Sirup, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für den Sirup:
- 1 kg Rhabarber, bereits geputzt
- 1 kg Zucker
- 1 Liter Wasser
- das Mark einer Vanilleschote
- Saft von 1 Zitrone

Den Rhabarber in Stücke schneiden, die Vanilleschote auskratzen.

Wasser, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und aufkochen lassen. Rhabarber und Vanille dazu geben und alles etwa 15 Minuten köcheln lassen.

Vom Herd nehmen und am besten über Nacht ziehen lassen. 

Den Sirup durch ein feinmaschiges Sieb filtern, dabei aber auf keinen Fall versuchen die Stückchen auszudrücken! Gut abtropfen lassen (das kann schon mal einige Stunden dauern) und den Sirup zurück in den Topf gießen. 

Nochmal aufkochen lassen und sofort in sterilisierte Flaschen füllen. 

Im Kühlschrank hält der Sirup einige Wochen. 
Montag, 11. Mai 2015

Fürst Pückler Cupcakes

Warum lieben Kinder eigentlich diese Kombination aus den Eissorten Erdbeer, Schokolade und Vanille so sehr? Selbst ich war diesem Zauber lange verfallen und wollte jahrelang mein Eis nur mit diesen Sorten essen. Keine noch so lange Liste mit den verschiedensten Eissorten dieser Welt konnte den Erdbeer-Schoko-Vanille-Bann brechen. (Erst im Alter von etwa 8 Jahren tauschte ich Schokolade gegen Stracciatella aus und kürte diese Kombination zu meinem neuen Liebling.)

Fürst Pückler Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Allerdings hatte ich ja immer das übliche Problem, dass ich das Eis gar nicht so schnell essen konnte. Es lief nämlich generell als braun-gelb-rosafarbener Fluss über meine Finger in Richtung Handgelenk hinunter, um letztlich auf den Boden zu tropfen und dort einen See zu bilden. Kennt ihr das (noch)? Das ist die unvermeidbare - weil untrennbar mit dem Eis essen verbundene - Katastrophe für jede Mutter, die ihrem Kind ein Eis kauft. Ebenfalls unvermeidbar ist der Teufelskreis, der dabei zwischen Mutter und Kind entsteht. Ich erzähle euch mal wie das bei mir früher so war und ich wette, ihr kennt das auch noch. Also: ich wollte ja immer mein Lieblingserdbeer-Schoko-Vanille-Eis haben, meine Mama hat es mir gekauft und ich begann zu essen. Natürlich zeigte das Eis dann relativ rasch seine äußerst negative Eigenschaft - es begann sich zu verflüssigen. Kaum hatte ich diese Suppe auf der einen Seite abgeleckt, floss es auch schon auf der anderen Seite über meine Finger und umgekehrt. Was für ein Stress dieses Eis zu essen. Meine Mama hat dann natürlich getan was jede Mutter tun würde, um das Kind davor zu bewahren, dass das Eis überall landet, nur nicht im Mund. Sie hat es mir abgenommen und mein Eis von den besonders flüssigen Stellen befreit. Zwar habe ich es ja dann wieder bekommen, fühlte mich aber doch um mein Eis betrogen. In mir breitete sich immer diese Frage aus, warum sich meine Mama selbst ein Eis kauft, wenn sie dann doch lieber meines nascht.

Fürst Pückler Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Skandal! Meine Mama! Nimmt mir mein Eis weg! Und isst davon! Von meinem Eis!
Welches Kind will das schon verstehen? Ich jedenfalls wollte es nie verstehen, war ja schließlich auch mein Eis... und nicht ihres! (Selbstverständlich sehe ich das heute ganz anders, keine Sorge!)
Aber was wäre die Alternative gewesen? Ein eisverschmiertes Gesicht, klebrige Hände und Kleidung, dessen Farbe man nicht mehr erkennt, weil alles mit Eis vollgekleckert ist? Und das alles, wenn man grade unterwegs ist? Nicht besonders attraktiv, richtig?! Richtig! Dann doch lieber dem Kind ein bisschen Eis wegnaschen.

Fürst Pückler Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Soll ich euch nun ein Geheimnis verraten? Dass diese Erdbeer-Schoko-Vanille-Kombi eigentlich einen Namen hat, nämlich Fürst Pückler Eis, weiß ich erst seit wenigen Wochen. Gut, ich habe - wie so oft - das Pferd von hinten aufgezäumt. Eigentlich wollte ich ja "nur" Cupcakes mit Schokolade und Erdbeeren machen und bin dabei auf einen Beitrag von Die Jungs kochen und backen gestoßen. Ihre Fürst Pückler Cupcakes haben es mir sofort angetan und die uralte Eiskombination, die ich als Kind so heiß geliebt habe, ist mir sofort wieder in den Kopf geschossen. Es hat natürlich keine zwei Sekunden gedauert herauszufinden, dass die Kombination aus Erdbeeren, Schokolade und Vanille den Namen "Fürst Pückler" trägt, egal ob man daraus nun ein Eis, Cupcakes, eine Torte oder sonst etwas macht. Tja, man lernt ja nie aus...

