Dienstag, 27. Januar 2015

Spekulatiusshake - Resteverwertung III

Jedes Jahr vor Weihnachten überkommt einen die Backwut und die Kekse werden am laufenden Band vollkommen überproduziert. Voller Euphorie holt man ein Blech nach dem anderen aus dem Ofen und erfreut sich an dem herrlichen Duft, der sich in der ganzen Wohnung verbreitet und vielleicht sogar tagelang bestehen bleibt. Und statt den Herzen hat man nur noch Kekse in den Augen, sodass man im Leben nie daran denken würde, dass mit der jährlichen Backwut und der Invasion der Weihnachtskekse ein weiteres Problem einhergeht. Und täglich grüßt das Murmltier? Denn nach Weihnachten, wenn man die Kekse eigentlich schon total über hat, ist er auf einmal da: der liegengebliebene Restbestand an Keksen! Hilfe, wohin damit? In Dosen vegetieren die Kekse dahin und eigentlich weiß keiner so richtig wohin damit. Kennt ihr? Alle Jahre wieder? Also ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich bei mir keine Reste tummeln, die ich wegen völliger Übersättigung so eigentlich nicht mehr essen möchte. Aber wie soll man sie sonst verwerten?

Spekulatiusshake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Die Hoffnung, dass sich doch noch jemand erbarmt und zugreift, schwindet von Tag zu Tag, also muss man sich wirklich überlegen wohin damit. Denn sie werden leider nicht mehr besser. Und bevor die kleinen Krümelmonster völlig vertrocknet und ungeliebt im Abfall landen, müssen ein paar rettende Ideen her, um sie genau davor zu bewahren.

Für die optimale Resteverwertung gibt es ja Gott sei Dank so viele Möglichkeiten, dass es fast schon unmöglich ist, dass krümlige Restbestände überhaupt entsorgt werden müssen. Wer jetzt noch immer so völlig ohne Inspiration und verzweifelt vor seinen Keksresten sitzt, sollte jetzt gut aufpassen, denn hier habe ich ein paar Denkanstöße: bei Nina gibt es Tiramisu, bei Sia ein Trifle und bei mir Eis und bereits letztes Jahr Cake Pops.

Spekulatiusshake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Allerdings funktioniert die Sache mit der Resteverwertung auch nur mit einem Mindestmaß an Aufwand, nämlich mit einem Shake! Ich verspreche euch, in weniger als einer Minute und mit nur wenigen Handgriffen habt ihr ein wahnsinnig leckeres Getränk, sodass man sich richtig freut, dass noch Keksreste übrig geblieben sind. Denn gäbe es keine verschmähten Reste, könntet ihr euch auch nicht diesen herrlichen Shake mit Spekulatius machen...

Ein Shake funktioniert bei mir ja immer nach dem gleichen Prinzip: eine Kugel Eis, Milch und eine beliebige weitere Zutat, auf die ich grade so Lust habe. In meinem Fall heißt diese eine weitere Zutat Spekulatius und ist das letzte weihnachtliche Überbleibsel. Natürlich ist Spekulatius nicht zwingend, denn der Vorteil an diesem Shake ist ja, dass er mit allen anderen Keksen auch wunderbar schmeckt... wer also noch übrige Lebkuchen, Vanillekipferl, etc. hat und nicht weiß wohin damit, der holt jetzt mal am besten den Mixer aus dem Schrank!

Spekulatiusshake, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für den Shake:
(2 Gläser)

- 2 Kugeln Mandel- oder Vanilleeis 
(nach Geschmack)
- 300 ml Milch
- 100 g Spekulatius 
(oder andere Kekse)
- etwas Lebkuchengewürz 
(nach Belieben)

Die Zubereitung ist denkbar einfach, denn für den Shake einfach alle Zutaten in einen Standmixer geben und so lange mixen, bis die Kekse gut püriert sind und der Shake homogen ist. (Das dauert keine Minute.)

Zum Servieren in Gläser füllen und nach Belieben mit Obers und/oder Spekulatiusbrösel dekorieren und den Strohhalm nicht vergessen!
Mittwoch, 21. Januar 2015

Apfel- Macadamia Cookies - und warum ich mir die Sache mit den Vorsätzen nochmal überlege...

