Donnerstag, 7. Juli 2016

Marillen - Kirsch - Streuselkuchen

Sich mit Freundinnen über mehrere Themen im Gruppenchat gleichzeitig zu unterhalten, ist keine gute Idee... glaubt mir das. Der Schuss geht - zumindest bei mir - im wahrsten Sinn des Wortes in den Ofen.

Aber der Reihe nach... Angefangen hat alles damit, dass meine Freundin meinte, sie hätte so Lust auf Marillenkuchen. Ihre Aussage hat mich ein wenig überrascht, weil sie sonst keine besonders große Naschkatze ist... seit sie mich kennt, verhält es sich allerdings ein wenig anders (haha, ich bekehre sie noch alle!). Selbstverständlich hatte ich sofort zig Ideen im Kopf wie denn so ein Marillenkuchen am besten zu Geltung kommen würde. Mit Germteig und Topfenfüllung? Als Cheesecake? Gemischt mit Nüssen oder anderen Früchten? Hach, die Möglichkeiten schienen mir zunächst zahllos...
Aber ab und zu muss man auch bodenständig bleiben. Denn während bei ihr die ganz große Marillenliebe herrscht und ein ganz einfacher, gewöhnlicher Kuchen alles ist was für das kleine Kuchenglück reicht, herrscht bei mir ja die ganz große Streuselliebe... Klingt nach einer perfekten Ergänzung - ist es auch! Schließlich ist es mit ja manchmal fast (aber wirklich nur fast) egal was unter drunter liegt, ich will einfach nur die Streusel oben drauf haben, und davon auch noch möglichst viele.

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Dummerweise habe ich mit dem Kuchenthema gleichzeitig auch noch ein anderes Thema in die Gesprächsrunde geworfen... nämlich, dass Stephen King's Es neu verfilmt wird. Durch Zufall bin ich auf einen Bericht und die ersten Bilder des neuen Pennywise gestoßen. Igitt!!
Wer von euch hat den Film als Kind gesehen? Hand auf's Herz, war schon eine dumme Aktion damals, hm? Echt, ich habe mir als Kind so dermaßen in die Hosen geschissen. Ich  weiß bis heute nicht warum ich damals auf diese blödsinnige aller blödsinnigsten Ideen gekommen bin mir in der Nacht! alleine! diesen Film einzuziehen! Meine Mama hat es mir zwar nicht ausdrücklich verboten, mir aber dennoch davon abgeraten... sie wusste natürlich schon warum, und wollte ich hören? Nein... wie immer! (Aber welches Kind hört immer auf die manchmal doch sehr wahren Worte der Eltern?) Dummheit gehört allerdings bestraft und darauf musste ich auch nicht besonders lange warten. Nächtelang konnte ich nur noch mit Licht einschlafen, weil ich so Panik hatte, dass Es plötzlich unter meinem Bett hervor kriechen würde. Selbst vor dem Mc Donald's Maskottchen, dem Ronald Mc Donald hatte ich plötzlich Furcht, sodass ich selbst einen der ganz seltenen Besuche im Schnellrestaurant strikt abgelehnt habe... Die Verwunderung meiner Mama über all dies muss ich wohl nicht näher erläutern.

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Und plötzlich... wie aus dem Nichts... war Pennywise wieder da und lachte mich quer über  den Bildschirm an mit seinem breiten Grinsen und hässlich spitzen Zähnen. Ekliger und furchteinflößender denn je und ich hatte natürlich wieder die Hosen megamäßig voll. Warum sollte ich mit meiner Angst alleine bleiben, wenn ich sie mit Freundinnen teilen und es ihnen brühwarm konnte? Geteilte Angst ist schließlich halbe Angst, oder nicht?

Dumm nur, wenn man eine Sekunde zuvor noch über Kuchen gesprochen hat und wie er sein soll. Das Gesprächschaos war somit perfekt. Das Wirrwarr folgt nun in einer gekürzten Fassung:
- Iiiiiih, der ist ja grausig!
- Der Kuchen?
- Pennywise!
- Du musst ihn dir ja nicht ansehen!
- Den Kuchen?
- Pennywise!
- Eh nicht, den ess ich lieber! 
- Den kann man nicht essen!
- Den Kuchen? Sicher!
- NAAA!! PENNYWISE!! (Geduldsfaden an dieser Stelle gerissen)

Das war zwar nicht 1:1 der Wortlaut, aber es ist darauf hinausgelaufen. Bescheuert, oder?
Den Rest dazwischen erspare ich euch. Das Ende vom Lied war, dass wir uns darauf geeinigt haben den Film im Kollektiv NICHT zu sehen und Kuchen sollte es am darauffolgenden Tag geben.

Dass es mal wieder Streuselkuchen geben sollte, hat mir freilich sehr in den Kram gepasst. Kommt eh viel zu selten auf den Tisch. Der Weg dort hin war aber - abgesehen von der völlig sinnbefreiten Pennywise-Kuchen-Diskussion - auch nicht so einfach. Das Marillen-Streusel-Duo war zwar schon so fix wie das Amen im Gebet, aber mir war das irgendwie noch nicht genug. Denn ich muss ja immer noch eines drauf setzen...

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Nach einer zweiten, etwas sinnbefreiten Kuchendiskussion fiel die Entscheidung erst auf Pistazien und dann auf Kirschen. Kirschen warf ich deswegen ein, weil's einfach so eine tolle Kombination ist. Darf ich an dieser Stelle an diese herrliche Marmelade erinnern? Natürlich darf ich, hihi...

Also... wer Lust hat, schmeisst zu den Marillen einfach ein paar gehackte Pistazien dazu und etwas Vanille... oder eben ein paar Kirschen. Schmeckt beides wirklich wunderbar.

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Für den Kuchen:
(ca. 20x30cm Blech)

– 150 g Mehl
– 100 g zimmerwarme Butter
– 100 g Zucker
– etwas Vanille
– 3 Eier
– 1 TL Backpulver, eine Prise Salz
– etwa 300 g Marillen, bereits entsteint
– etwa 200 g Kirschen, bereits entsteint

Für die Streusel:

– 90 g Mehl
– 50 g Butter
– 50 g Zucker
– etwas Vanille oder Zimt (optional)

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier
auslegen oder einfetten und bemehlen. Das Obst ggf. noch klein schneiden.
Die Zutaten für die Streusel verkneten, bis Streusel entstehen. Bei Bedarf noch Butter
hinzufügen, wenn die Streusel zu fest und bröselig sind, oder Mehl, wenn die Streusel zu
weich sind.

Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker, Vanille und Salz hellschaumig schlagen,
danach die Eier einzeln unterrühren. So lange rühren, bis alles homogen ist.
Mehl mit Backpulver mischen und unter den Teig heben, auf dem Backblech verteilen und
glatt streichen. Danach das Obst darüber verteilen, am Schluss die Streusel darüber
streuen.

Auf mittlerer Schiene etwa eine halbe Stunde backen.

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