Fürst Pückler Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Cupcakes: 
(16 Stück)

- 120 g Butter, Zimmertemperatur
- 120 g Zucker
- 2 Eier, Zimmertemperatur
- das Mark 1/2 Vanilleschote
- 230 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- eine Prise Salz
- 2 TL Kakao
- 100 g Nutella
- 100 ml Milch, Zimmertemperatur

Für das Topping:

- 200 g Topfen
- 200 g Erdbeermarmelade (ohne Stückchen)
- 3 bis 4 EL Staubzucker (optional zum Süßen)
- 600 g Mascarpone

- Erdbeeren für  die Dekoration 

Zwei Muffinbleche mit Papierförmchen auslegen und den Backofen auf 180 Grad  vorheizen.
Mehl, Salz, Backpulver vermischen und beiseite stellen.

Butter, Zucker und Vanille hellschaumig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren.
Danach abwechselnd die Milch und das Mehlgemisch dazu geben und nur so lange rühren, bis alles gut vermischt ist.

Den Teig nun in zwei Portionen teilen. Eine Hälfte mit dem Kakao und Nutella verrühren. Pro Mulde nun jeweils einen Esslöffel hellen Teig und einen Esslöffel Schokoteig geben. Optional nun einen Zahnstocher oder eine Gabel durch den Teig ziehen, damit ein Marmormuster entsteht.

Auf mittlerer Schiene etwa 15 bis 20 Minuten backen, Stäbchenprobe machen!

Die fertig gebackenen Cupcakes aus den Förmchen holen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Topping Topfen, Marmelade und eventuell Zucker mit einem Schneebesen glatt rühren.
Mascarpone dazu geben und nur so lange rühren, bis alles homogen ist.

Topping in einen Spritzbeutel mit Tülle nach Wahl füllen und auf die Cupcakes aufdressieren.
Für die Dekoration jeweils eine Erdbeere auf die Cupcakes setzen.
Bis zum Servieren kühlen, jedoch etwa eine halbe Stunde vor dem Verzehr bei Raumtemperatur stehen lassen.

Montag, 4. Mai 2015

Karamellcheesecake mit Apfel im Glas

Leute, ich bin entsetzt. Ich weiß nicht so ganz was mich mehr entsetzt. Entweder die Tatsache, dass das Holunderparadies, an dem ich am Weg zu meiner Arbeit vorbei gehe, gnadenlos gerodet wurde, um Platz zu machen für zwei Wohnhäuser. Oder doch die Tatsache, dass ich mehrere Monate (es waren wirklich einige) gebraucht habe, um das zu kapieren.

Letztes Jahr im Mai bin ich ja mit meiner Mama wie wild durchs Gebüsch am Wienerberg gehüpft, auf der Jagd nach den größten Holunderblüten, die wir so finden und erreichen konnten. Keine stacheligen Gebüsche, keine Gräben und keine Matschhaufen dieser Welt konnten uns davon abhalten. Aber für einen leckeren, selbstgemachten Holunderblütensirup nimmt man solche Strapazen ja gerne auf sich, oder?

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Entdeckung, die ich aber tags darauf am Weg zur Arbeit gemacht habe, erfreute und erstaunte mich gleichermaßen. Einerseits war ich so hoch erfreut, denn ganze Park, den ich am Weg dorthin durchquere und auch die Freifläche (Wildnis, Gebüsch, Wildwuchs wohin das Auge reichte) neben dem Park, die sonst eher nur als Hundespielplatz dient, war knallvoll mit Holunder. Ein Traum. Der reinste Himmel für alle, die nicht nur den süßlichen Geruch wunderbar finden, sondern sich auch ganz gerne an diesem Geschenk der Natur bedienen. Herrlich, dachte ich mir im letzten Jahr, warum durch halb Wien pilgern, wenn das Gute doch so nahe ist? Nächstes Jahr pflücke ich alles hier! Andererseits war ich doch sehr erstaunt, weil ich so lange höchstwahrscheinlich mit Augenklappen auf beiden Augen durch die Gegend gelaufen bin und mir daher nie aufgefallen ist, dass so viel Holunder so leicht zu erreichen ist für mich.