Ok, ich glaube, ich muss die Sache mit den guten Vorsätzen, bzw. mit den nicht-guten Vorsätzen zurück nehmen und nochmal ein bisschen überdenken. Während ich noch vor wenigen Tagen ganz großkotzig behauptet habe, dass ich keine guten Vorsätze fürs neue Jahr fassen werde, weil die Umsetzung bei mir ja mangels Disziplin/Durchhaltevermögen/nennt es wie ihr wollt nicht dauerhaft funktioniert, muss ich jetzt kleinlaut zugeben, dass ich diese Aussage ein kleines bisschen revidieren muss.

Bevor ihr jetzt aber falsche Schlüsse zieht... nein, ich habe mich nicht in einem übermotivierten Anflug von Euphorie für die nächsten 12 Monate vertraglich an ein Fitnessstudio gebunden. So realistisch bin ich schon, dass mir durchaus bewusst ist, dass dies eine absolute Fehlinvestition wäre. Da könnte ich mein Geld gleich direkt beim Fenster rauswerfen, der Effekt wäre nämlich eh derselbe: das Geld ist in jedem Fall unwiederbringlich weg.

Apfel-Macadamia Cookies, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Was ich meine, ist ja was ganz anderes. Denn im Laufe der letzten beiden Jahre war ich ja niemals müde stoisch an meiner Aussage festzuhalten, dass ich - neben dem Herbst - keine Nüsse mag. Mandeln esse ich ganz gern, allerdings nur in Kuchen und Keksen, Pistazien ab und an... aber dann wird das Angebot für mich auch schon wieder recht dünn. Das hat natürlich zur Folge, dass ich auf diese Art und Weise nur schwer meinen kulinarischen Horizont erweitern kann, wenn ich mich nicht aus meiner Komfortzone heraus bewege.

Zwar lebe ich nicht nach dem Motto Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht, denn ich probiere immer bevor ich entscheide, ob mir etwas schmeckt oder nicht. Aber ich weiß im Grunde sehr gut was mir schmeckt und was nicht... das dachte ich jedenfalls immer.
Auch was Nüsse angeht, habe ich wohl die meisten zumindest irgendwann einmal gekostet. Und ich glaube, dass genau da der Hase im Pfeffer liegt. Die Betonung liegt dabei nämlich auf dem Wort irgendwann... und dann vermutlich nie wieder.

Apfel-Macadamia Cookies, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Kennt ihr das, wenn ihr Jahre zuvor was probiert, es euch nicht schmeckt und es dann nicht einmal giftig von der Seite anschaut? Natürlich kennt ihr das! Und kennt ihr das auch, wenn euch Dinge plötzlich schmecken, die ihr früher verschmäht habt? Natüüüürlich kennt ihr das auch! Wenn ihr mal vergleicht was ihr gegessen, geliebt, verschlungen, aber auch verschmäht habt, als ihr noch kleine Zwerge gewesen seid und was ihr jetzt esst, liebt, verschlingt und verschmäht, dann tut sich da bestimmt die eine oder andere Kluft auf, wenn nicht sogar ganze Schluchten!

Na jedenfalls, die ewig leidige Geschichte namens "Die Nüsse und ich" endete bei mir immer auf die gleiche Art und Weise... irgendwann mal gekostet, irgendwann mal für nicht gut befunden, irgendwann mal abgelegt unter "Danke, aber nein danke". Aber was, wenn sich der Geschmack oder die persönlichen Vorlieben ändern, was ja im Laufe der Jahre immer wieder passiert?! Was, wenn Dinge auf einmal doch nicht mehr so übel sind, sondern so richtig, richtig lecker?! Was, wenn man es nie herausfindet, weil man es nie versucht?

Apfel-Macadamia Cookies, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Tja, genau diesen Gedanken hatte ich, als ich die Cookies bei Sia von Sia's Soulfood entdeckt und mir gedacht habe, dass es jetzt wirklich mal an der Zeit ist über meinen Schatten zu springen und was Neues zu probieren. Das ist auch der Grund warum ich die Sache mit den Vorsätzen nochmal überdenken muss, da ich mir in diesem Jahr vorgenommen habe so einige Experimente in der Küche starten. Natürlich ohne Expolosionen, Rauchgas oder sonstigen ganz üblen Dingen, die man in der Küche eigentlich nicht haben will. Na, wenn "mehr Neues probieren" mal kein guter Vorsatz ist... (Das ist dann aber auch wirklich der einzige Vorsatz, den ich habe! Großes Zuckerbäckerinnenehrenwort mit zwei Fingern in der Höhe!)

