Sonntag, 12. Juli 2015

Heidelbeer Panna Cotta

Als ich begann mich fürs Kochen und Backen zu interessieren und mir irgendwann 3- gängige Menüs zutraute, gab es zum Dessert grundsätzlich Panna cotta.
Tomatensuppe als Vorspeise, Lasagne als Hauptspeise und weil wir grad so schön beim italienischen Essen sind... Panna cotta als Nachspeise.
Französische Zwiebelsuppe als Vorspeise, Rindsrouladen als Hauptspeise und weil es bisher noch nicht deftig genug war... Panna cotta als Nachspeise.
Kürbiscremesuppe als Vorspeise, Schweinefilet mit Rosmarinkartoffeln als Hauptspeise... das lässt sich nämlich so schön einfach im Ofen zubereiten und man hat mehr Zeit für Gäste. Und weil wir schon beim Thema Einfachheit sind.... Dessert? Natürlich Panna cotta.

Heidelbeer_panna_cotta (9)

Erkennt ihr das Muster? Grundsätzlich Suppe und grundsätzlich Panna cotta. In allen möglichen Variationen, mit allen möglichen Saucen, Gewürzen verfeinert, der Saison angepasst... die Hauptsache war, ich konnte es gut vorbereiten.

Was dieses Dessert, das wörtlich übersetzt ja einfach nur gekochte Sahne heißt, anging, so konnte mir - der eingefleischten Panna cotta Meisterin - keiner was erzählen... Letztlich ist es ja auch nicht mehr als gekochtes Obers. Es ist sehr einfach zu machen, braucht nicht viele Zutaten und lässt sich ja so wunderbar im Voraus herzustellen. Und wie ihr ja bereits wisst, bin ich ein großer Fan von Desserts, die man schon vorab zubereiten kann, sodass ich sie dann einfach nur noch aus dem Kühlschrank nehmen muss, wenn ich sie brauche.

Heidelbeer_panna_cotta (6)

Aber.... ich habe es mit meiner Panna cotta Manie wohl ein wenig übertrieben. Denn als meine Freundin mal zum Essen eingeladen war bei mir und ich ihr den Desserteller vor die Nase stellte, rümpfte sie etwas die Nase und meinte "Wie? Schon wieder Panna cotta?"
Öhm... jo... Panna cotta war wohl kein Dessert mehr, das jeder gerne essen wollte.

Tja, so musste ich mir eben andere Desserts überlegen und mein liebstes (weil so einfaches) Dessert wurde nicht nur sträflich missachtet, sondern regelrecht aus meinem Repertoire verbannt. Und ich habe tatsächlich sehr, sehr lange nicht mehr daran gedacht... bis ich allerdings kürzlich in einem Restaurant Panna cotta auf der Speisekarte sah. Aber was für eines! Mit Heidelbeeren.... garniert mit frischen Heidelbeeren und Schokoladensauce.... und wie das erst aussah! Himmel, war der Anblick göttlich!

Heidelbeer_panna_cotta (4)

Die Schokosauce gibt es bei mir heute zwar nicht dazu, dafür aber einen Boden aus Schokokeksen. Ist doch auch fein, oder? On top gibt es dann noch Heidelbeersauce und ein paar Schokostreusel zur Deko, damit es auch richtig was hermacht...

Yeah, Leute, schnallt euch an! Wenn ihr zum Essen kommt, gibt es ab heute wieder öfter mal Panna cotta! Yiiihaaa!!

Heidelbeer_panna_cotta (1)

Für die/das Panna cotta: 
(für 4 Portionen) 

- 12 Oreo Kekse
- 2 EL Butter
- 300 g Heidelbeeren
- 250 ml Obers
- 100 ml Heidelbeersaft
- 100 g Zucker, plus noch 2 bis 3 EL für die Sauce 
- etwas Vanille
- 3 Bl. Gelatine 
- Schokostreusel für die Deko (optional) 

Die Heidelbeeren waschen und verlesen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Oreos zerbröseln, mit der Butter vermischen und auf 4 Dessertgläser verteilen. Etwas andrücken und beiseite stellen.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Die Hälfte vom Heidelbeermus mit dem Saft, Obers, Zucker und Vanille in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die Gelatine einrühren.

Nun auf alle Gläser gleichmäßig verteilen, mit Frischhaltefolie oder Alufolie abdecken und abkühlen lassen. Zum Erstarren für mind. 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Für die Sauce das restliche Mus mit dem Zucker vermischen und nochmal kurz aufkochen lassen in einem kleinen Topf oder einer kleinen Pfanne, nach Bedarf noch mit Vanille abschmecken und auf die Gläser verteilen.

Vor dem Servieren noch nach Bedarf mit Schokostreusel bestreuen.