Zufrieden und breit grinsend spazierte ich also den Sommer über und den ganzen Herbst durch den Park und freute mich insgeheim schon auf die nächste Saison. Selbst, als die Bagger angefahren kamen, das halbe Gelände umgegraben und alles was dort gewachsen ist, einfach ausgerissen haben, trübte das meine Laune und vor allem die Vorfreude auf den kommenden Frühling nicht. Ich hatte nur Holunder im Kopf. Die Bagger verschwanden, die Bauarbeiter, die Gerüste, die Fundamente kamen, die Mauern wurden höher und höher - Leichtbauweise macht's möglich - und ich kapierte es noch immer nicht.

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Und jetzt bitte alle festhalten, ich habe erst vor - Achtung - zwei Tagen bemerkt, dass da plötzlich was fehlt! Ihr wisst es mittlerweile schon längst. Wo ist der Holunder hin? Der ganze Wildwuchs? Das ungepflegte und unwegsame Gelände, das sonst nur Hundebesitzer betreten, um ihren Vierbeinern freien Lauf zu lassen?
ALLES weg! Mitsamt dem Holunder. Stattdessen findet man dort jetzt nur eine Baustelle. Derzeit haben die Wohnhäuser noch keine Fenster oder Türen eingebaut, die vorgesehenen Balkone sehen im Moment noch eher aus wie lebensgefährliche Stolperfallen und wenn es regnet, dann ist alles nass, denn das Dach fehlt auch noch. Aber Hauptsache der Holunder ist weg. Ich sag's ja... ich bin entsetzt. Zwar ist im Park noch ein bisschen was davon übrig, aber ob das reichen wird? Ich weiß nicht...

Apfel Karamell Cheesecake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Der Schock über den plötzlichen Holunderverlust sitzt mir noch etwas in den Knochen und ich bin ja nur froh, dass ich für das heutige Rezept keinen Holunder brauche.
Stattdessen tröstet mich ein cremiger no-bake Cheesecake im Glas über den kommenden Holunderengpass hinweg.

Der Boden besteht dabei aus Mandelkeksen, darüber kommt eine Cheesecakecreme mit Karamell und was passt so wunderbar dazu? Richtig! Äpfel! Nach den Handpies mit Äpfeln und Karamell war ich so hin und weg von dieser Kombination, dass ich davon seither in allen möglichen Varianten träume.
Eine weitere Möglichkeit dieses Traumduo miteinander zu kombinieren, ist eben dieser Cheesecake im Glas, der einfach und rasch zu machen ist. Es ist kaum zu glauben, aber mit nur wenigen Handgriffen ist die Creme angerührt und ins Glas geschichtet.

Und wisst ihr was ich an diesen Desserts im Glas noch so gerne mag? Vollkommen egal, ob Tiramisu im Glas, Mousse im Glas, Cheesecake im Glas, alles im Glas... sie lassen sich nämlich idealerweise sehr gut vorbereiten und sind längst fertig noch bevor die angekündigten Gäste kommen.

Schnell und einfach, gut vorzubereiten und auf jeden Fall ein Knaller... genau das erwarte ich mir von einem Dessert! Ihr auch? Na, dann nichts wie ran an die Rührschüssel!

Für 6 Gläser à 120 ml Inhalt:

- 100 g Mandelkekse 
- 2 EL Butter
- 1 EL brauner Zucker
- 180 g Frischkäse
- 100 g Topfen
- 150 g Karamellaufstrich oder Dulce de leche 
(- 2 EL Zucker bei Bedarf, falls es nicht süß genug ist)
- 2 kleine säuerliche Äpfel
-  2 EL brauner Zucker 
- 1/8 l Apfelsaft
- 1 TL Stärke

Die Kekse zerbröseln, mit dem Zucker und der Butter vermischen und kneten, bis alles gut vermengt ist. Die Brösel gleichmäßig auf die Gläser verteilen und mit einem Löffel andrücken.

Frischkäse, Topfen und Karamell mit einem Schneebesen in einer Schüssel glatt rühren, bei Bedarf noch nachsüßen. Die Masse ebenfalls gleichmäßig auf die Gläser verteilen und glatt streichen.

Die Äpfel schälen, vom Gehäuse befreien und in kleine Stücke schneiden. Die Apfelstücke in einen kleinen Topf geben, mit dem Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Die Stärke mit 2 EL Apfelsaft glatt rühren, den Rest zu den Apfelstücken gießen und aufkochen lassen.
Die Stärke einrühren und so lange rühren, bis alles leicht eindickt.