Denn ich möchte nicht nur mehr mit anderen Nüssen machen, sondern auch Kräuter in meine Backstube integrieren. Ich liebe Kräuter ja wirklich. Kochen ohne Kräuter ist für mich unvorstellbar. Die Aromen sind so herrlich und es ist unglaublich wie raffiniert man die einfachsten Speisen mit ein paar Kräutern aufmotzen kann. Und da wäre ich auch schon wieder beim springenden Punkt: bisher habe ich immer nur damit gekocht, aber noch nie gebacken! In diesem Jahr soll allerdings Schluss sein damit! Und selbstverständlich habe ich auch schon ein paar Ideen in petto (wer wäre ich denn sonst?)... aber die verrate ich euch natürlich erst, wenn es so weit ist!

Mein persönliches Fazit aus der Geschichte ist jedenfalls: Macadamias sind wirklich lecker...
Und wer mich von meiner Aversion gegen Birnen befreit, den küre ich zu meinem persönlichen Helden... mit Ritterschlag, einem dicken Orden auf der Brust und allem Pipapo!

Apfel-Macadamia Cookies, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Nun aber zurück zu diesen wunderbaren Cookies, die mich dazu gebracht haben nicht immer nur zu den Mandeln zu greifen. Ich sage euch, diese Teilchen sind - um es mit Sia's Worten zu sagen - herrlich saftig, am Rand ein wenig knusprig und durch die Macadamia auch ein bisschen crunchy.

Ich schreibe euch das Rezept in diesem Fall nicht auf, weil ich es euch so wie es bei Sia steht uneingeschränkt weiterempfehlen kann und nichts daran ändern würde. Also klickt einfach mal zu ihr rüber, wenn auch ihr die Cookies nachbacken wollt.
Dienstag, 13. Januar 2015

Lebkucheneis mit Glühweinzwetschken - Resteverwertung II

Es gibt ja Menschen, die felsenfest behaupten, dass man vom winterlichen Eisgenuss krank wird. Mir ist es wirklich schleierhaft wer diesen armen, armen Leuten dieses Ammenmärchen in den Kopf gesetzt hat. Hat irgendjemand einen vernünftigen Grund parat warum das so sein sollte? Nein, den hat mit Sicherheit keiner!

Natürlich verstehe ich das Argument, dass man im Winter weniger Lust hat auf Eis, weil die meisten wohl eher den Sommer damit verbinden. Das hat dann wohl eher was mit dem persönlichen Geschmack zu tun und nicht unbedingt was mit irgendwelchen gesundheitlichen Aspekten. Aber eine Erkältung vom Eis davon tragen? Also bitte...

Alle, die noch jetzt noch immer diese Flause Eis = Erkältung im Kopf haben, die passen jetzt mal gut auf und kommen näher, denn denen flüster ich jetzt mal was: krank, meine lieben kleinen Irrlichter, wird man von den bösen, bösen Bakterien und Viren. Und bitteschön nicht vom Eis. Erzählt es ruhig weiter! Ist kein Geheimnis und auch kein blöder Schmäh von mir! Ehrlich!
Würden wir nämlich vom Eis krank werden, würden wir alle wohl den ganzen Sommer über wegen Grippe, Entzündungen und sonstigen Krankheiten und Wehwehchen im Bett liegen! Ihr dürft also auch im Winter ohne Bedenken ordentlich Eis schlemmen, bis euch der Bauch platzt... oder es euch wieder bei den Ohren rauskommt. Außer euch schmeckt es nicht, aber das ist dann eine andere Geschichte...

Lebkucheneis mit Glühweinzwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Natürlich, wenn man gerade völlig unterkühlt aus dem Meer nahe der Polarkappe rausefischt wird, ist das Verlangen nach einem Eis wohl nicht so groß. Stattdessen sehnt man sich wohl eher nach einer Decke, einem Tee, einem Heizkörper und sonstigen Dingen, die einem Wärme spenden.