Samstag, 4. Juli 2015

Waldmeistereis mit Erdbeersauce

Ihr kennt doch alle bestimmt Ahoj Brause, oder? Das sind diese kleinen Päckchen mit Brausepulver, die man mit etwas Wasser mischt und dann trinkt... oder man knallt sich die Brause auch einfach nur so rein (Magenschmerzen inklusive). In einer Packung sind immer mehrere Sorten drin und eine davon ist Waldmeister. Schon als ich noch klein war, war genau diese Sorte immer zuerst weg, wenn meine Mama eine Packung gekauft hat.

Es war weniger diese giftgrüne Farbe, die mich immer so fasziniert hat, sondern mehr der Geschmack. Ja, es ist künstlich. Ja, es hat mit dem natürlichen Geschmack von Waldmeister nur wenig gemein (der ja in Wahrheit viel dezenter ist, als diese Chemiekeule, die man kaufen kann). Ja, die Farbe ist mindestens genauso künstlich wie der Geschmack. Aber wisst ihr was? War mir immer schon egal, ist mir nach wie vor egal und wird mir aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin egal sein.
Bei mir herrscht ganz große Chemiewaldmeisterliebe!

Waldmeistereis (4)

Leider ist diese Liebe und Zuneigung für Waldmeistersirup nicht so ganz barrierefrei. Denn in Österreich haben wir ein riesengroßes Problem: es gibt im Handel keinen Waldmeistersirup zu kaufen. Für jemanden, der Waldmeistersirup so gerne hat wie ich, grenzt das natürlich an eine mittelschwere Katastrophe. Literweise wird Holundersirup verkauft... oder Himbeere... oder Kirsche... oder was auch immer.... aber weit und breit ist kein Waldmeistersirup zu finden. 

Es ist ja nicht so, dass dieses Kraut bei uns nicht wachsen würde. Wenn man die Augen ein bisschen offen hat, findet man im Frühjahr Waldmeister in Wäldern. Oder in heimischen Gärten. 
Leute, ich hätte am liebsten zu weinen begonnen, als meine Freundin mir gesagt hat, dass bei ihrer Mama im Garten Waldmeister wächst und der Jahr für Jahr ungenutzt verwelkt. Und wann hat sie mir davon erzählt? Genau! NACH der Blüte! Hach... 

Mal selbst einen Waldmeistersirup anzusetzen, reizt mich ja schon sehr. Aber bis es so weit ist, bleibe ich eben bei der Chemie. Denn wie es der Zufall so will, ist meine Freundin, bei deren Mutter der Waldmeister im Garten wächst, meine Retterin in der Not. Genauer gesagt sie und ihr Freund sind meine Samariter, die mir nach (fast) jedem Besuch in Deutschland ein Fläschchen von dem grünen Gold mitbringen, nach dem ich mich so verzehre! Die beiden wissen eben wie man mich glücklich macht! 

Waldmeistereis (2)

Von dem Eis haben die beiden zwar leider nichts abbekommen, aber ich habe bei jedem Löffel zumindest ganz fest an sie gedacht und ich wette, es hätte ihnen genauso geschmeckt wie mir... 
Und weil das Eis alleine ja ein bisschen fad ist, musste ich ein bisschen suchen. Denn so sehr ich Waldmeister auch liebe, so wenig Ahnung habe ich davon was gut dazu passt. Aber Google sei Dank hat die Recherche nicht besonders lange gedauert... und mit dem Ergebnis bin ich mehr als nur glücklich auf der Couch gesessen und hab mein Eis gelöffelt. 

Waldmeistereis (6)

Für das Eis:

- 100 ml Waldmeistersirup
- 200 g Joghurt
- 200 ml Obers
- 80 g Zucker
- Saft 1/2 Zitrone

(- optional grüne Lebensmittelfarbe zum Nachfärben)

Für die Erdbeersauce:

- 350 g Erdbeeren
- 70 g Gelierzucker 2:1
- Saft 1/2 Zitrone

Für das Eis müssen alle Zutaten kalt sein. 

Die Zutaten gut verrühren und ggf. nochmal in den Kühlschrank stellen. 

Die Masse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranweisung gefrieren. Bis zur weiteren Verwendung im Tiefkühler aufbewahren. 

(Wer keine Eismaschine hat, füllt die Masse in eine tiefkühlgeeignete Box und rührt stündlich mit dem Handmixer durch, um die Kristallbildung zu vermeiden.)

Für die Erdbeersauce die Erdbeeren putzen, pürieren und ggf. durch ein Sieb streichen.

Das Püree mit dem Gelierzucker und dem Zitronensaft in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Alles für ca. 3 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. 

Abkühlen lassen und bis zum Verzehr beiseite stellen.