Abkühlen lassen und dann ebenfalls gleichmäßig auf die Gläser verteilen und etwas glatt streichen.

Bis zum Servieren kühl stellen.
Sonntag, 26. April 2015

[Fremdgebloggt] Sachertorte

Puh, ich kann es kaum glauben, ich habe endlich mal wieder eine Sachertorte gebacken UND Bilder davon gemacht. Das ist ja nicht immer so einfach bei mir, denn sobald sie fertig ist, wird sie auch schon angeschnitten... noch bevor sie am Tisch steht.
Das war schon immer und ist bis heute so. Nicht nur, weil ich in Wien geboren und mit der Sachertorte groß geworden bin, sondern vor allem auch deswegen, weil ich als hoffnugsloser Schokoholic diesem Traum aus Schokolade einfach verfallen bin. Seit ich denken kann, habe ich im Kaffeehaus mit Herzen in den Augen Sachertorte bestellt und das Stück im Nullkommanix vertilgt oder mit viel Freude und Hingabe selbst eine gebacken.

Mit dieser Einstellung lebe ich allerdings nicht alleine. Meine Mama ist da nämlich mindestens genauso wie ich, wenn nicht sogar noch eine klitzekleine Spur schlimmer. Ich sage euch, Sachertorte geht bei ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Egal, ob es Juli ist und 35 Grad hat, oder Januar und irgendwas unter dem Gefrierpunkt. Es gehen ja auch Gerüchte um, dass sie in einem Anflug von mitternächtlichem Heißhunger in die Küche schleicht und noch das eine oder andere kleine Stückchen Sachertorte nascht. Bezeugen kann ich das zwar nicht, aber für möglich halte ich es auf jeden Fall. Aber das ist ja auch kein Wunder, denn bei einem Schokoladenteig, der so flaumig ist, dass man am liebsten mit ihm kuscheln möchte und einer Schokoladenglasur, die regelrecht auf der Zunge zergeht, nimmt man es mit der Selbstdisziplin nicht mehr ganz so streng.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass man so eine Sachertorte keineswegs überall essen kann. Leider habe ich schon oft in Kaffeehäusern Sachertorten bekommen, die so trocken wie die Wüste Gobi waren und man beim Kauen auch eher das Gefühl hatte auf Sand herumzubeißen. Nicht einmal eine ordentliche Portion Obers konnte das Dilemma retten.

Aber wie dem auch sei, die Sachertorte ist in Wien mittlerweile eine wahre Institution und gehört zum Stadtbild, wie das Hotel Sacher selbst, die Konkurrenz, nämlich die Bäckerei Demel und die Fiaker in der Innenstadt. Dass die Geschichte rund um die Sachertorte allerdings nicht immer ganz konfliktfrei war/ist, könnt ihr bei Kathrin von Backen macht glücklich nachlesen. Bei ihr durfte ich nämlich einen Gastbeitrag schreiben, der mir viel Freude gemacht hat. Und wie es sich als Gast nunmal so gehört, komme ich selbstverständlich nicht mit leeren Händen. Neben der Sachertorte habe ich nämlich noch die Geschichte und den Streit darüber im Gepäck, der sich über das eine oder andere Jahrzeit hinzog. Also klickt euch mal zu ihr rüber!

 Sachertorte, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wer nun selbst eine Sachertorte backen und mehr Bilder sehen möchte, klickt bitte hier
Sonntag, 19. April 2015

Schoko- Heidelbeer- Bananen Cupcakes - reloaded!

Ähm, das könnte heute ein wenig peinlich für mich werden... Das wird heute nichts für zarten Seelen, sondern nur was für die ganz Hartgesottenen unter euch, die nichts mehr aus der Fassung bringen kann... auch keine hässlichen Gruselfotos von irgendwelchen Cupcakes.

Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, war ich zwar immer erstaunt und fasziniert (und ja, auch ein wenig neidisch) von den tollen Fotos auf den anderen Blogs, hatte aber keinen Schimmer wie ich das selbst jemals umsetzen soll auf meinen Bildern. Tja, die dilettantischen Versuche meine Backwerke möglichst schick, ansprechend und appetitlich auf den Präsentierteller zu legen, sprechen da wohl für sich. Gelinde gesagt. Das Paradebeispiel schlechthin sind da wohl die Schokocupcakes mit Heidelbeeren und Banane - ein Knaller im Geschmack, ein Graus in der Darbietung.