Etwas weniger extrem, aber dennoch verständlich ist es, wenn man auf eine Portion Eis verzichtet nach einem Spaziergang durch das Winterwunderland nachdem man durch den Schnee gestapft ist, weil einem da wahrscheinlich eh ein klitzekleines bisschen - aber wirklich nur ein ganz klitzekleines bisschen - kalt ist. Aber wenn man ohnehin gerade zu Hause in Decken gehüllt auf der Couch sitzt, lehnt oder liegt, dann kann man sich schon mal eine Portion Eis gönnen... oder zwei und dabei Liebesschnulzen, Tinkerbell und das Geheimnis der Feenflügel oder sonstigen Kram schauen. 

Denn grundsätzlich gilt: gut ist, was gut tut! (Ok, das würde ich jetzt nicht gänzlich auf alle Lebenslagen übertragen, aber ihr wisst was ich meine.) Eis im Winter tut und schmeckt mir im Winter genauso gut wie im Sommer! Es muss ja nicht immer nur Glühwein sein... oder lasst es mich so sagen: es muss ja nicht immer nur Glühwein alleine sein. Also warum darauf verzichten? (Zugegeben, die Sache mit dem Verzicht muss ich noch ein bisschen üben, aber das ist ein anderes Kapitel...) Bekanntlich kommt es auf den Geschmack an und mit den passenden winterlichen Aromen - wie zum Beispiel Bratapfel, Vanillekipferl, Spekulatius, oder eben Lebkuchen - steht dem Eisgenuss auch im Winter nichts im Wege. Hoch und heilig versprochen!

Lebkucheneis mit Glühweinzwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

So, jetzt aber zu dem eigentlichen Sinn des heutigen Beitrags: das Thema Resteverwertung nach der weihnachtlichen Schlemmerei ist bei mir noch immer ein brandheißes Thema. Die Überbleibsel werden langsam, aber sicher endlich weniger. Bald habe ich es überstanden... und ihr auch.
An dieser Stelle ein kleines Versprechen: ich bin mit meinem Rest'lfest'l bald fertig! 
Ich wette, auch ihr habt noch Weihnachtskekse übrig, richtig? Haufenweise Lebkuchen? Ja? Wunderbar! Glühwein? Ausgezeichnet! Dann habe ich heute genau das richtige Rezept für euch, um die übrig gebliebenen Kekse vor dem sicheren Tod durch Austrocknen zu bewahren und gleichzeitig den Keksbestand zu dezimieren. Und selbst wenn euer kümmerlicher Rest an Keksen schon so furchtbar trocken ist, dass es bei jedem Bissen nur so rausstaubt aus dem Mund, dann macht das auch gar nichts. Denn auch die trockensten Kekse dieser Welt können kurz und klein gehackt ins Eis gemischt werden und sorgen für den nötigen Biss im Eis. 

Lebkucheneis mit Glühweinzwetschken, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Vielleicht habt ihr auch noch etwas Glühweinsirup übrig und wisst nicht so ganz wohin damit? Super! Auch den könnt ihr gut gebrauchen, denn die Glühweinzwetschken harmonisieren wirklich ausgezeichnet mit dem Eis! 

Auf der Suche nach dem Eis fand ich meine Inspiration hier, wer allerdings keine Lebkuchen möchte, nimmt einfach Spekulatius... schmeckt genauso gut. 

Für das Eis:

- 4 Eigelb
- 85 g brauner Zucker
- 400 ml Milch
- 350 ml Obers
- 1 1/2 TL Lebkuchengewürz
- 1 TL Orangenschale, abgerieben
- 1 bis 2 EL brauner Rum
- das Mark einer Vanilleschote
- 150 g Lebkuchen

Für die Glühweinzwetschken:

- große Tasse Glühwein
- 2 EL Orangensaft 

Milch und Obers in einen Topf geben, Vanillemark, Lebkuchengewürz, Orangenschale und die Hälfte vom Zucker einrühren und aufkochen lassen. Beiseite stellen und abkühlen lassen. 

Die Eielbe, den Rum und die andere Hälfte vom Zucker über dem Wasserbad hellschaumig schlagen. Die nicht mehr allzu heiße Milchmischung in einem dünnen Strahl in die Eigelbmischung gießen und dabei weiter schlagen. 

Die Masse in eine Schüssel füllen und für mehrere Stunden kalt stellen. (Geht auch über Nacht.)