Achtung!! Jetzt kommt die nackte Wahrheit auf den Tisch. Der Vorher-Nachher-Vergleich macht es deutlich:

vorher...
banane heidelbeer

...nachher
Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Liebe Leute, was soll ich dazu sagen? Ja, ich bin genauso sprachlos wie ihr. Das ist wirklich, wirklich übel. Das obere Bild ist an einem fürchterlich heißen Tag im Frühling entstanden. Es war April und wirklich ungewöhnlich warm. Also so Röckchen-schwitzen-viel trinken-über die Hitze fluchen-Wetter! Im April! Und was macht man an warmen Tagen? Richtig! Jalousien runter und Fenster zu, damit jaaaa keine Wärme eindringen kann in eine ansonsten recht kühle Wohnung. Und wer dann versucht bei geschlossenen Jalousien - das heißt mit wenig Sonnenlicht - und sonst auch ohne Lichtquellen ein Foto zu machen, wird am Ende mit... sowas bestraft. Ehrenwort! (Im Fernsehen würde an dieser Stelle jetzt eine Warnung kommen mit "Bitte nicht zu Hause nachmachen!" oder so... gilt auch hierfür!)

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ach, und wer sich jetzt fragt: ein Fotobearbeitungsprogramm war mir zum damaligen Zeitpunkt fremd. Hätte ich gewusst, dass man mit diversen Filtern doch noch was rausholen kann aus einem noch so schlechten Bild... ich hätte wohl viel Geld dafür bezahlt. Aber in meiner unendlich wirkenden Unwissenheit habe ich es einfach von der Kamera (damals noch Digitalkamera, Canon, Model sowieso) direkt ins Internet hochgeladen.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nun gibt es ja mehrere Möglichkeiten wie man mit so einer Situation - also mit den peinlichen Bildern - umgehen kann:

  • 1. die alten Beiträge löschen, den Mantel des Schweigens darüber hüllen und hoffen, dass Google die betreffenden Beiträge nicht mehr ausspuckt - und wenn, dann ganz, ganz, gaaaanz weit hinten. 
Kann man machen, wenn die Scham unerträglich groß ist.

  • 2. die alten Beiträge überarbeiten, neu bebildern und so tun, als wäre man schon immer der Prophet hinter der Kamera gewesen. 
Kann man machen, wenn man ganz viel Zeit, innere Ruhe und Kraft hat sich die alten Bilder nochmal anzusehen und dabei nicht kurz vorm Kollaps steht. Wie gesagt: nichts für zarte Seelen.

  • 3. die alten Beiträge so lassen wie sie sind, es mit Humor nehmen, sich lässig eine Sonnenbrille aufsetzen und mit einer kleinen Portion Selbstironie einfach ganz cool drüber stehen. 
Für mich ist das wohl die beste Lösung. Nicht, dass ich zu faul wäre die alten Beiträge nochmal zu überarbeiten, aber - wie gesagt - man muss ja auch zu seinen Schattenseiten stehen.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich finde ja, dass ein Blog gerade dadurch interessant wird, wenn man die Entwicklung beobachten kann. Von Bildern mit besch...eidenen Lichtverhältnissen und wenig Dekoration hin zu Fotos, auf denen man auch wirklich erkennen kann was das sein soll und es einem nicht nur der Titel verrät. (Gut, mit der Dekoration hapert es ja bis heute bei mir, aber das ist ein anderes Kapitel!)
Ich mag es einfach, wenn Texte interessant(er) geschrieben und Bilder ansprechend(er) gemacht werden mit der Zeit. Soweit ich nämlich weiß, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es wäre ja auch langweilig, wenn man ein Hobby beginnt und den Bogen sofort raus hat. Denn mit dem Spaß an der Sache, kommen nicht nur die Entwicklung, sondern auch die neuen Herausforderugen nämlich ganz von selbst...

Der Ansicht, dass man alten Beiträgen zu neuem Glanz verhelfen kann (und sollte), ist auch Mareike von Zuckerschnee, die sich komplett durch ihren Blog ackern musste (und dabei auf die eine oder andere Hässlichkeit gestoßen ist). Alte Beiträge, alte Bilder sollen ihre zweite Chance bekommen und sich nochmal von ihrer Schokoladenseite zeigen. Denn wer hat es nicht verdient einen zweiten 1. Eindruck zu hinterlassen, wenn der erste 1. Eindruck aber sowas von gewaltig in die Hose ging. Deshalb hat sie ein wunderbares Blogevent ins Leben gerufen, mit dem man sich selbst ein bisschen aufs Korn nehmen kann.


Dass das Foto von Versuch Nummer 1 unglaublich schlecht und eigentlich eine Gemeinheit für jeden Leser ist, war nur ein Grund warum ich diese Cupcakes nochmal gemacht habe. Grund Nummer zwei war, dass die Mengenangabe für das Topping hinten und vorne nicht stimmt.
Insgesamt 1 kg Mascarpone - in Worten: EIN KILO Mascarpone - für 12 Cupcakes - in Worten: ZWÖLF Cupcakes?!?! Hallo?? Erde an Viktoria?! Was soll das werden? Cupcakes mit Topping, oder unmenschlich viel Topping mit wenig Cupcake? Grundsätzlich bin ich ja sehr angetan von einer dicken Cremehaube auf einem Cupcake, aber man kann es definitiv auch übertreiben. Ein Kilo... pff...

Als Wiedergutmachung gibt es die Cupcakes heute noch einmal, mit besseren Bildern und passenden Mengenangaben. Man möge mir meinen Fehltritt verzeihen und hoffe, dass meine Schuld damit beglichen ist.

Schoko-Banane-Heidelbeer-Cupcakes, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für die Cupcakes:

- 100 g Zartbitterkuvertüre
- 100 g Butter
-  3 EL Backkakao
- 200 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 150 g brauner Zucker
- 2 Eier
- 120 ml Milch

Für das Heidelbeertopping:

- 250 g Mascarpone
- 90 g Heidelbeermarmelade (ohne Stücke)
- 90 g Topfen
- 2 EL Zucker

Für das Bananentopping:

- 250 g Mascarpone
- 90 g Topfen
- 1 sehr reife Banane
- etwas Zitronensaft
- 2 EL Zucker

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.
Schokolade und Butter zusammen in einer Schüssel schmelzen (im Wasserbad oder in der Mikrowelle).

In einer Schüssel Kakao, Mehl, Backpulver und Salz mischen.

Eier und Zucker hellschaumig schlagen, danach die Milch, anschließend die Butter-Schoko-Mischung unterrühren. Das Mehlgemisch mit einer Spachtel oder einem Schneebesen unterheben.

Den Teig gleichmäßig auf die Förmchen verteilen und auf mittlerer Schiene 20 bis 25 Minuten backen. Stäbchenprobe machen!

Die Cupcakes aus den Förmchen nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Heidelbeertopping die Marmelade mit Zucker und Topfen kurz glatt rühren, bis alles homogen ist. Mascarpone dazu geben und nur so lange rühren, bis alles vermischt ist.

Für das Bananentopping die Banane mit dem Zitronensaft pürieren. Topfen, Zucker und die pürierte Banane kurz glatt mixen, bis wieder alles homogen ist. Mascarpone einrühren und nur so lange rühren, bis alles zusammengekommen ist, auf keinen Fall zu lange, da das Mascarpone sonst gerinnt!

Das Heidelbeertopping in einen Spritzbeutel mit einer 16mm Tülle füllen und so viel aufspritzen, dass der Cupcake mit dem Topping bedeckt ist. Das Bananentopping in einen anderen Spritzsack füllen (oder den Spritzsack auswaschen) und auf das Heidelbeertopping dressieren.

Mit Heidelbeeren (und/oder Bananenscheiben) dekorieren. Bis zum Servieren kühl stellen.

Sonntag, 12. April 2015

Eier- Mohnlikör Pralinen

So, da habt ihr ihn nun. Flaschenweise lagert der Eierlikör im Kühlschrank - selbstgemacht oder geschenkt bekommen von der Urstrumpftante und keiner weiß mehr wohin damit. Vor lauter Eierlikör und sonst nix mehr seht ihr nur noch alles in gelb. Wohin bloß mit dem Eierlikör?! Die Frage aller Fragen, die sich grundsätzlich nach den Feiertagen einstellt. Nach Weihnachten sind es die ungeliebten Keksreste, die keiner mehr so richtig essen mag, aber zum Wegwerfen auch zu schade sind und zu Ostern ist es der Eierlikör, der man dann irgendwie nicht mehr trinken möchte.

Oder aber ihr habt selber einen gemacht, beispielsweise den mit Mohn, den ich euch das letzte Mal gezeigt habe und es sind - wider Erwarten - noch Reste übrig, die nun im Kühlschrank ihr Dasein fristen.

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

So oder so, das Problem bleibt dennoch: was tun mit dem übrigen Eierlikör? Eine Möglichkeit wäre ein Gugelhupf, den ich euch bereits vor Ostern gezeigt habe. Er ist wirklich eine wunderbare Gelegenheit diverse Likörüberbleibsel sinnvoll zu verwerten und vor dem Gulli zu bewahren. Der große Vorteil daran ist ja nämlich, dass man damit einen ganzen Schwung Likör auf einmal loswird! (Solltet ihr also wiiiirklich viel übrig haben, dann lege ich euch diesen Kuchen ganz nah ans Herz!)