Lebkuchen in kleine Stücke hacken und beiseite stellen.

Die Eismasse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren. Etwa 2 Minuten vor Ende der Rührzeit die Lebkuchenstücke hinzufügen. Ein paar Stückchen für die Deko aufheben! 
Nach dem Ende der Rührzeit das Eis in eine tiefkühlgeeignete Box füllen und nochmal für 2 bis 3 Stunden in den Tiefkühler stellen.

[Wer keine Eismaschine hat: die Eismasse in eine Box füllen, in den Tiefkühler stellen und jede halbe Stunde bis Stunde mit dem Handmixer gut durchrühren, damit das Eis cremig bleibt und sich keine Eiskristalle bilden. Dauert mindestens 8 Stunden!]

Für die Glühweinzwetschken den Glühwein und den Orangensaft in einen Topf geben und erwärmen, aber den Glühwein nicht kochen lassen! Die Zwetschken hinzufügen und für 2 Minuten im Glühwein ziehen lassen.

Zum Servieren eine Kugel Eis... oder zwei, oder drei... auf einen Teller geben, mit den Glühweinzwetschken garnieren und mit Lebkuchenstückchen bestreuen. 

Montag, 5. Januar 2015

Cheesecake im Bratapfel mit Spekulatiuscrumble und Karamellsauce - Resteverwertung I

Na, rollt ihr schon oder esst ihr noch? Zu Weihnachten ordentlich reingeschlemmt? Ist die Lieblingsjeans bereits eine Spur zu eng? Und wie sieht es bei euch aus mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr? Weniger naschen, gesünder und bewusster essen? Weniger trinken? Mit dem Rauchen aufhören... und überhaupt mehr Sport machen? Gar öfter ins Theater gehen??? Irgendjemand?

Kennen wir ja alle, oder? Man fasst sich ein Herz, schwört zu Silvester feierlich mit dem bereits x-ten Gläschen Sekt in der Hand (das zum Thema weniger trinken), dass man von nun an weniger von den bösen Dingen macht, dafür aber mehr von den guten. Die Wahrheit ist aber, dass solche Vorsätze eine Halbwertszeit von der Lebensdauer einer Eintagsfliege haben. Die anfängliche Motivation lässt bereits im Jänner wieder nach und spätestens im Februar hat man kläglich versagt und für alles eine Ausrede parat, warum man dieses und jenes nicht machen kann. Und das war's dann auch schon... adieu, ihr lieben, guten Vorsätze! Zum Abschied winkt man ihnen auch noch nach, juhu!

Aber warum fasst man Vorsätze immer (oder meistens) nur zu Neujahr? Neues Jahr, neues Glück, oder wie? Warum kann man nicht gleich damit beginnen, wenn sie einem in den Sinn kommen? Brauche ich wirklich ein neues Jahr, um 5, 10, 15 Kilo abzuspecken oder um einen Italienischkurs zu belegen, um mein Wissen wieder aufzufrischen? Warum fällt es so vielen Menschen schwer solche Dinge gleich zu starten?

Höchstwahrscheinlich ist das der Grund warum jedes Jahr mein einziger Vorsatz fürs neue Jahr ist, dass ich keine Pläne für irgendwelche guten Vorsätze schmiede. Denn ich halte mich ja doch wieder nicht daran, weil ich mit der Umsetzung einfach zu lange gewartet habe und die Luft wieder raus ist. Also... Pläne lieber gleich in die Tat umsetzen und weiterhin keine Vorsätze pünktlich zu jedem 1.1. zu haben, führt bei mir zum größten Erfolg.

Cheesecake im Bratapfel, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Für alle, die dennoch den Vorsatz gefasst haben weniger/gesünder zu essen, überflüssige Kilos loswerden wollen und eisern daran festhalten, denen rate ich an dieser Stelle nicht mehr weiterzulesen. Denn nur weil ein neues Jahr begonnen hat, heißt das nicht, dass es hier in meiner Küche kalorienärmer zugeht. Nein, nein... als vorsatzlose Naschkatze mache ich so weiter wie bisher, süß... und vor allem kalorienreich! Das Wort fasten ist in meinem Wortschatz nämlich nicht vorhanden, auch nicht nach den Feiertagen... und schon gar nicht im neuen Jahr!

Beim dem Vorsatz mit dem Essen und Naschen sehe ich nämlich ein ganz großes Problem: wohin mit all den Weihnachtsüberbleibseln... also den Keksen, mit denen man von den Omas und den Urstrumpftanten zwangsbeschenkt wurde und auch jenen, die man selbst gebacken hat?! Es wäre doch schade sie bloß wegen den paar guten Vorsätzen so sträflich zu missachten und mitsamt der Keksdose ins Exil zu verbannen.

Cheesecake im Bratapfel, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Da schlage ich doch lieber vor sämtliche Reste noch zu verbrauchen und leckere Desserts damit zu zaubern. Den Anfang macht dabei ein Cheesecake. Aber nicht irgendeiner... nein, nein. Es gibt Cheesecake im Bratapfel. Aber dem noch nicht genug! Übrig gebliebene Spekulatius als Crumble on top! Na, klingt das nicht verlockend? Aber! (Jawohl! Ein dickes, fettes Aber!) Dem ist noch immer nicht genug! Um der Sache noch die Krone aufzusetzen, gibt es dazu eine herrliche Karamellsauce...
Ich bin ja wirklich selten sprachlos, aber bei diesem Dessert fehlen mir wirklich die Worte, weil es so unbeschreiblich gut ist! Das findet auch Sarah vom Knusperstübchen, bei der ich das Rezept gefunden habe. Abgewandelt habe ich es diesmal nur minimal...

Cheesecake im Bratapfel, Viktoria's [Kitchen] Secrets

Wer allerdings Spekulatius nicht mehr sehen kann und lieber auf Maroni zurück greifen möchte, der schaut mal bei dreierlei liebelei rein und wer auf Marzipan steht und sich die volle Spekulatiusdröhnung geben will, der klickt mal rüber zu Experimente aus meiner Küche. Denn bei Yvonne kommt ganz viel Spekulatius in die Füllung und getoppt wird das ganze mit einer Marzipansauce.

Für die Cheesecakes im Bratapfel:

- 5 große Boskoop Äpfel
- 250 g Frischkäse
- 90 g brauner Zucker
- 1 Ei
- 1 gestr. EL Stärke
- etwas Vanille, etwas Zimt
- 2 EL gemahlene Mandeln

Für die Streusel:

- 50 g Spekulatius, fein zerbröselt
- 30 g gemahlene Mandeln
- 1/2 TL Zimt
- 2 EL brauner Zucker
- 2 EL Butter

Für die Karamellsauce:

- 150 g brauner Zucker
- 150 g Obers
- 2 EL Butter
- das Mark einer halben Vanilleschote

Die Äpfel waschen und den Kopf abschneiden. Mit einem Esslöffel die Äpfel vorsichtig aushöhlen, aber nur so weit, bis die Wand noch etwa einen halben cm, bis maximal einen Zentimeter dick ist. Dabei darauf achten, dass der Boden ganz bleibt und kein Loch hat.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Für die Streusel alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Fingern so lange verkneten, bis die Streusel die gewünschte Größe haben. Beiseite stellen.

Für die Cheesecakemasse Zucker und das Ei hell aufschlagen, Zimt und Vanille hinzufügen. Frischkäse nach und nach unterrühren, aber nur so lange rühren, bis alles homogen ist. Am Schluss die Stärke und die Mandeln unterrühren.

Die Masse nun gleichmäßig auf alle ausgehöhlten Äpfel verteilen bis knapp unter den Rand. Mit den Streuseln bestreuen und die Äpfel in eine Auflaufform setzen, die mit Backpapier ausgelegt ist.

Auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten backen.

Für die Karamellsauce den Zucker in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze zum Schmelzen bringen. Sobald der Zucker zu schmelzen beginnt, mit einem Kochlöffel umrühren und die Butter einrühren. (Jetzt beginnt alles klumpig zu werden - nicht verzweifeln!) 

Obers und Vanille einrühren und weiter rühren. Den Herd ausschalten, den Topf aber auf der Platte stehen lassen. Nun so lange rühren, bis die Sauce cremig wird und sich die Zuckerklumpen gelöst haben. Das dauert etwa 5 Minuten.

Zum Servieren die Bratäpfel mit der Sauce übergießen und genießen!