Aber immer nur Kuchen ist natürlich auch fad und ich wäre ja nicht ich, hätte ich nicht noch die eine oder andere Idee im Hinterkopf was man denn noch so alles mit übrig gebliebenem Eierlikör anstellen kann. Sofort sind mir Gedanken rund um Pralinen in den Kopf geschossen. Und ich wusste, dass ich damit goldrichtig liegen und vor allem bei meiner Familie punkten würde, für die ich diese kleinen, wunderbaren Teilchen gemacht habe.

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Leute dazu neigen Bauklötze zu staunen, wenn man ihnen Pralinen auf den Tisch stellt, begleitet von einem verblüfften Gesichtsausdruck und der Frage Nummer 1 in der Situation: "Was... das hast DU gemacht?". Echt. Ich verwette meinen Allerwertesten darauf, dass insbesondere Leute, die mich nicht so gut kennen und/oder nur selten in den Genuss kommen diverse Küchengeheimnisse von mir zu erfahren, mir immer als erstes diese eine Frage stellen.
Ok, meine Familie neigt wohl nicht (mehr) zu dieser Frage, denn sie kennen mich ja mittlerweile doch schon den einen oder anderen Tag, aber trotzdem ist die Freude immer groß, wenn ich mit irgendwelchen leckeren Süßigkeiten um die Ecke komme. Und Pralinen stehen da auf der Liste ganz weit oben!

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Aber jetzt mal ehrlich, Leute: Pralinen machen ist wirklich nicht schwer! Ich weiß, ich habe es schon mehrmals erwähnt, aber ich kann es nun mal nicht oft genug betonen, dass es keine Hexerei ist. Also, wenn ihr echt mal für Aufsehen sorgen wollt bei Familie, Freunden, Kollegen oder sonst wem, dann nichts wie ran an den Speck die Schokolade. Die Komplimente sind euch sicher!
Was man, abgesehen von Schokolade, Schokolade und Schokolade braucht, ist lediglich ein bisschen Geduld...
und dann vielleicht auch noch ein bisschen Zeit!

Eierlikörpralinen, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für 30 Pralinen:

- 30 weiße Hohlkugeln
- 120 g weiße Kuvertüre
- 120 ml Eierlikör*
- 50 g Butter

Außerdem: 

- 150 g weiße Kuvertüre
- 5 bis 6 EL geriebener Mohn 

Kuvertüre für die Füllung grob hacken und zusammen mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen. Den Eierlikör dazu geben und gut verrühren.
Die Füllung in eine Dosierflasche oder in einen Spritzbeutel füllen und 20 Minuten kalt stellen.

Die Hohlkörper mit der Füllung bis 2mm unter den Rand füllen und für mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank geben.

Zum Verschließen und Überziehen die Hälfte der 150g Kuvertüre in eine Schüssel geben und über dem Wasserbad schmelzen. Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und die andere Hälfte dazu geben. So lange rühren, bis alles geschmolzen ist. Die Kuvertüre sollte jetzt richtig temperiert sein. Wer unsicher ist: mit einer Messerspitze in die Kuvertüre tauchen, erhärtet sie binnen 1 Minute, hat sie die richtige Temperatur.

Etwas Kuvertüre in einen Spritzbeutel füllen und die Hohlkörper damit verschließen. Nochmal für einige Minuten in den Kühlschrank stellen, bis der Verschluss vollkommen erhärtet ist.

Zum Überziehen die Hohlkörper mit einer Pralinengabel in die Kuvertüre tauchen und die überschüssige Kuvertüre gut abtropfen lassen. Auf ein Backpapier legen zum Trocknen.
Bevor die Kuvertüre jedoch komplett trocken ist, noch ein wenig geriebenen Mohn darüber streuen.

Im Kühlschrank aufbewahrt, halten die Pralinen etwa eine Woche.

*Für diese Pralinen habe ich den Eier- Mohnlikör verwendet, selbstverständlich schmecken sie genauso gut mit einem Eierlikör ohne Mohn.
Montag, 6. April 2015

Eier- Mohnlikör

Wisst ihr, warum ich Ostern so gerne mag? Weil es mal wieder eine gute Gelegenheit ist sich ordentlich den Wanst vollzuschlagen. Haben wir alle ja schon lange nicht mehr, gell. Die weihnachtliche Fressorgie ist grade mal so verdaut, die Speckröllchen, die man davon abbekommen hat, sind grade mal wieder so halbwegs verschwunden und dann das... Oooooostern! Wieder futtern, wieder Hüftgold anlegen, erneut winken wir zum Abschied der Bikinifigur. Und das so kurz vor Beginn der Sommersaison. Aber wenn's denn so gut schmeckt...

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Am schönsten ist es, wenn von allem etwas da ist, finde ich. Ich habe die größte Freude mit einem Tisch, der so reichlich gedeckt ist, dass vor lauter leckeren Sachen gar kein Platz mehr ist für Teller, um davon zu essen. Es gibt Aufstriche, Brot, Schinken, Striezel, Eierlikörgugelhupf, bunte Ostereier, Schokohasen... und das alles auf einmal im Idealfall.

Was ich aber auf gar keinen Fall auf dem üppig gedeckten Ostertisch brauche, ist einer der klassischen Kuchen zu Ostern, nämlich der Karottenkuchen. Obwohl ich Karotten sehr gerne mag und fast immer welche zu Hause habe, werden Karottenkuchen und ich keine Freunde. Vor einigen Jahren hat meine Mama mal Karottenkuchen gemacht... und dann ein zweites Mal... und dann nie wieder. Ich frage mich warum sie dann nie wieder einen gemacht hat. Vielleicht, weil sie drauf sitzen geblieben ist, weil weder mein Bruder, noch ich den Kuchen essen wollten. Sorry, Mama, aber das war ein Schuss in den Ofen (im wahrsten Sinn des Wortes, haha)...

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Solltet ihr also jemals sehnsüchtig auf ein Rezept für irgendeine Form von Karottenkuchen hier auf meinem Blog warten, dann muss ich euch enttäuschen, denn das wird es niemals geben!
(Haha, das habe ich über Macadamia Nüsse auch gesagt, ich weiß!)
Nun gibt es bei mir zwar keinen Kuchen mit Gemüse bei mir, dafür aber einen anderen Klassiker, der zu Ostern halt auch einfach dazu gehört wie das Eierpecken. Ok, das ist kein Kuchen, sondern was zum Saufen Genießen, aber irgendwie muss man die Kehle ja auch feucht halten, nicht wahr?! Und womit geht das am besten? Richtig, mit einem cremigen Eierlikör!

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Auf der Suche nach dem ultimativen Rezept bin ich - wie so oft - bei Nina gelandet. Denn sie hat eines für einen Eierlikör, das ich deshalb so interessant finde, weil sie braunen Zucker genommen hat, anstelle dem üblichen weißen. Und ihr wisst ja wie ich manchmal so bin... erst einmal angefixt von einer Idee, dreht sich das Gedankenrad permanent weiter. Normalen Eierlikör kann ja jeder machen, dachte ich, da geht noch was!
Ich denke, das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hervorragend trinken lassen. Herausgekommen ist nämlich ein herrlich cremiger Eierlikör mit Mohn, der mit dem wunderbaren Aroma von Vanille ausgezeichnet zusammenspielt.

Nur zu viel lächeln sollte man hinterher nicht... (ihr wisst schon... Mohn zwischen den Zähnen und so...). Aber man muss auch mal Kompromisse eingehen, oder?

Eier- Mohnlikör, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Ich weiß, ich weiß... der Eierlikör ist der Hammer. Aber! Bitte! Trinkt oder verschenkt nicht alles auf einmal, sondern hebt euch noch etwas davon auf! Warum, verrate ich euch im nächsten Beitrag...

Für den Eier- Mohnlikör: 

- 500 ml Obers
- das Mark einer Vanilleschote
- 250 g brauner Zucker
- 8 Eigelb
- 250 bis 350 ml Rum oder Korn
- 40 g geriebener Mohn

Obers, Vanille und die Hälfte des Zuckers in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und durchziehen und abkühlen lassen.

Eine Metallschüssel auf ein heißes Wasserbad stellen, Eigelbe und den restlichen Zucker verrühren. Über dem Wasserbad so lange cremig aufschlagen, bis die Masse hell wird und eindickt. Das Wasserbad darf aber nicht zu heiß sein, da das Eigelb sonst gerinnt! (Das Wasser im Topf muss dafür nicht mehr kochen!)

Das nicht meht allzu heiße Obers in einem dünnen Strahl langsam zur Eimasse gießen und dabei immer weiter rühren. Die Masse sollte warm, aber nicht zu heiß sein und 70 Grad nicht übersteigen. Am Schluss den Mohn und den Rum oder Korn dazu geben, alles gut verrühren und in sterilisierte Flaschen füllen.

Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich der Likör etwa 3 Wochen.